Biografie

Otto Lais

Der deutsche Künstler schuf in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein bedeutendes graphisches Werk, das dem symbolischen Realismus zugeordnet werden kann. Sein Schaffen ist bestimmt von Zeit- und Sozialkritik. Seine Themen sind die Stadt, die Straße, die Armen und immer wieder die Frau. Er hat, beginnend 1921, etwa hundert Radierungen geschaffen. Der Bogen von Lais' Themen spannt sich zu egozentrischer Expression, in der Lais auf völlig einmalige Weise sich selbst in das Geschehen auf seinen Blättern mit einbezieht. Die Arbeiten von Lais befinden sich in vielen Sammlungen und Museen. Er wurde mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland geehrt...
Otto Lais wurde am 19. Oktober 1897 in Wilferdingen unweit von Karlsruhe als Sohn eines Lehrers geboren.

Dem Beruf des Vaters blieb auch er treu, nachdem er die Primareife am Durlacher Gymnasium und anschließend den Ersten Weltkrieg hinter sich gebracht hatte, treu. Das Staatliche Schulamt hatte früh seine künstlerische Begabung erkannt und ihn zum Studium an der damaligen Karlsruher Badischen Landeskunstschule freigestellt. Hier widmete sich Lais ganz den graphischen Künsten, insbesondere der Radierung. Der mit Lais zeitlebens befreundete Prof. Wilhelm Schnarrenberger, besonders aber der geniale Radierer Prof. Walter Conz, die Meisterschüler Rudolf Schlichter, Willi Müller-Hufschmid und Karl Hubbuch mögen, wiewohl lückenhaft, den Umkreis andeuten.

Otto Lais schwimmt sich schnell frei, es entstehen emotionale Selbstbildnisse, Porträts und Akte. Die aufblühende Sozialkritik wendet sich, fast möchte man sagen: der Konvention folgend, der Welt der Armen und der gedemütigten Dirnen zu. Der Schlüssel zum Verständnis seines Werkes. Lais ist ebenso zeitkritisch wie Dix, Grosz und Schlichter, aber er ist zugleich auch weniger zeitgebunden als diese, weil sein Werk nur am Rande gesellschaftskritisch gemeint ist, sondern hauptsächlich seine persönliche Konfession darstellt. Im Mittelpunkt der Radierungen des Moralisten und Erotikers Lais steht eindeutig die Frau, oder besser die "Lockungen der Frau".

Erotische Begierde, sexuelle Ausbeutung und ihre sozialen Folgen, der Spießbürger mit seinen verklemmten Phantasien, der Philosoph, der auch bei angestrengtesten Überlegungen die Lockungen und Wirkungen eines nackten weiblichen Körpers nicht überwinden kann - dies sind die Themen seiner graphischen Blätter. Das bloße Mitleid hat sich zum Weltschmerz zur "Abgeneigtheit" (ein Bildtitel von Lais) verstärkt. Die Arbeiten von Lais befinden sich in vielen Sammlungen und Museen. Er wurde mit zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland geehrt.

Otto Lais starb am 5. März 1988 in Wegberg-Merbeck.

NameOtto Lais

Geboren am19.10.1897

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortWilferdingen, Karlsruhe (D).

Verstorben am05.03.1988

TodesortWegberg-Merbeck (D).