Biografie

Otto Beisheim

Der Kaufmann und Unternehmer vollzog mit dem METRO-Konzern eine der größten Wirtschaftskarrieren nach dem Zweiten Weltkrieg. 1964 zum Hauptgeschäftsführer der METRO berufen, stieg er bis 1967 mit einem Drittel der Anteile zum Gesellschafter der Handelskette auf. Nach Akquisitionen in den 1990er Jahren erweiterte sich der Konzern um Unternehmen wie Galeria Kaufhof, Media Markt, Saturn, Real, Extra und Praktiker. Damit erstreckte sich das Netzwerk der Standorte auf rund 2300 Märkte in 28 Ländern der Welt. 2004 zählte der Konzern ca. 235.000 Mitarbeiter. Nachdem der Name Beisheim weitgehend in der Öffentlichkeit unbekannt geblieben war, eröffnete er im Januar 2004 am Potsdamer Platz in Berlin das Beisheim-Center…
Otto Beisheim wurde am 3. Januar 1924 in Voßnacken bei Essen als Sohn eines Gutsverwalters geboren.

Nach Abschluss der Schule absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung. Im Alter von 18 Jahren wurde er 1942 zum Kriegsdienst eingezogen. Ungesichert ist indes seine Beteiligung am NS-Regime, wonach er Mitglied der Waffen-SS gewesen sein soll. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges (1945) geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung erhielt er eine Anstellung in der Elektrohandelsfirma Stöcker & Reinshagen in Mülheim an der Ruhr. 1949 heiratete er seine Frau Inge, mit der er bis zu ihrem Tod 1999 verbunden blieb. Die Inhaberfamilie Schell ernannte Beisheim zum Prokuristen von Stöcker & Reinshagen. Unterdessen wurde am 8. November 1963 die erste METRO Niederlassung von den Duisburger Kaufleuten Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck und seinem Bruder Ernst Schmidt in Essen-Altenessen gegründet.

Den ersten Geschäftsführer stellte von 1963 bis 1970 Walter Vieth. 1964 wurde die Familie Schell Mitgesellschafter der METRO. Im Zuge der Eröffnung der zweiten METRO Niederlassung in Mülheim an der Ruhr, wurde Beisheim 1964 zum Hauptgeschäftsführer berufen. Als 1966/67 durch Vermittlung von Beisheim das Duisburger Traditionsunternehmen Franz Haniel & Cie. als METRO Gesellschafter gewonnen werden konnte, wurde auch Beisheim Gesellschafter der METRO, die inzwischen als METRO-SB-GROSSMÄRKTE GmbH & Co. KG firmierte. Die Anteile lagen ab diesem Zeitpunkt zu je einem Drittel bei Schmidt-Ruthenbeck und den Gesellschaftern Beisheim und Haniel.

Unter der alleinigen Führung von Beisheim begann 1967 mit der Eröffnung der Metro-Märkte in Godorf bei Köln, Hamburg, München und nach einer Verbindung mit der holländischen Firma SHV Holdings NV Utrecht, dem ersten C&C-Großmarkt (Firma: MAKRO) in den Niederlanden, sowie 1968 in Düsseldorf, eine sehr erfolgreiche Expansion der Cash and Carry Märkte. In den folgenden Jahren avancierte die Gesellschaft zu einem der größten Handelskonzerne der Welt. Anfang der 1980er Jahre zog er in die Schweiz. 1988 nahm er auch die schweizerische Staatsbürgerschaft an. Nach zahlreichen weiteren Akquisitionen in den 1990er Jahren erweiterte sich der Konzern um die Zukäufe und Gründungen der Unternehmen Galeria Kaufhof, Media Markt, Saturn, Real, Extra und Praktiker. Damit erstreckte sich das Netzwerk der Standorte auf rund 2300 Märkte in 28 Ländern der Welt.

Im März 1996 erfolgte, rückwirkend zum 1. Januar, die Gründung der Metro AG als Verschmelzung der Metro Cash & Carry mit der Kaufhof Holding AG, der Deutsche SB-Kauf AG und der Asko Deutsche Kaufhaus AG, an denen eine Metro-Beteiligungsgesellschaft zuvor jeweils Anteile gehalten hatte. Zur METRO-Gruppe gehörten inzwischen auch die Huma Einkaufszentren, die Sportfachmärkte Primus Sportwelt, die MHB Handel AG und der Schreibwarenhersteller Pelikan AG. Die Aktie der Metro AG notierte an der Frankfurter Wertpapierbörse erstmals am 25. Juli 1996 im DAX. 1998 wurden weiter 94 Allkauf-SB-Warenhäuser übernommen, außerdem die Allkauf Touristik Vertriebs GmbH mit 160 Reisebüros, die durch die Metro wieder veräußert wurden. Die Allkauf Franchise GmbH, zu der zirka 90 Fotofachgeschäfte gehörten, wurde im November 1998 an Nina’s Bildermarkt Sommer GmbH, Castrop-Rauxel veräußert.

Im Jahr 2004 zählte der Konzern ca. 235.000 Mitarbeiter. Nachdem der Name Beisheim weitgehend in der Öffentlichkeit unbekannt geblieben war, eröffnete er im Januar 2004 am Potsdamer Platz in Berlin das Beisheim-Center. Der mondäne Gebäudekomplex kostete knapp 500 Mio. Euro. Er beherbergt, neben zahlreichen Wohn- und Gewebeflächen, auch die 5 Sterne Hotels der Ritz Carlton- und Marriot Gruppe. Sein Vermögen wurde 2008 auf rund 4,8 Mrd. Euro geschätzt. Am 7. Oktober 2009 teilte Beisheim mit, 5,2 % der Aktien der Metro AG an verschiedene nationale und internationale Investoren veräußert zu haben. Auch als groszügiger Stifter und als Mäzen trat Beisheim in Erscheinung, der in Deutschland mehrere Kindergärten, Rettungswagen, Schulen und Sportvereine förderte.

Im Jahr 2000 erhielt er den Bayerischer Verdienstorden, 2003 wurde Beisheim mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt. 2005 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der fünf Talgemeinden am Tegernsee verliehen. 2008 wurde er mit der Ehrendoktor der WHU ausgezeichnet.

Otto Beisheim starb am 18. Februar 2013 in Rottach-Egern.


Die 100 reichsten Deutschen
1993:
Doktor der Wirtschaftswissenschaften - ehrenhalber, der Technischen Universität Dresden

1994:
Großes Bundesverdienstkreuz

2000:
Bayerischer Verdienstorden

2003:
Verdienstorden des Landes Berlin

2003:
Ehrensenator der WHU

2005:
Ehrenring der WHU

2005:
Ehrenbürgerwürde aller 5 Talgemeinden des Tegernseer Tals
2008: Ehrendoktor der WHU

NameOtto Beisheim

Geboren am03.01.1924

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortEssen (D).

Verstorben am18.02.2013

TodesortRottach-Egern (D).