Biografie

Nicolas Malebranche

NameNicolas Malebranche

Geboren am06.08.1638

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortParis (F).

Verstorben am13.10.1715

TodesortParis (F).

Nicolas Malebranche

Der französische Theologe und Philosoph zählte zu den bedeutendsten Repräsentanten des Cartesianismus und zur gegenreformatorischen katholischen Philosophie in Frankreich. In seiner Abhandlung "De la Recherche da la Vérité" (Von der Erforschung der Wahrheit) aus dem Jahr 1675 führte er den Nachweis, dass die menschlichen Ideen nichts über die Körper wissen. Nicolas Malebranche war zudem einer der Führer der Okkasionalisten. Er vertrat in der Theologie einen Pantheismus. Er orientierte sich darüber hinaus an den Werken von Platon, Augustinus und Geulincx, um sie für seine eigenen philosophischen Vorstellungen zu vereinnahmen. Die aristotelischen Theorien lehnte Malebranche dagegen ab...
Nicolas Malebranche wurde am 6. August 1638 in Paris geboren.

Malebranche studierte am Collège de la Marche Philosophie und an der Sorbonne das Fach Theologie. 1660 schloss er sich der Kongregation der Oratorianer an. Vier Jahre später erhielt er die Weihe zum Priester. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit den Schriften des französischen Philosophen René Descartes. Besonders seine neu veröffentlichte Abhandlung "Traité de l`homme" (1664) beeinflusste Malebranche nachhaltig in seinem Denken und in der systematischen Gedankenführung. Von René Descartes ließ er sich nicht nur zu philosophischen und naturwissenschaftlichen Studien anregen, sondern auch zu seinem ersten Werk "De la Recherche de la Vérité", das zu seinem Hauptwerk wurde und ihn berühmt machte.

In dieser Abhandlung widmete sich Malebranche der Gewinnung von fehlerfreien Erkenntnissen über die Dinge und einer theozentrischen Metaphysik. 1699 wurde er in die Académie des Sciences aufgenommen. Malebranche orientierte sich darüber hinaus an den Werken von Platon, Augustinus und Geulincx, um sie für seine eigenen philosophischen Vorstellungen zu vereinnahmen. Die aristotelischen Theorien lehnte er dagegen ab. Er vertrat die theologische Strömung des Pantheismus, nach der sich Welt und Menschen in Gott auflösen und der alles in allem wirkt. Der Mensch erkennt nach Malebranche alles nur durch Gott.

Er macht ihn in seinen Vorstellungen zum ultimativen Bezugspunkt, um aus dieser Position die Welt zu erklären. Malebranche versteht die Welt nach einer Ordnung der Zwecke. In dieser Auffassung weicht er von Descartes ab, der die Welt als einen kausalen Mechanismus begreift. Nicolas Malebranche ist Anhänger des Okkasionalismus. Mit der Zweiheit von Leib und Seele besteht das Problem der gegenseitigen Wirkung aufeinander. Descartes Lehre von der Zweiheit geht davon aus, dass Leib und Seele nicht wechselseitig aufeinander wirken können. Malebranche löste dieses Problem durch das Eingreifen Gottes.

Gott erzeugt bei Gelegenheit von körperlicher Bewegung die seelischen Empfindungen oder bei Gelegenheiten von Willensakten die Muskelbewegungen. Gott erscheint im Okkasionalismus als Alleinverursacher, dem menschlichen Körper und Geist kommen demnach keine Selbsttätigkeit zu, ihre Funktionen gehen auf Gott zurück. Nur dieses göttliche Einwirken liefert dem Menschen auch Erkenntnisse über die äußeren Dingen. Nach Malebranche können auch die äußeren Sinne keine Erkenntnis über das Wesen der Dinge liefern. Die mit Hilfe der Sinne gewonnenen Wahrnehmungen wie Formen, Bewegung oder Geschmack rühren von der menschlichen Einbildungskraft.

Erkenntnisgewissheit erlangt der Mensch allein durch die Gesetze des reinen Denkens, so wie sie in mathematischen Begriffen und Urteilen enthalten sind. Und in diesen Gesetzen offenbart sich wiederum Gott. Aufgrund des Dualismus von Körper und Geist sind die Gegenstände des Erkennens allein geistiger Natur, die unabhängig vom menschlichen Bewusstsein Ideen sind, deren Verursacher Gott ist. Folglich können die Dinge nicht unmittelbar erkannt werden, sondern lediglich ihre Ideen im Geiste Gottes. Durch Verbindungen von Ideen entstehen Urteile. Ein Irrtum geht nach Malebranche auf ein fehlgeleitetes Urteil zurück, das wiederum auf einer vorzeitigen Bejahung eines Sachverhaltes basiert.

Aber auch die Sinneserfahrung liefert Irrtümer. Malebranche engagierte sich für eine Erneuerung der christlichen Philosophie, die er von der Scholastik abgrenzen wollte. Mit seinem Ideengut avancierte Nicolas Malebranche zum Vorreiter der Aufklärungsbewegung in Frankreich. Mit dem Theologen und Kirchenpolitiker Jacques Bénigne Bossuet und dem Janseisten Antoine Arnauld setzte er sich über die Gnade auseinander. Dieser Disput erlangte Berühmtheit. Malebranche nahm Einfluss auf die Theodizee-Theorie des deutschen Philosophen, Physikers und Mathematikers Gottfried Wilhelm Leibnitz. Er machte dessen Infinitesimalrechnung in Frankreich bekannt.

An Malebranches erkenntnistheoretische Ansichten orientierten sich der englische Philosoph David Hume und der englische Theologe und Philosoph George Berkeley. Auf Malebranche geht der Begriff "causa occasionalis" zurück.

Nicolas Malebranche starb am 13. Oktober 1715 in Paris.

NameNicolas Malebranche

Geboren am06.08.1638

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortParis (F).

Verstorben am13.10.1715

TodesortParis (F).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html