Biografie

Anna Seghers

NameNetty Radványi

AliasAnna Seghers

Geboren am19.11.1900

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMainz (D).

Verstorben am01.06.1983

TodesortBerlin (D).

Anna Seghers

Die deutsche Schriftstellerin war wichtigste Repräsentantin der Literatur der ehemaligen DDR. Sie erreichte den Höhepunkt ihres Schaffens mit den beiden Romantiteln "Das siebte Kreuz" (1942) und "Transit" (1944). "Das siebte Kreuz" realisierte die Schriftstellerin mit filmischen Gestaltungstechniken, wie parallelen und gegensätzlichen Erzählsegmenten. Der Titel "Transit" zählt zu den herausragendsten Romanen über die Exilangst. Die antifaschistische Thematik ist bezeichnend für ihr Erzählwerk. Dabei nimmt Anna Seghers Partei für die Unterdrückten und Verfolgten. Ihr Erzählstil brilliert durch starken Ausdruck sowie durch eine sachliche Haltung...
Anna Seghers wurde mit bürgerlichem Namen Netty Reiling als Tochter des Antiquitätenhändlers Isidor Reiling und seiner Frau Hedwig, geborene Fuld, am 19. November 1900 in Mainz geboren.

Seghers wuchs in einem wohlhabenden jüdischen Elternhaus auf. Ab dem Jahr 1919 studierte sie in Köln und Heidelberg Kunstgeschichte, Philosophie, Geschichte und Sinologie. 1924 schloss sie ihr Studium mit der Promotionsarbeit "Jude und Judentum im Werke Rembrandts" ab. Im gleichen Jahr entstand ihre erste Erzählung mit dem Titel "Die Toten der Insel Djal", die aber erst nach ihrem Tode (1985) veröffentlicht wurde. 1925 heiratete sie den ungarischen Gesellschaftswissenschaftler Lásló Radványi, mit dem sie zwei Kinder hatte. 1927 veröffentlichte sie erstmals eine Erzählung mit dem Titel "Grubetsch". Die Arbeit erschien in der Frankfurter Zeitung und war mit dem Namen Seghers gekennzeichnet.

Seit dieser Zeit publizierte sie alle ihre Werke unter diesem Pseudonym; hinter dem Namen verbirgt sich ein Zeitgenosse des Malers Rembrandt. 1928 erschien die Erzählung "Aufstand der Fischer von St. Barbara", für die sie mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde. Der deutsche Theaterleiter und -regisseur Erwin Piscator bereitete das Stück im Jahr 1934 in der Sowjetunion filmisch auf. Im gleichen Jahr wurde Anna Seghers Mitglied in der KPD, der Kommunistischen Partei Deutschlands. Im Jahr darauf, 1929, trat sie dem "Bund proletarisch-revolutionärer Schriftsteller" (BPRS) bei. 1932 erschien ihr Roman "Die Gefährten", in dem sie warnend vor den Gefahren der aufkommenden faschistischen Herrschaft aufmerksam machte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde Seghers kurzzeitig festgenommen. Daraufhin emigrierte sie nach Frankreich.

Dort unterstützte sie antifaschistische Organisationen und Zeitschriften. 1933 entstand auch ihr erster Exilroman mit dem Titel "Der Kopflohn", in dem sie den Ursachen des Nationalsozialismus nachspürt. Zwei Jahre später wurde der Roman "Der Weg durch den Februar veröffentlicht". In den beiden Jahren 1938 und 1939 unterhielt sie brieflichen Kontakt mit dem Philosophen Georg Lukács. Im Jahr des Einmarsches der deutschen Truppen in Frankreich zog sich Anna Seghers von Paris in das unbesetzte Marseille zurück. 1941 setzte sie sich nach Mexiko ab. Dort rief sie den Heinrich-Heine-Klub ins Leben, der als deutsche Literatur- und Kulturinstitution unter ihrer Leitung antifaschistische Ziele verfolgte. 1942 erschien der Roman "Das siebte Kreuz". Das Werk begründete ihren internationalen Ruf als Schriftstellerin, die sich gegen den Faschismus wehrt.

Die Vorlage wurde im Jahr 1944 von dem US-amerikanische Regisseur Fred Zinnemann mit Spencer Tracy verfilmt. Der Roman erschien zunächst in englischer Sprache und wurde dann von einem mexikanischen Exilverlag in deutscher Sprache herausgegeben. "Das siebte Kreuz" erzählt sensibel die Geschichte von der Flucht sieben Gefangener aus einem rheinhessischen Konzentrationslager und dem Alltag im Dritten Reich. Dabei benutzte Seghers filmische Gestaltungsmittel, die die Erzählstruktur in komplexer Weise realisiert. 1944 wurde der Roman "Transit" ediert. Er erschien zunächst in spanischer und dann in englischer Sprache, in Deutsch kam er im Jahr 1948 heraus. Begonnen hatte Seghers das Werk bereits in Frankreich. Es schildert die persönlichen Erlebnisse und Ängste der Autorin im Exil, die sie mit der Thematik von Verlust und Erhalt der Identität verbindet. Das gelungene Buch zählt zu den wichtigsten Werken über die Ängste im Exil.

Im Jahr 1947 kehrte Anna Seghers nach Europa zurück und ließ sich zunächst in Westberlin nieder. Sie trat der SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, bei. Im gleichen Jahr wurde sie für ihren Roman "Das siebte Kreuz" mit dem Georg-Büchner-Preis, Deutschlands renommiertester Literaturauszeichnung, geehrt. Anna Seghers engagierte sich für den Wiederaufbau in Deutschland. 1948 wurde sie Vizepräsidentin des "Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands". Im Jahr darauf wurde ihr Gesellschaftsroman "Die Toten bleiben jung" publiziert. Die Verfilmung des Werks erfolgte im Jahr 1968. 1950 siedelte Anna Seghers nach Ostberlin über. Sie wurde Mitbegründerin der Friedensbewegung in der DDR und trat dem Präsidium des Weltfriedenrats bei. Im gleichen Jahr befand sie sich unter den Mitbegründern der Deutschen Akademie der Künste.

Im Jahr 1951 wurde sie mit dem ersten Nationalpreis der DDR ausgezeichnet. Es folgte eine Reise nach China. Anna Seghers war Mitbegründerin des Schriftstellerverbandes der DDR und leitete ihn in der Zeit von 1952 bis 1978. Später wurde Hermann Kant ihr Nachfolger. 1957 wurde die Novelle "Der gerechte Richter" fertig gestellt. Aus politischen Gründen wurde die Arbeit erst im Jahr 1990 publiziert. Die Universität Jena verlieh ihr im Jahr 1959 den Titel eines Ehrendoktors. Die Zeit des mexikanischen Exils verarbeitete Anna Seghers nochmals in der Erzählung "Das wirkliche Blau", die 1967 veröffentlicht wurde. Zu ihrem wichtigen Alterswerk zählt der Titel "Die Überfahrt", eine Liebesgeschichte, die 1971 auf den Markt kam. 1981 wurde sie zur Ehrenbürgerin von Mainz ernannt.

Anna Seghers starb am 1. Juni 1983 in Berlin.
1924
Die Toten der Insel Djal

1925
Jans muß sterben

1928
Aufstand der Fischer von St. Barbara

1930
Auf dem Wege zur amerikanischen Botschaft und andere Erzählungen

1932
Die Gefährten

1933
Der Kopflohn

1935
Der Weg durch den Februar

1937
Die Rettung

1940
Die schönsten Sagen vom Räuber Woynok. Sagen von Artemis

1942
Das siebte Kreuz

1943
Der Ausflug der toten Mädchen

1944
Transit

1948
Sowjetmenschen. Lebensbeschreibungen nach ihren Berichten

1949
Die Toten bleiben jung

1949
Die Hochzeit von Haiti

1950
Die Linie

1950
Der Kesselflicker

1951
Crisanta. Leipzig

1951
Die Kinder

1952
Der Mann und sein Name

1953
Der Bienenstock

1957
Der gerechte Richter

1958
Brot und Salz

1959
Die Entscheidung

1961
Das Licht auf dem Galgen

1963
Über Tolstoi. Über Dostojewski

1965
Die Kraft der Schwachen

1967
Das wirkliche Blau. Eine Geschichte aus Mexiko

1968
Das Vertrauen

1969
Glauben an Irdisches

1970
Briefe an Leser

1970
Über Kunstwerk und Wirklichkeit

1971
Überfahrt. Eine Liebesgeschichte

1977
Steinzeit. Wiederbegegnung

1980
Drei Frauen aus Haiti
1928
Kleist-Preis

1947
Erhalt des Georg-Büchner-Preises

1951
Stalin-Friedenspreis

1951
Verleihung des Nationalpreises der DDR (weitere 1959, 1971)

1954
Vaterländischer Verdienstorden in Silber

1959
Verleihung des Dr. phil. h.c. der Universität Jena

1960
Vaterländischer Verdienstorden in Gold

1961
Auszeichnung mit der Johannes-R.-Becher-Medaille des Kulturbundes

1965
Erhalt des Karl-Marx-Ordens (weitere 1969, 1974)

1970
Verleihung des Sterns der Völkerfreundschaft

1975
Verleihung des Großen Sterns der Völkerfreundschaft

1975
Kulturpreis des Weltfriedensrates

1975
Ehrenbürgerwürde von Berlin, Hauptstadt der DDR

1978
Ehrenpräsidentin des Schriftstellerverbandes

1980
Ernennung zum Held der Arbeit

1981
Ehrenbürgerwürde von Mainz

NameNetty Radványi

AliasAnna Seghers

Geboren am19.11.1900

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMainz (D).

Verstorben am01.06.1983

TodesortBerlin (D).

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