Biografie

Peter Radtke

Der promovierte Romanist und Philosoph ist Leiter der "Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien e.V.". Als Schauspieler feierte er an den Münchener Kammerspielen und am Wiener Burgtheater große Erfolge. 2003 wurde Dr. phil. Peter Radtke in den Nationalen Ethikrat der Bundesrepublik Deutschland berufen. Er leidet seit seiner Geburt an der Glasknochenkrankheit. Als scharfer zeitkritischer Beobachter stellt er vertraute Werte in Frage, die dann über körperliche Behinderung hinausgehen. In einer nach Idealen strebenden Gesellschaft bezieht Dr. Radtke, aus einem beeindruckenden philosophischen Weltbild, unmissverständlich Stellung für Menschen mit Behinderung...
Peter Radtke wurde am 19. März 1943 in Freiburg, Breisgau als Sohn des Schauspielers Ernst Radtke und der Krankenschwester Käte Radtke, geb. Schulz, geboren.

Radtke litt bereits in seiner Kindheit an der sogenannten Glasknochenkrankheit, weshalb er schon mit drei Knochenbrüchen geboren wurde. Die Mutter versteckte das Kind, da es ansonsten der nationalsozialistischen Ideologie zum Opfer gefallen wäre. Noch im selben Jahr, 1943, zog die Familie nach Regensburg. Von 1949 bis 1957 absolvierte er Volksschulpflicht durch privaten Unterricht. In den Jahren von 1957 bis 1961 ließ er sich an einer privaten Fremdsprachenschule zum Dolmetscher, Übersetzter und Handelskorrespondent in Englisch, Französisch und Spanisch ausbilden. Mit der Externenprüfung der University of Pennsylvania erwarb er 1963 das "Certificate in American Culture and Civilization".

Ab 1964 besuchte er das Abendgymnasium Regensburg, wo Peter Radtke 1968 das Abitur ablegte. Im Anschluss studierte er von 1968 bis 1976 Germanistik und Romanistik an den Universitäten von Regensburg und Genf. 1973 legte er das Erste Staatsexamen in Deutsch und Französisch ab. 1974 heiratete Radtke die Volksschullehrerin Gertraud Spanner. 1976 promovierte er in Regensburg in Romanistik mit Nebenfach Germanistik über das literaturwissenschaftliche Thema "Das Problem 'Brüchigkeit' bei Rabelais, Diderot und Claudel". In den Jahren 1973 bis 1976 erfolgte unter seiner Leitung der Aufbau des Fachgebietes "Behindertenprogramm" an der Münchner Volkshochschule. Ab 1984 erfolgte der Aufbau und die Leitung der "Arbeitsgemeinschaft Behinderung und Medien e.V." (abm) als Geschäftsführer und Chefredakteur.

Ab Mitte der 1970er Jahre trat Radtke als Autor wissenschaftlicher Veröffentlichungen zur Behindertenproblematik in Erscheinung. Indes begann er seine Karriere am Theater. Von 1994 bis 2001 stellte er den Präsident der internationalen Dachorganisation EUCREA, der europäischen Vereinigung zur Förderung von Kreativität und Kunst behinderter Menschen. 2003 wurde er Mitglied des Nationalen Ethikrates. In zahlreichen Podiumsdiskussionen und Fernsehbeiträgen avancierte Dr. Radtke zu einem der bedeutendsten Beobachter gesellschaftlicher Werte. Anhand seiner Selbst stellt er Abtreibung und den Wert des Menschen in Frage. Dabei beruht sein profundes Wissen auf authentische Erfahrungen und philosophische Erkenntnisse.

Ausgezeichnet wurde Radtke unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande, dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, dem Bayerischer Verdienstorden, dem Kulturförderpreis der Stadt Regensburg, dem Kulturpreis der Stadt Regensburg, dem Medienpreis der Bundesvereinigung LEBENSHILFE und dem Ehrenvorsitz der Deutschen Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta Betroffene e.V.

NamePeter Radtke

Geboren am19.03.1943

GeburtsortFreiburg i.B. (D).