Biografie

Mustafa Kemal Atatürk

Der Leutnantssohn gilt als der Begründer der modernen Türkei. Mustafa Kemal Atatürk stellte von 1923 bis 1938 den ersten Präsidenten der nach dem Ersten Weltkrieg aus dem Osmanischen Reich hervorgegangenen Republik Türkei. Als einer der bedeutendsten Reformer und Feldherren der türkischen Geschichte, schaffte er die islamische Rechtsprechung ab und setzte den Laizismus durch (Trennung der Religion vom Staat). Verbunden mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit weitreichenden gesellschaftlichen Reformen, schuf er einen in dieser Form einmaligen Staatstypus. Trotz einiger Schattenseiten seines Wirkens flankierte ihn eine personenkultartige Verehrung, die sich schon 1934 in der vom türkischen Parlament verliehenen Nachnamensgebung "Atatürk" (Vater der Türken) äußerte...

Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs
Kemal Atatürk, eigentlich Kemal Mustafa Pascha, wurde am 1. März 1881 in Saloniki, jetzt Thessaloniki, geboren.

Sein Vater, Ali Reza, war Leutnant, seine Mutter war Zübeyde Hanim. Atatürk besuchte von 1895 bis 1899 die Militärschule in Monastir. Anschließend ging er auf die Kriegsakademie in Istanbul, die er 1905 als Hauptmann verließ, um eine Stelle im Kriegsministerium anzutreten. Kurze Zeit danach wirkte Atatürk an der Gründung der oppositionellen Geheimorganisation "Vaterland und Freiheit" mit und engagierte sich für das "Komitee für Einheit und Fortschritt". Den herrschenden Sultan der jungtürkischen Revolution zwang Atatürk 1909 zum Rücktritt. In den Jahren von 1911 bis 1912 nahm er am italienisch-türkischen Krieg und von 1912 bis 1913 am Balkankrieg teil. Von 1913 bis 1915 verdiente er sich als Militärattaché in Sofia. Während die Türkei Bundesgenosse der Militärmächte war, galt er bei den Türken als "Retter von Istanbul" und erhielt den Titel Pascha.

Atatürk kämpfte für einen unabhängigen türkischen Staat und leistete Widerstand auf Nationalkongressen. Zum General befördert, wurde Atatürk von 1916 bis 1918 Oberbefehlshaber an der Kaukasusfront und in Syrien. 1919 wurde er Oberbefehlshaber der Armee gegen die Griechen. Nach dem Einmarsch der griechischen Armee nach Izmir - sie beging ein Massaker an der Bevölkerung - und der italienischen Armee in Anatolien, organisierte Atatürk im Mai 1919 den nationalen Widerstand auf zwei Nationalkongressen. Die nationale Bewegung erklärte im "Nationalpakt" die Unabhängigkeit und das Selbstbestimmungsrecht aller türkischen Gebiete zu ihrem Ziel. Atatürk gründete im September 1919 als Vorsitzender ein Repräsentativkomitee - eine Gegenregierung. 1920 wurde Atatürk von der Großen Nationalversammlung in Ankara zum Präsidenten und Premierminister ernannt und mit der Wahrnehmung der vollziehenden Gewalt betraut.

Er lehnte im selben Jahr den diktierten Friedensvertrag von Sèvres ab. Er erhielt im griechisch-türkischen Krieg militärische Hilfe durch die Sowjetunion. Nach anfänglichen Rückschlägen gewann Atatürk entscheidende Schlachten gegen die griechischen Truppen bei Sakarya im August 1921 und in Dumlupinar im August 1922, so zog er im September 1922 in Izmir ein. Im selben Jahr setzte er durch, dass das Sultanat abgeschafft wurde. Der Friedensvertrag von Lausanne erkannte die Unabhängigkeit der neuen Türkei an, worauf die Republikanische Partei gegründet wurde. Atatürk proklamierte nun die Republik. Am 29 Oktober 1923 erhob man Atatürk zum Staatspräsidenten des neuen türkischen Staates, den er in den folgenden Jahren seiner Amtszeit radikal reformierte und dem westlichen Staatsmodell annäherte. Ebenfalls 1923 heiratete Atatürk Latife Hanim. Die Ehe wurde zwei Jahre später geschieden.

Seine politisch-gesellschaftlichen Leitideen von 1924, der Kemalismus, basieren auf den Säulen: Republikanismus, Nationalismus, Modernismus, Populismus und Säkularismus. Atatürk gelang 1925 die Niederschlagung eines kurdischen Aufstandes in Anatolien. Er hob 1926 das islamische Recht auf und führte die Rechtssprechung aus europäischen Ländern ein. 1928 löste er die arabische durch die lateinische Schrift ab. Atatürk setzte sich in seiner späten Politik im Inneren wie im Äußeren für den Frieden ein. 1934 erfolgten die Einführungen von Familiennamen sowie das Frauenwahlrecht. Die Große Nationalversammlung verlieh ihm darauf im selben Jahr den Familiennamen "Atatürk" (Vater der Türken).

Kemal Atatürk starb am 10. November 1938 in Istanbul.


Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs

NameMustafa Kemal Atatürk

Geboren am12.03.1881

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortThessaloniki (Griechenland)

Verstorben am10.11.1938

TodesortIstanbul (Türkei)