Biografie

Moritz Hunzinger

Der Frankfurter Geschäftsmann stieg in den 1980er und 1990er Jahren zu einem der erfolgreichsten PR-Berater der Bundesrepublik auf. Mit seinen Kommunikations- und Beratungsunternehmen, die in der Holding "Hunzinger Information AG" zusammengefasst wurden, trug Moritz Hunzinger aber auch zu einer komplexen Interessen- und Beziehungsverflechtung zwischen Politik und Wirtschaft bei. Deren Aufdeckung löste im Sommer 2002 eine öffentliche Debatte über die Kommunikations- und Beziehungsstrukturen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Bundesrepublik aus...
Moritz Hunzinger wurde am 26. Januar 1959 in Frankfurt/Main geboren.

Er besuchte das Gymnasium in seiner Geburtsstadt und im Schweizerischen St. Gallen, brach die Schule dann aber ohne Abitur ab. Danach besuchte er die US-Militärakademie Valley Forge in Wayne (Pennsylvania, USA), wo er 1977 einen Abschluss machte. Bereits 1979, mit 20 Jahren, gründete Hunzinger seine eigene Agentur für Public Relations. In der "Hunzinger PR GmbH" nahm er fortan die Funktion eines Geschäftsführers wahr. Der PR-Berater verstand es in den folgenden Jahren, seiner Agentur ein gutes Ansehen zu verschaffen und sie im öffentlichen Leben der Bundesrepublik zu verankern. Hunzinger entwickelte sich zu einer Schalt- und Kontaktstelle zwischen Wirtschaft und Politik, die für hochkarätige Vertreter aus beiden Bereichen zunehmend unverzichtbar wurde.

Dabei konnte Hunzinger seinen Kundenkreis auch ins Ausland erweitern, wo etwa der Software-Magnat Bill Gates auf die Beziehungen und Dienste seiner Kommunikationsagentur zurückgriff. Seither begleiteten die Unternehmen Hunzingers zahlreiche politische Begegnungen und Ereignisse in Europa auf beratende Weise. Mehr als ein üblicher PR-Berater vermittelt Hunzinger vor allem Kontakte, Beziehungen und Informationen zwischen interessierten Kunden aus Politik und Wirtschaft. Dabei stützt sich der Unternehmer auf weitreichende Beziehungen, die er in einer umfangreichen Personendatei pflegt, welche nach Schätzungen mit Informationen zu 67.000 Vertretern des politischen und gesellschaftlichen Lebens aufwarten konnte.

Nachdem Hunzinger 1996 auch "infas", das 1959 in Bonn entstandene "Institut für angewandte Sozialwissenschaften", erworben hatte, rückte er zu dessen Aufsichtsratsvorsitzenden auf. 1997 trat der PR-Berater in den Vorstand der "Hunzinger Information AG" ein, die nun als Holding aller seiner Unternehmen auftrat. Diese zählen 125 Beschäftigte in der Bundesrepublik und mehr als eintausend Mitarbeiter in anderen 30 Ländern. 1998 ging die Hunzinger Information AG als eine der Pioniere des Neuen Marktes an die Frankfurter Börse. Nach dem rot-grünen Regierungswechsel von 1998 erfuhren die Geschäftsaktivitäten Hunzingers eine deutliche Zunahme.

Das CDU-Mitglied vermittelte nun erste Kontakte und Beziehungen zwischen der Wirtschaft und den neuen Abgeordneten und Ministern, die etwa wie die grünen Politiker im Wirtschaftsleben noch nicht eingeführt waren. Im Zuge der europäischen Einigung und Erweiterung beriet Hunzinger die EU-Kommission über die wirtschaftliche Kooperation mit den mittel- und osteuropäischen Beitrittsländern. Er firmierte auch lange als alleinvertretungsberechtigter Vorsitzender der Geschäftsführung der "action press gmbh & co. kg", die 2000 von der Hunzinger Information AG erworben worden war. Hunzinger engagiert sich im Frankfurter Bürgerkomitee "Paulskirche 1848", für die Jugendbegegnungsstätte Anne Frank sowie die Stiftung Deutsche Sporthilfe.

Er war außerdem im Beirat der Initiative "Hauptstadt Berlin" vertreten. Der PR-Berater nahm 1999 bis 2003 auch eine führende Funktion für die CDU-Sozialausschüsse wahr. Er war weiterhin 2000/01 Aufsichtsratsmitglied der "Concordia Versicherung". Hunzinger wurde 1998 durch den Bundesverteidigungsminister mit der Ehrenmedaille der Bundeswehr geehrt. Im Jahr darauf erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Anlässlich des Sturzes des SPD-Verteidigungsministers Rudolf Scharping im Juli 2002 wurde in der Öffentlichkeit bekannt, dass der PR-Mann bereits mehrere Jahre als mutmaßlicher und einflussreicher Berater des Politikers gewirkt hatte. Wenig später rückten die Medien Hunzinger erneut in den Zusammenhang zu einer politischen Affäre, die dieses Mal sogar das grüne Lager betraf.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit zahlte der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Cem Özdemir einen ihm zu marktunüblichen Zinsen eingeräumten Kredit an Hunzinger zurück. Der anschließende Rücktritt des Grünen-Politikers motivierte sich jedoch aus seiner Verstrickung in die Affäre um die Lufthansa-Bonusmeilen. Im Zusammenhang mit der aufgedeckten Verbindung einer zunehmenden Zahl von Politikern zu Hunzingers Unternehmensbereich wurde die Frage der Kommunikations- und Beziehungsstrukturen zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in der Bundesrepublik neu diskutiert.

Dabei wurde der aufgedeckte Klientelismus und die Interessenverflechtung zwischen Politik und Wirtschaft auch als ein Produkt der Dienstleistungen Hunzingers kritisiert, die von Seiten des Verbandes der PR-Unternehmen nicht immer eine wohlwollende Beurteilung erhielten. Noch im Sommer 2002 ging die Aktienmehrheit der Hunzinger Information AG auf die Effecten-Spiegel AG über. Hunzinger schied 2004 nach 25 Dienstjahren als Vorstandsvorsitzender aus der Hunzinger Information AG aus. Ebenso legte er seine Tätigkeit als Geschäftsführer bei "action press", "Hunzinger PR" und dem "Blazek & Bermann Verlag" nieder. Der PR-Berater fungiert darauf als Geschäftsführender Gesellschafter der "Hunzinger Holding GmbH".

Moritz Hunzinger lebt und arbeitet in Frankfurt/Main.

NameMoritz Hunzinger

Geboren am26.01.1959

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortFrankfurt a.M. (D).