Biografie

Marwan Barguti

Der Bauernsohn und Fatah-Anhänger gilt nach dem Tod Jassir Arafats als populärster palästinensischer Politiker im Gazastreifen und Westjordanland. Während er in einem israelischen Gefängnis eine mehrfache lebenslange Haftstrafe verbüßt, avanciert Marwan Barguti zur Integrationsfigur des palästinensischen Volkes. Die Kandidatur des "Vaters der Al-Aksa-Intifada" für das Amt des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde in der Nachfolge Arafats blieb jedoch erfolglos ...

Die Staats- und Regierungschefs Asiens
Marwan Barguti wurde am 5. Juni 1960 (nach anderen Angaben: 6. Juni 1958 oder 1959) in einem Dorf bei Ramallah (West Bank, Palästina) als Sohn eines Bauern geboren.

Noch während der Schulzeit trat Barguti im Alter von 15 Jahren der Fatah-Bewegung von Jassir Arafat bei. Drei Jahre später wurde er von israelischen Sicherheitskräften wegen seiner Fatah-Mitgliedschaft inhaftiert: 1978-1984 saß er in einem israelischen Gefängnis. Barguti absolvierte ein Geschichts- und Politologie-Studium an der Bir Zeit Universität. Ende der 1980er Jahre wurde er von den Israelis nach Libanon deportiert, von wo er mit Arafat ins tunesische Exil wechselte. Barguti gehörte bereits von 1987 bis 1993 zu den Organisatoren der ersten so genannten "Intifada", d.h. des meist jugendlichen palästinensischen Widerstandes gegen die israelische Besatzung.

Er trat auch als Anführer der militanten Tansim-Milizen und Al-Aksa-Brigaden, d. h. des militanten Fatah-Flügels, auf. 1994 kehrte er mit Arafat in die West Bank zurück. Im Zuge der Schaffung der Palästinensischen Autonomie infolge des Oslo-Abkommens von 1993, wurde Barguti 1996 zum Abgeordneten des palästinensischen Parlaments gewählt. Als der Friedensprozess ins Stocken geriet und die Konfrontation zwischen Israel und Palästinensern erneut zunahm, organisierte Barguti mit seinen Tansim-Milizen und Al-Aksa-Brigaden die zweite Intifada ab Oktober 2000 maßgeblich mit, die seither eine Vielzahl an Opfern auf beiden Seiten forderte. Barguti wurde im April 2002 in Ramallah verhaftet und in Israel inhaftiert.

Während des anschließenden Prozesses vor einem israelischen Gericht avancierte er zu einem palästinensischen Volkshelden. Wegen Beteiligungen an Terroranschlägen, die der Intifada-Führer jedoch bestritt, wurde Barguti im Mai 2004 zu einer fünffachen lebenslangen Haftstrafe verurteilt, die er seither in einem israelischen Gefängnis verbüßt. Nach dem Tod des langjährigen Palästinenserführers Arafat im November 2004 wurde bekannt, dass Barguti aus dem Gefängnis heraus bei den für Jahresbeginn 2005 vorgesehenen Wahlen als dessen Nachfolger für das Amt des Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde kandidieren wolle. Aus Rücksichtnahme gegenüber dem offiziellen Fatah-Kandidaten, den gemäßigten palästinensischen Politiker und PLO-Chef Mahmoud Abbas, zog Barguti jedoch zunächst seine Kandidatur wieder zurück.

Im Dezember 2004 ließ er jedoch verlauten, aus dem Gefängnis heraus bei den Wahlen doch gegen Abbas antreten zu wollen. Als Vertreter der jüngeren Generation in der Fatah-Bewegung genießt Barguti große Popularität unter der palästinensischen Bevölkerung. Der israelische Premier Ariel Sharon lehnte eine vorzeitige Entlassung Bargutis für die Wahl ab. Bei den Wahlen vom 9. Januar 2005 unterlag Barguti jedoch mit 19,7% der Stimmen gegenüber seinem Konkurrenten Abbas, der mit 66,3% zum Nachfolger Arafats als Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde gewählt wurde.

Barguti ist mit seiner Frau Fadwa verheiratet und Vater von zwei Kindern.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameMarwan Barguti

Geboren am05.06.1960

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortRamallah (West Bank, Palästina)