Biografie

Martina Navrátilová

Die US-amerikanische Tennisspielerin tschechoslowakischer Herkunft zählte in den 1970er 1980er und 1990er Jahren zu den besten Spielerinnen der Welt. Mit 18 gewonnenen Grand-Slam-Titeln im Einzel, 31 Grand-Slam-Titeln im Doppel und insgesamt 167 erfolgreichen Turnieren stellte sie einen Rekord im Damentennis auf. Das traditionsreiche Turnier von Wimbledon gewann Martina Navrátilová neunmal (1978, 1979, 1982-1987, 1990). Den Federation Cup gewann Navrátilová 1975 für ihr Geburtsland Tschechoslowakei und 1982 für ihre Wahlheimat, die Vereinigten Staaten. Zu der Gesamtbilanz in ihrer langen Sportkarriere gehören 1.439 Spielgewinne und nur 213 Niederlagen...
Martina Navrátilová wurde als Martina Subertowa am 18. Oktober 1956 in Revnice im tschechoslowakischen Prag geboren.

Navrátilová fand durch ihren Stiefvater Navratil zum Tennissport. Durch ihn erwarb sie sich die ersten Kenntnisse in dem Sport. Schnell konnte sie sich für Tennis begeistern, in dem sie in der Folgezeit erstaunliche Fähigkeiten entwickelte. In den Jahren von 1972 bis 1975 wurde sie tschechoslowakische Meisterin. 1973 konnte sie erstmals das Juniorenturnier in Wimbledon für sich entscheiden. Zu ihrer frühen Bilanz bis zum Jahr 1974 zählt unter anderem das siebenfache Erreichen eines Endspiels in Grand-Slam-Turnieren. Viermal gewann sie mit ihrer Doppel-Partnerin Chris Evert Grand-Slam-Finale. In dem traditionsreichen Turnier im Londoner Stadtteil Wimbledon gewann sie im Jahr 1977 das Doppel mit Chris Evert. Während einer Tennis-Tour im Jahr 1975 blieb sie in den USA und stellte erfolgreich einen Antrag auf politisches Asyl.

Im Jahr 1981 nahm sie die amerikanische Staatsbürgerschaft an. 1978 konnte sie ihren bisher größten Erfolg im Einzelspiel verbuchen, als sie das Finalspiel gegen ihre große Konkurrentin und gleichzeitige Doppel-Partnerin Chris Evert in Wimbledon gewann. Das renommierte Turnier gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft. Schon ein Jahr später verließ sie abermals als Siegerin den Rasenplatz in Wimbledon. Diesmal unterlag ihr Billie Jean King. Im gleichen Jahr, 1979, wurde sie Nummer eins der auf der Weltrangliste geführten Tennisspielerinnen. Navrátilová entwickelte sich zur weltbesten Tennisspielerin mit hoher Konstanz. In den Jahren von 1982 bis 1987 führte sie in insgesamt 282 Wochen die Weltrangliste an. In dieser Zeit gewann sie sechsmal hintereinander das Finalspiel im Einzel des Wimbledon-Turniers. Und auch im Jahr 1990 konnte sie das traditionsreichste Tennisturnier der Welt für sich entscheiden.

Zu ihrer weiteren sportlichen Erfolgsbilanz zählen unter anderem vier Siege bei den US-Open in den Jahren 1983, 1984, 1986 und 1987, zwei Siege bei den French Open in den Jahren 1982 und 1984 und drei Siege bei den Australian Open in den Jahren 1981, 1983 und 1985. Was ihr im Einzel verwehrt blieb, konnte sie im Jahr 1984 mit ihrer Spielpartnerin Pam Shriver verwirklichen und den Grand Slam gewinnen. Zu ihren insgesamt 167 Turniersiegen zählen allein 18 Grand-Slam-Erfolge. Martina Navrátilová konnte sich über 20 Jahre lang unter den ersten fünf besten Tennisspielerinnen der Welt halten. Neben ihrer Karriere als weltbeste Einzelspielerin, die besonders in den achtziger Jahren das Tennis dominierte, verfolgte sie auch mit großem Erfolg das Doppelspiel. Ingesamt zehnmal konnte sie in dieser Disziplin das US-Open-Turnier gewinnen und neunmal in Wimbledon. Sie gewann in ihrer ganzen Karriere 169 Doppel-Titel.

Im Jahr 1992 stellte Martina Navrátilová mit dem Sieg beim Virginia-Slims-Turnier in Chicago einen neuen Rekord auf: Mit diesem Erfolg konnte sie ihren 158. Grand-Prix-Sieg im Einzelmatch verbuchen. Ein weiterer Rekord bedeutete der Sieg über Monica Seles im Finalspiel der French Open im Jahr 1993. Sie war damit die älteste Spielerin, die eine Weltranglistenerste bezwang. 1994 war sie nahe daran, einen weiteren Rekord aufzustellen. In dieser Zeit stand sie mit 37 Jahren zum wiederholten Mal im Endspiel in Wimbledon. Ein Sieg gegen ihre Gegnerin, die Spanierin Conchita Martinez, hätte den zehnten Wimbledon-Sieg bedeutet. 1994 gab sie offiziell ihren Rücktritt vom internationalen Turniertennis im Einzel bekannt. In diesem Jahr spielte sie letztmalig auf dem Viginia-Slims-Turnier in New York. Zu den Besonderheiten ihres Tennisspiels gehört unter anderem, dass Martina Navrátilová Linkshänderin ist.

Zu ihren Vorzügen zählte das Serve-and-Volley-Spiel. Die Tennisspielerin verfasste ihre Autobiografie, die im Jahr 1991 unter dem Titel "So bin ich" auf dem deutschsprachigen Markt erschien. 2000 wurde sie in die Hall of Fame des Tennissports aufgenommen. Im gleichen Jahr feierte sie ein kurzzeitiges Comeback. Sie trat im Doppel mit ihrer Partnerin, der südafrikanischen Spielerin Mariaan de Swardt, in Wimbledon an. Im Jahr darauf wiederholte sie dort ihre Teilnahme mit der Spanierin Aranxa Sánchez als Partnerin. 2002 gewann sie das WTA-Turnier in Madrid im Doppel zusammen mit Natascha Zwerewa. Damit brach sie den Rekord von Billy Jean King als älteste Siegerin eines WTA-Turniers. Im WTA-Turnier im englischen Eastborn startete die 45-jährige Martina Navrátilová im Jahr 2002 bei den Einzelmatches.

Dabei besiegte sie die um fast 20 Jahre jüngere und an Nummer 22 der Weltrangliste geführte Russin Tatjana Panowa in einem nur 96 Minuten währenden Dreisatzspiel. Den Auftritt in Eastbourne deutete Martina Navrátilová nicht als Comeback, sondern als Einlösung einer verlorenen Wette mit ihrer Trainerin Gieselle Tirado. 2003 beim WTA-Turnier in Amelia Island/Florida wurde die damals 46-jährige Ausnahmespielerin für den unerhörten Gewinn des "Super Slams" von der WTA-Tour ausgezeichnet. Ihr gelang es als erste Spielerin in der Tennisgeschichte, sämtliche Einzel-, Doppel- und Mixed-Titel bei allen vier Grand-Slam-Turnieren zu holen. Im Mai 2006 gewann Navrátilová beim Turnier in Straßburg an der Seite von Liezel Huber (Südafrika) ihren 173. Doppeltitel. Bereits im Vorfeld erklärte Navrátilová, sie wolle nach den US Open 2006 ihre aktive Karriere beenden.

Im Finale der Mixed-Doubles nutzte sie die Chance, in ihrem letzten Match einen letzten Grand-Slam-Titel zu gewinnen. An der Seite von Bob Bryan siegte sie über Kveta Peschke und Martin Damm. Mit insgesamt 59 Major-Titeln beendete die Amerikanerin ihre Laufbahn auf dem zweiten Platz hinter Margaret Smith Court (insgesamt 62 Grand-Slam-Titel).

NameMartina Navrátilová

Geboren am18.10.1956

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortRevnice, Prag (Tschechoslowakei)