Biografie

Martin Kannegiesser

Der Diplomkaufmann führte als mittelständischer Unternehmer die "Herbert Kannegiesser GmbH" für industrielle Wäschereitechnik in Vlotho/Westfalen zu einem der weltweiten Marktführer. Ab 1983 war er Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Herford und bis 1992 stellvertretender Landesvorsitzender der CDU NRW und im Bundesvorstand der CDU-Mittelstandsvereinigung. Bekannt wurde Martin Kannegiesser ab 1994 als Verhandlungsführer des Arbeitgeberverbandes "Metall" NRW. Das verbandspolitische Engagement von Kannegiesser gipfelte im September 2000 in seiner Berufung zum Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, dem er seither vorsteht...
Martin Kannegiesser wurde am 10. November 1941 in Posen geboren.

Nach den Kriegswirren kam er mit den Eltern nach Westfalen, die dort eine Maschinenfabrik betrieben. Kannegiesser besuchte in Bad Oeynhausen die Schule. Nach dem Abitur nahm er 1961 ein Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an der Universität Köln auf. 1965 schloss er die Studien mit dem Diplom ab. Bereits während des Studiums war Kannegiesser in der Maschinenfabrik der Familie in Vlotho tätig gewesen, in die er 1966 als Vertriebsleiter einstieg. Nachdem sein Vater erkrankt war, wurde Kannegiesser Mitte 1968 auch an die Spitze der Geschäftsleitung berufen. Schließlich rückte er 1974 infolge des Todes des Vaters zum Inhaber der Fabrik auf.

In den folgenden Jahren baute der Unternehmer die Fabrik "Herbert Kannegiesser GmbH" zum marktführenden Maschinenproduzenten für Bekleidungstechnik, Fixiermaschinen und Wäschereitechnik auf. Seine unternehmerische Betätigung ergänzte Kannegiesser schon frühzeitig durch ein entsprechendes partei- und verbandspolitisches Engagement. Seit 1974 machte er seine Wirtschaftsinteressen in der CDU-Mittelstandsvereinigung geltend. 1975 berief man ihn zum Vorsitzenden des Metallarbeitgeberverbandes im Kreis Herford, 1983 rückte er zum Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes Herford auf. 1988 übertrug man Kannegiesser den Vorsitz über das berufliche Weiterbildungswerk der Wirtschaft im Kreis Herford.

Im Jahr 1994 übernahm er die Verhandlungsführung für den Verband der Metall- und Elektroindustrie Nordrhein-Westfalen, zu dessen Vorsitzenden er 1996 aufstieg. Mitte 1997 wurde Kannegiesser zum Vizepräsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall gewählt. In dieser Funktion verschaffte er sich im Frühjahr 2000 durch seinen Verhandlungserfolg gegenüber den Gewerkschaften, durch den Tarifauseinandersetzungen verhindert wurden, große Anerkennung. Im September 2000 wurde Kannegiesser als Nachfolger von Werner Stumpfe zum Präsidenten des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall gewählt.

In dieser Funktion vertrat der erfahrende Verbandsfunktionär in den folgenden Jahren einen neuen Arbeitgeberkurs gegenüber den Gewerkschaften, der auf einer flexibleren, an den Bedürfnissen der Betriebe orientierten Tarifpolitik beruhte. Im Juni 2002 wurde der Arbeitgeberpräsident Gesamtmetall für weitere zwei Jahre in diesem Amt bestätigt. Angesichts der sich verschärfenden Wirtschaftskrise geriet Kannegiesser 2003 in harte Auseinandersetzungen mit der IG Metall, die sich unter der Führung von Klaus Zwickel zu einem zähen Tarifstreit entwickelten. Dabei kam es im Juni 2003 auch zur Bestreikung der Metallindustrie in den neuen Bundesländern, die zum Teil die Automobilproduktion in Deutschland erheblich beeinträchtigte.

Mit dem Abbruch der Streikaktionen nach vier Wochen konnte der Arbeitgeberpräsident hier jedoch einen der größten Siege über die Gewerkschaften in der Geschichte der deutschen Tarifauseinandersetzungen verbuchen.

Martin Kannegiesser ist verheiratet und Vater eines Kindes.


Bedeutende deutsche Wirtschafts- und Gewerkschaftsfunktionäre

NameMartin Kannegiesser

Geboren am10.11.1941

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortPosen (PL).