Biografie

Mario Draghi

Der italienische Wirtschafts- und Finanzpolitiker, Bankmanager und Wirtschaftswissenschaftler stellt seit 2011 den Präsidenten der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main. 2005 wurde der Ökonom Mitglied des Rates der EZB und als Gouverneur der Banca d’Italia Chef der italienischen Zentralbank. Davor vertrat er sein Land bei der Weltbank und arbeitete beim italienischen Finanzministerium. Aus seiner Zeit als Vizepräsident der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs London rührt sein profundes Wissen um die Perspektiven der Privatbanken. Daneben unterrichtete er als Wirtschaftsprofessor an den international renommierten Universitäten von Florenz und Harvard...
Mario Draghi wurde am 3. September 1947 in Rom geboren.

Aufgewachsen ist er in gutbürgerlichen Verhältnissen als Sohn eines hochrangigen Bankiers der italienischen Zentralbank. Noch im Kindesalter verstarb 1962 der Vater; weinig später auch seine Mutter, worauf er früh die Verantwortung für seine jüngeren Geschwister trug. Unterdessen besuchte Draghi die von Jesuiten geführte katholische Privatschule Istituto Massimo in Rom. Nach Abschluss der Hochschule studierte er unter anderem bei Federico Caffè Wirtschaftswissenschaften an der Universität La Sapienza, Rom. Seine Ausbildung vollendete er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge bei Boston, wo Draghi unter anderem an Vorträgen von Nobelpreisträgern wie Franco Modigliani und Paul A. Samuelson oder den Ökonomen Rudiger Dornbusch und Stanley Fischer teilnahm.

Im Jahr 1976 erfolgte am MIT seine Promotion zum Ph.D. Darauf wurde er für Italien innerhalb der Weltbank tätig. Von 1981 bis 1991 wurde Draghi als Professor an die Universität Florenz berufen; ab 2001 unterrichtete er an der Harvard University. Von 2002 bis 2005 wurde er zum Vizepräsidenten der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs in London ernannt. Daneben wurde er Mitglied des Aufsichtsrates von Eni, IRI und der Banca Nazionale del Lavoro. 2005 wurde der Ökonom Mitglied des Rates der EZB und als Gouverneur der Banca d’Italia Chef der italienischen Zentralbank, die seinerzeit durch den Amtsvorgänger Antonio Fazio von Skandalen erschüttert war. Rasch stellte er das Vertrauen in die Institution wieder her. Weiter leitete er das Forum für Finanzstabilität am Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel.

Draghi erwarb sich in der Finanzwelt weit reichende Anerkennung. Ausgezeichnet wurde er mit dem Großkreuz des italienischen Verdienstordens. Nachdem Axel Weber, der als Nachfolger von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet gehandelt wurde, sein Amt als Präsident der Deutschen Bundesbank niederlegt hatte, verständigten sich Beobachter rasch auf Draghi als neuer Favorit für diesen Posten. Die offizielle Designation des Römers erfolgte vom Rat der Europäischen Union am 17. Mai 2011. Am 24. Juni 2011 wurde er vom Europäischen Rat offiziell als Nachfolger des scheidenden Jean-Claude Trichet bestimmt. Mario Draghi trat das Amt des EZB-Präsidenten, für das er bis 2019 gewählt wurde, am 1. November 2011 an. Seine Amtseinführung stellte ihn unmittelbar vor eine Herkules-Aufgabe; in der ersten dramatischen Krise des Euros und dem drohenden Bankrott zahlreicher europäischer Staaten, ging es um nicht weniger als die Währung vor ihrem Zerfall zu bewahren.

Indes entstand bis 2014 auf dem ehemaligen Großmarktgelände in Frankfurt am Main die neue Verwaltung der Europäischen Zentralbank.
European Central Bank Eurosystem
Prof. Mario Draghi
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DE - 60311 Frankfurt am Main
Germany

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F.: + 49 (0) 69 13 44 60 00
W.: www.ecb.int
E.: info@ecb.europa.eu

NameMario Draghi

Geboren am03.09.1947

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortRom (I).