Biografie

Abdullah Öcalan

Der kurdische Politiker und Autor politischer Schriften war von 1978 bis 2002 Führer der PKK "Partiya Karkerên Kurdistan", (Arbeiterpartei Kurdistans). Ziel war die Durchsetzung einer freien Autonomie des Kurdengebietes. Aufgrund zahlreicher Verbrechen zur Durchsetzung seiner politischen Ziele wurde er im Jahr 1999 durch den türkischen Geheimdienst verhaftet. Im anschließenden Prozess, der weltweites Aufsehen erregte, wurde Abdullah Öcalan wegen Hochverrat, Bildung einer terroristischen Vereinigung, Sprengstoffanschlägen, Raub und Mord, zum Tode verurteilt...
Abdullah Öcalan wurde als Sohn einer armen Bauernfamilien am 4. April 1949 im kurdischen Halfetti geboren.

Nach Abschluss der Schule studierte Abdullah Öcalan ab Mitte der 1970er Jahre Politologie in Ankara. Dort entwickelte sich auch seine politische Gesinnung, nach der er 1978 die PKK "Partiya Karkerên Kurdistan", (Arbeiterpartei Kurdistans) gründete und zugleich deren "Führer" wurde. Damit machte es sich Abdullah Öcalan zur Aufgabe, einen eigenen sozialistischen, kurdischen Staat zu gründen. Als Generalsekretär der PKK engagierte sich Öcalan für die Kultur und Rechte der kurdischen Minderheit in der Türkei. Unter anderem verlangte er die Anerkennung der kurdischen Sprache im Schulunterricht und im Rundfunk.

Ab dem Jahr 1984, nachdem die Bemühungen auf politischer Ebene ergebnislos blieben, kämpfte die PKK zur Durchsetzung ihrer Ziele gegen die türkische Armee mit Waffen. Öcalan, der sich während dieser Zeit ins syrische Damaskus absetzte, steuerte von dort aus die Aktivitäten der PKK. Über 30.000 Menschen auf beiden Seiten ließen bei den grausamen Massakern, Hinrichtungen und Folterungen ihr Leben. Die Motive des bewaffneten Kampfes umfassten nationalistische Gesinnung über Armutserfahrungen bis zur Bekämpfung des Feudalsystems, besonders in der südöstlichen Türkei.

Im Jahr 1998 wurde Abdullah Öcalan aus Syrien ausgewiesen. Nach seiner Fluch, die ihn durch Europa, Asien und schließlich nach Afrika führte, ließ er sich in Kenia nieder. 1999 wurde Öcalan hier vom türkischen Geheimdienst aufgespürt, verhaftet und in die Türkei verschleppt, wo er noch im Juni des selben Jahres zum Tode verurteilt wurde. Menschenrechtsorganisatoren protestierten gegen das Urteil und warfen der türkischen Regierung einen unfairen Prozesses und Vorverurteilung vor. Im Hinblick auf die Aussicht einer Aufnahme der Türkei in die Europäische Union (EU) wurde seine Todesstrafe später vom Staatsparlament in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt.

Abdullah Öcalan ordnete aus der Haft den Kämpfern der PKK an, den bewaffneten Kampf einzustellen. Seit 1999 verbüßt Öcalan seine Haftstrafe in Isolationshaft auf der Gefängnisinsel Imrali im Marmarameer. Die türkische Regierung erkennt in ihm einen Terroristen und Verbrecher, der als "Staatsfeind Nummer Eins" gilt; für Kurden und Menschenrechtsorganisationen stellt Öcalan dagegen ein Freiheitskämpfer dar.

NameAbdullah Öcalan

Geboren am04.04.1949

GeburtsortHalfetti (Kurdistan)