Biografie

Manfred Schmider

NameManfred Schmider

Geboren am26.03.1949

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortKarlsruhe (D).

Manfred Schmider

Der ehemalige Gebrauchtwagen- und Schrotthändler vollzog als einstiger "FlowTex" Chef mit Horizontal-Bohrmaschinen eine beispiellose Erfolgsgeschichte, die ihn zum Vorzeigemanager der Deutschen Wirtschaft werden ließ. Durch eine brillante wie auch kindlich naive Betrugsserie gelang es dem Karlsruher indes ein Vermögen anzuhäufen. In dieser Position gesellten sich Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft um ihn und Manfred Schmider führte ein Leben in verschwenderischem Luxus. 2000 endete seine Karriere mit der Festnahme durch die Staatsanwaltschaft Mannheim. Aufgedeckt wurde daraufhin der größte Wirtschaftsbetrug in der Geschichte der Bundesrepublik; Schmider hatte mit FlowTex über vier Milliarden Mark erschwindelt...
Manfred Schmider wurde 1949 im badischen Karlsruhe geboren.

Nach Abschluss der Volksschule eröffnete er, nach diversen selbstständigen Tätigkeiten in Karlsruhe einen Gebrauchtwagen- und Schrotthandel. Mitte der 1980er Jahre tauchte der Name Manfred Schmider erstmals in der Öffentlichkeit auf. So wurde er 1986 ein Fall für die TV-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst". Demnach sollen ihn zwei Personen entführt haben und anschließend in seinem Wohnhaus Wertgegenstände und Bargeld in Millionenhöhe entwendet haben. Der Allianz-Versicherung wurden zwei Millionen Mark in Rechnung gestellt. Der Fall wurde nicht aufgeklärt und die Ermittlungen eingestellt. Noch im selben Jahre erwarb Schmider bei der Firma FlowMole in den USA eine Lizenz für eine mobile Horizontal-Bohrmaschine, die es ermöglichte, unterirdische Leitungen mehrere hundert Meter lang zu bohren.

Mit seinem Kompagnon, dem Bauingenieur Klaus Kleiser, gründete er noch 1986 die Firma KSK sowie die Firma FlowTex. KSK verkaufte nun Horizontal-Bohrmaschinen an Banken und Leasinggesellschaften, um sie dann an FlowTex zu vermieten. Noch im selben Jahr, 1986, bestellte FlowTex die ersten 100 Bohrmaschinen. Zunächst wurden diese auch ausgeliefert. Später genügte den Banken eine Rechnung oder ein Besitzdokument um den Kaufpreis einer nicht existierenden Maschine zu überweisen. KSK leitete dann das Geld an FlowTex weiter, die damit die Leasingraten bezahlten. Binnen weniger Jahre avancierte Manfred Schmider zum Vorzeigeunternehmer. Um den Erfolg des Unternehmens auch nach Außen zu dokumentieren, wurden große Summen für TV-Werbung und Sponsoringmaßnahmen bei internationalen Sportveranstaltungen ausgegeben.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel lobte FlowTex als "Schmuckstück" der Landeswirtschaft. Schmider erwarb ein Villenanwesen auf dem Karlsruher Turmberg. Weiter kaufte er mondäne Villen in Cannes, Miami und Ibiza, ein Chalet mit begehbarem Tresor in St. Moritz sowie einige Appartements in diversen Metropolen der Welt. Die vermeidlichen Täter des Schmider Raubes aus dem Jahr 1986 gestanden überraschend im Jahr 1995 der Staatsanwaltschaft Karlsruhe ihre Mittäterschaft. Demnach soll der Raub in Abstimmung mit Schmider durchgeführt worden sein. Die Verantwortlichen stellten das Verfahren dennoch ein, weil die Aussagen der beiden Täter in diversen Details voneinander abwichen. Schmider bewarb sich 1995 beim Land um die freigewordene Kanadische Luftwaffenbasis Baden/Söllingen. Um das lädierte Image von FlowTex zu stärken, machte Manfred Schmider den ehemaligen FDP-Chef von Baden-Württemberg, Jürgen Morlok zum Unternehmenssprecher.

Schmider erhielt trotz negativer Presse den Zuschlag für den Flughafen plus einem Betrag von 35 Millionen Mark Landeszuschuss und weiteren 22 Millionen Mark von Nachbargemeinden für den geplanten Umbau zum Flughafen "Baden-Airpark" mit Ansiedelung von diversen Gewerbetreibenden und Gastronomie. Morloks Verbindungen zu Parteifreund und Wirtschaftsminister Döring haben diese Entscheidung zumindest nicht behindert. 1998 erwarb er für 20 Millionen Mark die 55 Meter lange Privat-Jacht "Maalana" des Prinzen von Brunei und auf dem Baden-Airpark bei Baden-Baden sollte bis 2001 die neue Firmenzentrale von FlowTex entstehen. 1999 machte Erwin Teufel den ersten Spatenstich. Gemeinsam mit der Commerzbank und dem FlowTex Finanzchef Karl Schmitz begannen 1999 die Gespräche zur Auflage einer Anleihe, die am Kapitalmarkt platziert werden sollte.

Geplant waren fünf Anleihen mit einem Gesamtwert von 2,5 Milliarden Mark. Die renommierte Ratingagentur Standard & Poor's wurde beauftragt, eine Unternehmensanalyse durchzuführen, mit dem Ergebnis einer mehr als lobenswerten Bilanz. Auch wurde das Unternehmen über Jahre hinweg vom Wirtschaftsprüfern der KPMG ohne Beanstandungen geprüft. Ständig mussten indes von den Chefs neue Typenschilder für nicht existente Maschinen gebastelt und Besitzurkunden gefälscht werden. Wenn neue Maschinen von den Banken besichtigt werden sollten, wurden nur die Typenschilder ausgetaucht. Da diese Geräte neu aussehen mussten, existierten zahlreiche nie gebrauchte Einheiten nur zur Vorführung bei Geldgebern.

Am 4. Februar 2000 wurden Manfred Schmider und Klaus Kleiser festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Mannheim warf ihnen betrügerische Geschäfte und Steuerhinterziehung vor. Demnach verkaufte die KSK insgesamt 3411 Horizontalbohrmaschinen, von denen tatsächlich nur 270 existierten. Die Betrugssumme belief sich damit auf 4,3 Milliarden Mark. Damit stellt die FlowTex-Affäre den größten Wirtschaftsbetrug in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland dar. Im Rahmen der Beweisaufnahme stellte sich auch die Geschäftsführerin der Schmider-Kleiser-Gruppe, Angelika Neumann, der Staatsanwaltschaft und der deutsch-syrische Geschäftsmann Mohamed Yassin Dogmoch geriet in den Verdacht der Mittäterschaft. Im August 2000 wurde auch FlowTex Finanzchef Karl Schmitz festgenommen und Manfred Schmiders Bruder Matthias mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Am 18. Dezember 2001 wurde Manfred Schmider vom Mannheimer Landgericht als einer der Hauptverantwortlichen zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Klaus Kleiser erhielt eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten. Den ehemaligen FlowTex-Finanzchef Karl Schmitz verurteilten die Richter zu sechseinhalb Jahren Freiheitsentzug. Die Ex-Geschäftsführerin der FlowTex-Tochter KSK, Angelika Neumann, musste für sieben Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Am 12. März 2002 wurde sein Bruder Matthias Schmider wegen Betrugs und Beihilfe zum Betrug zu einer Haftstrafe von sechs Jahren und sieben Monaten verurteilt. Sein Geschäftspartner Massimo Corbari erhielt wegen Beihilfe zum Betrug eine Strafe von drei Jahren und drei Monaten. Obwohl Manfred Schmider erst knapp die Hälfte seiner Strafe abgesessen hatte, erhielt er ab Juli 2006 den Status eines Freigängers und wurde am 2. Oktober 2007 auf Bewährung entlassen. Im Anschluss zog Schmider nach Mallorca. 2019 wurde seine Geschichte unter dem Titel "Big Manni" für das Fernsehen verfilmt.

NameManfred Schmider

Geboren am26.03.1949

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortKarlsruhe (D).

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