Biografie

Ludwig Josef Johann Wittgenstein

Der österreichische Philosoph und Logiker gilt als einer der bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Er gilt als Begründer der sprachanalytischen Philosophie. Ludwig Josef Johann Wittgenstein lehrte in einem seiner Hauptwerke mit dem Titel "Tractatus Logico-Philosophicus" (1921), dass die Erkenntnis die voneinander unabhängigen Tatsachen abbilden. In seinen späteren "Philosophischen Untersuchungen" revidierte er die meisten zuvor gemachten Aussagen. So lehnte er später eine ideale Sprache ab, erkannte dafür eine Vielfalt von Sprachspielen der "natürlichen Sprache". Nach Ludwig Wittgenstein werden immer dann Fehler begangen, wenn verschiedene Sprachspiele unabsichtlich durcheinander gebracht werden...
Ludwig Josef Johann Wittgenstein wurde am 26. April 1889 als Sohn des Stahl-Unternehmers Karl Wittgenstein in Wien geboren.

Wittgenstein erhielt bis zum 14. Lebensjahr Privatunterricht. Danach besuchte er die Realschule in Linz. Ab dem Jahr 1906 studierte er an der Technischen Hochschule in Berlin-Charlottenburg Maschinenbau. Nach vier Semestern siedelte er nach England über. Dort setzte er sein Studium in Manchester fort und machte erstmals mit der akademischen Philosophie Bekanntschaft.

Er lernte die Werke des englischen Mathematikers und Philosophen Lord Bertrand Russell kennen, die ihn maßgeblich beeinflussten. Daraufhin wechselte er im Jahr 1912 zu den Fächern Mathematik und Logik an die Universität Cambridge, die er bei Russell studierte. In den beiden Jahren 1913 und 1914 hielt er sich in Norwegen auf. In dieser Zeit beschäftigte sich Wittgenstein mit der Entwicklung einer Theorie über die Grundlage der Logik und der Wirkungsarten der Sprache.

Sein Schaffen stand unter den Einfluss des deutschen Philosophen Gottlieb Frege. Ab dem Jahre 1912 begann Wittgenstein mit Arbeiten an seinem ersten philosophischen Werk, der Logisch-philosophischen Abhandlung, die er in einem Tagebuch als Notizen bis 1917 festhielt. Auch während seiner Zeit als österreichischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg arbeitete er daran weiter, bis er das Werk schließlich im Sommer 1918 vollendete.

Er geriet indes 1918 in italienische Gefangenschaft. Nach seiner Entlassung verschenkte er aus christlichen Motiven ein riesigen Vermögen und absolvierte eine Ausbildung zum Volksschullehrer. 1920 wurde er dann als Pädagoge in Österreich tätig. 1921 erschien eine fehlerhaften Version seiner Schrift in der Zeitschrift "Annalen der Naturphilosophie". 1922 wurde schließlich eine zweisprachige Ausgabe unter dem heute bekannten Titel der englischen Übersetzung veröffentlicht: "Tractatus Logico-Philosophicus".

Dieses Hauptwerk wurde auch die einzige Schrift die zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde. Das Werk zeichnet sich dadurch aus, dass ihr Autor vermutlich als erster die Wahrheitswerttafeln der Aussagenlogik anwendete. Im "Tractatus" entwickelte er seine Idee von einer künstlichen und logisch vollkommenen Sprache, da die natürliche mit Unzulänglichkeiten wie zum Beispiel der Mehrfachbedeutung von Wörtern behaftet sei.

Seine neue Sprache sollte aus Symbolen bestehen, ähnlich wie sie die Logik verwendet. Im Vorwort dazu kündigte er an, alle philosophischen Probleme durch diese Untersuchung der Sprache gelöst zu haben. Dort ist dann sein Satz nachzulesen: "Die Möglichkeit des Satzes beruht auf den Prinzipien der Vertretung von Gegenständen durch Zeichen". Demzufolge kann der Mensch ausschließlich über die wahrnehmbaren Gegenstände der Welt reden und nicht über abstrakte Begriffe.

Da er von seiner vollständigen Lösung aller philosophischen Probleme überzeugt war, verlor Wittgenstein nach der Fertigstellung des "Tractatus" jegliches Interesse an der Philosophie. 1926 siedelte er nach Wien über. Dort lernte er den Philosophen Moritz Schlick kennen und näherte sich dem Wiener Kreis, wo sein "Tractatus Logico-Philosophicus" zur Lektüre gehörte. 1929 verließ er Wien und zog nach Cambridge. Dort widmete er sich wieder der Philosophie.

Ein Stipendium ermöglichte ihm die Forschung an der dortigen Universität. In den Jahren von 1930 bis 1936 entwickelte er neue Gedanken, die er in Notizen festhielt und in Vorlesungen äußerte. Seit dem Jahr 1936 stellte er seine neuen Erkenntnisse zusammen. Dabei entstand die Abhandlung "Philosophische Untersuchungen", sein zweites Hauptwerk, das aber erst posthum im Jahr 1953 veröffentlicht wurde.

Darin verwarf er die meisten seiner Behauptungen aus seinem Erstling "Tractatus Logico-Philosophicus", ausgenommen die Destruktion der Philosophie. In den "Philosophischen Untersuchungen" behauptete er auch keine ideale Sprache mehr, so wie er es zuvor im "Tractatus" getan hatte, sondern er setzte eine Vielzahl von Sprachspielen wie Befehle, Geschichten erfinden, Theaterspiel oder das Gebet dagegen. Fehler führte Ludwig Wittgenstein darauf zurück, wenn die Grenzen der einzelnen Sprachspiele unbeabsichtigt verlassen werden.

Im Jahr 1939 folgte Wittgenstein dem Ruf als Professor an die Universität Cambridge. Er beschäftigte sich mit Fragen der Bedeutungsanalyse. Wittgenstein gilt als Begründer der sprachanalytischen Philosophie. Im Zweiten Weltkrieg war er in Krankenhäusern in London und in Newcastle tätig. Nach Kriegsende kehrte er an die Universität Cambridge zurück. Doch bereits drei Jahre später gab er seine akademische Laufbahn auf und zog sich nach Irland zurück.

Ludwig Josef Johann Wittgenstein starb am 29. April 1951 an Krebs in Cambridge.

NameLudwig Josef Johann Wittgenstein

Geboren am26.04.1889

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortWien (A).

Verstorben am29.04.1951

TodesortCambridge (GB).