Biografie

Ludwig II. (Bayern)

König Ludwig II. von Bayern war bekannt als "Märchenkönig" und großer Förderer und Bewunderer des Komponisten Richard Wagner. Ihm zu Ehren ließ er das Bayreuther Festspielhaus errichten. Er nahm 1866 am Krieg gegen Preußen teil; vollzog 1870/71 den Eintritt Bayerns in das Deutsche Reich. Auch als geschäftiger Bauherr machte er sich einen Namen, der die Gegend rund um Hohenschwangau prägte. Auf seine Veranlassung gehen unter anderem das berühmte Schloss Neuschwanstein sowie die Hofbauten Linderhof und Herrenchiemsee zurück. Ludwigs ausschweifende Bautätigkeit brachte Bayern an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Nach seiner Entmündigung am 10. Juni 1886 übernahm sein Onkel Luitpold als Prinzregent die Regierungsgeschäfte...
Prinz Ludwig II. wurde am 25. August 1845 in München als ältester Sohn von Kronprinz Maximilian und Kronprinzessin Marie Friederike geboren.

Er wurde auf den Namen Otto Friedrich Wilhelm Ludwig getauft. Mit dem Abdanken seines Großvaters König Ludwig I. 1848 übernahm nicht nur Ludwigs Vater die Regentschaft, sondern erwurde auch Kronprinz. Im gleichen Jahr wurde sein Bruder Otto geboren. Als Sechzehnjähriger machte der Kronprinz erstmals die Bekanntschaft mit der Musik von Richard Wagner. Am königlichen Hof- und Nationaltheater wurden 1861 "Lohengrin" und "Thannhäuser" aufgeführt. Nachdem sein Vater König Maximilian II. am 10. März 1864 starb, wurde Ludwig König von Bayern. Im gleichen Jahr lernte er in München Richard Wagner persönlich kennen, für den er eine außergewöhnliche Faszination entwickelte. Ludwig II. ließ die Fertigstellung des Monumentalwerkes "Ring der Nibelungen" vertraglich festlegen; demnach verpflichtete sich Wagner die Komposition innerhalb von drei Jahren fertig zu liefern und die Besitzrechte an den König abzutreten. Zur Aufführung des Nibelungenrings wurde der Bau eines Festspielhauses in München geplant; dazu konnte der bekannte Architekt Gottfried Semper verpflichtet werden.

Im Jahr 1865 kam es zu einem Besuch von Wagner bei Ludwig im Schloss Hohenschwangau. Nach dem Krieg von 1866 forderte der König zum Frieden mit Preußen Souveränitätsgarantien, über die sich die verantwortlichen Vertreter von Bayern hinwegsetzten. 1867 schloss er ein Bündnis mit Preußen. Im Jahr darauf, im Januar 1867 verlobte sich Ludwig II. mit Sophie, der Tochter des Herzogs Max. Im gleichen Jahr unternahm er eine Reise nach Eisenach zur Warthburg und nach Paris zur Weltausstellung, die er als "Graf von Berg" besuchte. In Frankreich besichtigte er außerdem das Schloss Pierrefonds. Bereits im Oktober wurde die Verlobung öffentlich wieder gelöst. Der bayerische Monarch plante 1868 erstmals das Projekt einer neuen Burg Hohenschwangau, dem späteren Neuschwanstein, aus der Ruine Vorderhohenschwangau. Unter der Bezeichnung "Meicost-Ettal" entwickelte Ludwig II. den Entwurf eines neuen Versailles bei Linderdorf. Dazu entwarf der Architekt Georg Dollmann einige Pläne.

Im Jahr 1869 wurde nach dem Entwurf von Eduard Riesel der Grundstein für die neue Burg Hohenschwangau gelegt. Ein Jahr später gab König Ludwig II. den Befehl zur Mobilmachung gegen Frankreich, das am 19. Juli 1870 gegen Preußen den Krieg erklärte. Der bayerische Monarch signalisierte Bismarck seine Bereitschaft zum Verfassungsbündnis. Am 30. November 1870 gab Ludwig II. durch ein von Bismarck aufgesetztes Schreiben, dem sog. Kaiserbrief an die dtsch. Fürsten den Anstoß zur Kaiserproklamation nach dem Sieg über Frankreich 1871. Im Mai 1872 wurde der Grundstein für das Festspielhaus in Bayreuth gelegt. Ein Jahr später erwarb Ludwig II. die Herreninsel im Chiemsee. Dort ließ er durch Georg Dollmann das Neue Versailles als Schloss Herrenchiemsee bauen. 1876 ließ Ludwig den Plan zum Thronsaal in Neuschwanstein anfertigen. Hofrat Lorenz von Düfflipp machte den König auf die horrenden Bauinvestitionen aufmerksam, die eine Zahlungsunfähigkeit androhten. Dieser Hinweis kostete ihn den Posten des Hofsekretärs, zu dem Ministerialrat Ludwig Bürkel ernannt wurde. 1880 besichtigte der König erstmals den Rohbau von Neuschwanstein. Der Schauspieler Josef Kainz wurde um diese Zeit von dem kunstsinnigen Regenten in Linderhof empfangen und zu gemeinsamen Exkursionen und einer Schweizreise zu den Wirkungsorten von Wilhelm Tell eingeladen.

Nachdem Richard Wagner am 13. Februar 1883 in Venedig verstarb, wurden seine sämtlichen Werke an der Münchner Hofbühne aufgeführt. 1884 erwarb Ludwig II. die Burgruine Falkenstein und zog in eine Wohnung in Schloss Neuschwanstein. Der finanzielle Kraftakt konnte durch eine Anleihe in Höhe von sieben Millionen Mark aufgefangen werden. Doch der König verplante das Geld bereits für weitere Bauinvestitionen wie Burg Falkenstein, Hubertuspavillon bei Linderhof, Maurischer Saal in Neuschwanstein und andere Projekte. Hofsekretär von Bürkel trat zurück, aber auch seine Nachfolger konnten die weitere Verschuldung nicht stoppen. Ungeachtet der Höhe von 14 Millionen Mark Schulden forderte Ludwig II. die Fortsetzung seiner Bautätigkeit. 1886 drohte er unter anderem mit Selbstmord, falls sich die Forderungen der Gläubiger gegen seine Schlösser richteten. Mehrere Fachgutachten erklären Ludwig II. für geistig und psychisch unheilbar gestört. Im Juni 1886 wurde er entmündigt, Prinz Luitpold, ein Onkel des Königs, übernahm die Regentschaft. Bei seiner Abholung ließ Ludwig II. die Staatskommission verhaften. Eine zweite Staatskommission brachte ihn dann von Neuschwanstein nach Schloss Berg.

Zusammen mit Professor Bernhard von Gudden, einem Gutachter, der die Krankheit Ludwig II. mit feststellte, kam der ehemalige König von Bayern am 13. Juni 1886 auf bisher ungeklärte Weise im Starnberger See um.

NameLudwig Friedrich Wilhelm Wittelsbach

AliasLudwig II. (Bayern)

Geboren am25.08.1845

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortSchloss Nymphenburg

Verstorben am13.06.1886

TodesortStarnberger See