Biografie

Ludwig Börne

Der deutsche Literatur- und Theaterkritiker trat als Journalist kritisch für soziale und politische Veränderungen in einem reaktionären Deutschland ein. Er gehörte zu der literarischen Vereinigung "Junges Deutschland", die sich unter anderem für Meinungsfreiheit und gegen den Absolutismus einsetzte. Seine Schriften zeichnen sich durch einen feinen, aber spitzen Schreibstil aus, durch den er die Zensur umging. Ludwig Börne gilt als Vorkämpfer der deutschen Freiheitsbewegung. 1825 veröffentlichte er seine "Denkrede" auf Jean Paul, den er den Romantikern als Gegenbeispiel eines zeitgenössischen Literaten vorstellte. Weiter war der Schriftsteller aufgrund seiner pointiert-humoristischen anschaulichen Schreibweise Wegbereiter der literarischen Kritik, insbesondere des Feuilletons...
Ludwig Börne wurde als Sohn einer jüdischen Familie am 24. Mai 1786 in Frankfurt am Main geboren.

Börne wuchs in Frankfurt auf und besuchte später ein Internat in Gießen. Von 1804 bis 1806 studierte er zunächst Medizin in Halle, dann ab 1807 Staats- und Kameralwissenschaften in Heidelberg. 1808 promovierte er zum Dr. phil. Das liberale Gesetz der napoleonischen Epoche, der Code Napoléon, verschaffte ihm als jüdischen Bürger Zugang zum Staatsdienst, 1811 wurde er Polizeiaktuarius in Frankfurt/M. 1815 erfolgte die Entlassung, da nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft und mit dem Wiener Kongress die alten Verhältnisse wiederhergestellt und die liberale französische Gesetzgebung verboten wurde – Juden waren somit für Staatsämter nicht mehr zugelassen.

Mit dem Übertritt zum Protestantismus änderte Börne 1818 auch seinen Namen, der ursprünglich Juda Löw Baruch lautete. In diesem Jahr begann er seine Tätigkeiten als Redakteur, Herausgeber und Mitarbeiter verschiedener liberaler Zeitungen. In seiner journalistisch-publizistischen Arbeit engagierte sich Börne für die Pressefreiheit, bürgerliche Freiheit und Demokratie. Er kritisierte aufs Schärfste die reaktionären Zustände seiner Zeit und wendete sich gegen absolutistisches Gedankengut. Auch wehrte sich der Journalist Börne nachdrücklich gegen den Antisemitismus seiner Zeit, unter dem er schon seit seiner Kindheit und auch noch später seitens seiner Kritiker zu leiden hatte. Seinen Einsatz verstand er als patriotischen Liberalismus, den er in Frankreich verwirklicht sah, im Gegensatz zum engen Nationalismus.

In dieser politischen Motivation sah Börne auch seine übrigen theater-, literatur- und kulturkritischen Arbeiten. Sie erschienen als Sammlung 1829 in den "Dramaturgischen Blättern" und stellten eine Zeitkritik in indirekter Weise dar, da ab 1819 die offene Kritik in der deutschen Staatenwelt nicht mehr möglich war. Trotz dieser Politisierung seiner Schriften unterschied Börne zwischen politischer und ästhetischer Kunst, deren Abgrenzung er auch forderte. Seine journalistische Auffassung machte auch nicht Halt vor der Autorität eines Johann Wolfgang von Goethe, den er ebenso kritisierte wie die rückwärts gewandten Romantiker. Von 1818 bis 1821 war Börne Herausgeber des als "Tagebuch der Zeit" angekündigten Blattes "Die Wage. Blätter für Bürgerleben, Wissenschaft und Kultur" mit politisch-kulturellem und publizistischem Programm.

Zugleich gab er 1819 die "Zeitung der freien Stadt Frankfurt" heraus. Ständig stieß Börne in seiner journalistisch-publizistischen Tätigkeit mit der bestehenden Zensur zusammen, was ihn veranlasste, die "Denkwürdigkeiten der Frankfurter Zensur" (1819) zu verfassen. In den "Karlsbader Beschlüssen" wurden 1819 sämtliche Zensurbestimmungen systematisch erfasst und bis in die 1840er Jahre immer weiter ausgebaut. Als Ausdruck des herrschenden reaktionären Systems wurden dadurch alle Bestrebungen nach Demokratie, politischer Freiheit und sozialer Gerechtigkeit unterdrückt. Um diesem Konflikt aus dem Weg zu gehen, entwickelte Börne einen hintergründigen Journalstil, der sich vor allen Dingen durch Satire und Witz auszeichnete.

Im Jahr 1825 veröffentlichte er seine "Denkrede" auf Jean Paul, den er den Romantikern als Gegenbeispiel eines zeitgenössischen Literaten vorstellte. Mit der französischen Julirevolution von 1830 ging Börne nach Paris. Sein Briefwechsel mit Jeanette Wohl wurde unter dem Titel "Briefe aus Paris" (1832) veröffentlicht, in denen er die europäischen und besonders die deutschen politischen Zustände heftig kritisierte. In diesen Schriften zeigte sich der Wandel Börnes vom Liberalen zum radikalen Republikaner. Aufgrund dieser Brief-Veröffentlichung wurde Börne auf dem Hambacher Freiheitsfest von 1832, an dem er selbst teilnahm, als Vorkämpfer der deutschen Freiheitsbewegung gefeiert. Mit seiner Präsenz an dieser antifeudalen Veranstaltung demonstrierte er seinen Willen zur politischen Tat.

In den letzten Lebensjahren litt Börne an einer Lungenkrankheit. Er überwarf sich mit Heinrich Heine. Erst nach seinem Tod kam die Satireschrift "Menzel der Franzosenfresser" (1837) heraus, in der er den Stuttgarter Literaturkritiker Wolfgang Menzel scharf attackierte. Zu Börnes weiteren Schriften gehören die 14 Bände umfassenden "Gesammelten Schriften" (1829 – 1834) und "La Balance. Revue allemande et française" (1836).

Ludwig Börne starb am 12. Februar 1837 in Paris.

NameLudwig Börne

Geboren am24.05.1786

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortFrankfurt / Main (D).

Verstorben am12.02.1837

TodesortParis (F).