Biografie

Heinrich Böll

Der deutsche Schriftsteller und Übersetzer gilt als einer der bedeutendsten deutschen Autoren der Nachkriegszeit. Heinrich Böll schrieb Gedichte, Kurzgeschichten und Romane, von denen auch einige verfilmt wurden. Zu seinen erfolgreichsten Werken zählen "Billard um halbzehn", "Ansichten eines Clowns" und "Gruppenbild mit Dame". 1974 erschien sein wohl populärstes Werk, "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Den Nobelpreis für Literatur bekam er 1972; Böll war nach 43 Jahren der erste deutsche Schriftsteller, dem diese Auszeichnung zuteil wurde. Durch sein politisches Engagement wirkte er, gemeinsam mit seinem Freund Lew Kopelew, auf die europäische Literatur der Nachkriegszeit...
Heinrich Böll wurde am 21. Dezember 1917 in Köln geboren.

Sein Vater, Viktor Böll, war Schreiner und Bildhauer. Ab 1924 besuchte er die Volksschule und ging vier Jahre später zu dem staatlich humanistischen Kaiser-Wilhelm-Gymnasium in Köln. Nach Ablegung des Abiturs begann er eine Lehre als Buchhändler in Bonn. Doch diese Ausbildung brach er wieder ab. Im Alter von 17 Jahren fing er an, erste Gedichte zu schreiben. Im Sommer 1939 nahm er an der Universität zu Köln ein Studium der Germanistik und der klassischen Philologie auf. Im Dezember 1938 wurde Böll zum Kriegssdienst eingezogen. Hier kämpfte er in Frankreich, der Sowjetunion, Rumänien, Ungarn und in Deutschland.

Er blieb im Krieg, bis er im April 1945 in amerikanische Kriegsgefangenschaft geriet, aus der er im September 1945 wieder entlassen wurde. Indes heiratete er 1942 Annemarie Cech, die er sechs Jahre vorher kennen gelernt hatte. Sie war Lehrerin. Böll bekam mit ihr drei Söhne. Als er 1945 nach Köln zurückkehrte, nahm er sein Studium der Germanistik wieder auf. In der Zeit fing auch seine schriftstellerische Tätigkeit an. Das erste Buch "Der Zug war pünktlich" wurde 1949 veröffentlicht. Danach folgte "Wanderer kommst du nach Spa…" Dieses Werk war ein Sammelband mit 25 Kurzgeschichten. 1951 bekam Böll den Preis der Gruppe 47 für seine satirische Geschichte "Die schwarzen Schafe". Auch der Antikriegsroman "Wo warst Du Adam" wurde veröffentlicht.

Zwei Jahre später beendete er den Roman "Und sagte kein einziges Wort". Hierin erzählte er die Geschichte eines Heimkehrers, der durch das Elend der Lebens- und Wohnverhältnisse eine gefährdete Ehe führte. In den fünfziger Jahren erschienen noch weitere Romane wie "Haus ohne Hüter", "Das Brot der frühen Jahre", diese Erzählung wurde sogar 1962 verfilmt und ein Reisebericht "Irisches Tagebuch" erschien. Dieses Land hatte er zuvor bereist. 1958 erhielt Böll für "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satire" den Eduard-von-der-Heydt-Preis der Stadt Wuppertal. Ein Jahr danach bekam er wieder einen Preis und zwar den Großen Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalens für den Roman "Billard um halbzehn".

Der Bestseller "Ansichten eines Clowns", der verfilmt und als Theaterstück inszeniert wurde, erschien 1963. 1967 bekam er den Georg Büchner Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. 1971 schrieb er "Gruppenbild mit Dame". Dieser Roman wurde später auch verfilmt. Im selben Jahr wurde er zum Präsidenten des internationalen PEN-Clubs gewählt. Dieses Amt hatte er bis 1974 inne. Kurz danach wurde sein Artikel "Will Ulrike Meinhof Gnade oder freies Geleit?" im Spiegel veröffentlicht. Dieser brachte ihm öffentliche Kontroversen ein. Sie bekam wirklich freies Geleit. Den Nobelpreis für Literatur bekam er 1972, der nach 43 Jahren zum ersten Mal wieder an einen deutschen Schriftsteller vergeben wurde. 1974 gewährte Böll Alexander Solschenizyn Aufnahme.

In dieser Zeit erschienen auch die Bücher "Die verlorene Ehe der Katharina Blum" und "Berichte zur Gesinnungslage der Nation". Fünf Bände einer Werksausgabe und "Einmischung erwünscht. Schriften zur Zeit" erschienen zu seinem 60. Geburtstag. In den folgenden Jahren beschäftigte sich er sich zunehmend mit den politischen Problemen seiner Heimat und anderer Länder wie Polen, Südamerika oder der Sowjetunion. Böll setzte sich sehr kritisch mit ihnen auseinander. Die sowjetischen Dissidenten Alexander Solschenizyn und Lew Kopelew waren Gäste in seinem Haus. Gemeinsam mit seinem Freund Kopelew wirkte er auf die europäische Literatur der Nachkriegszeit. 1983 wurde Böll zum Professor ernannt und gleichzeitig wurde er Ehrenbürger der Stadt Köln.

Heinrich Böll starb am 16. Juli 1985 nach langer schwerer Krankheit in Langenbroich.
1947 - Die Botschaft
1949 - Der Zug war pünktlich
1949 - An der Brücke
1950 - Wanderer, kommst du nach Spa..., Erzählungen
1951 - Wo warst du, Adam?
1951 - Die schwarzen Schafe
1951 - Nicht nur zur Weihnachtszeit
1951 - Mein Onkel Fred
1952 - Der Lacher
1952 - Schicksal einer henkellosen Tasse
1953 - Die unsterbliche Theodora
1953 - Bekenntnis eines Hundefängers
1953 - Erinnerungen eines jungen Königs
1953 - Im Lande der Rujuks
1953 - Hier ist Tibten
1953 - Und sagte kein einziges Wort
1953 - Die Waage der Baleks
1954 - Haus ohne Hüter
1954 - Unberechenbare Gäste
1954 - Es wird etwas geschehen
1955 - Das Brot der frühen Jahre
1955 - Doktor Murkes gesammeltes Schweigen
1957 - Irisches Tagebuch
1957 - Im Tal der donnernden Hufe
1957 - Hauptstädtisches Journal
1957 - Der Wegwerfer
1958 - Der Bahnhof von Zimpren
1959 - Billard um halbzehn
1961 - Keine Träne um Schmeck
1963 - Ansichten eines Clowns
1964 - Entfernung von der Truppe
1966 - Ende einer Dienstfahrt
1966 - Als der Krieg ausbrach
1971 - Gruppenbild mit Dame
1974 - Die verlorene Ehre der Katharina Blum
1977 - Du fährst zu oft nach Heidelberg, Erzählungen
1979 - Fürsorgliche Belagerung
1983 - Die Verwundung, Romanfragment, Erzählungen
1985 - Frauen vor Flusslandschaft

Postum

Der Engel schwieg
Der blasse Hund, Erzählungen
Kreuz ohne Liebe
Am Rande der Kirche
Das Mörderdorf

NameHeinrich Böll

Geboren am21.12.1917

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortKöln (D).

Verstorben am16.07.1985

TodesortLangenbroich (D).