Biografie

Joachim Ringelnatz

Der deutsche Schriftsteller, Kabarettist und Maler avancierte bis zu den 1920er Jahren zu einem der eigenwilligsten und begabtesten Humoristen deutscher Sprache. Er wurde durch seine zumeist skurrilen, unsinnigen und humorvollen Werke populär. Seine Stücke um den betrunkenen Seemann "Kuttel Daddedu" zeigen zahlreiche autobiografische Elemente. Mit seinen Kindergedichtbänden wie "Geheimes Kinderbuch" (1924), zeichnete Joachim Ringelnatz ein anarchisches Weltbild. Nach der Machtergreifung der NSDAP durfte er nicht mehr auftreten. Verarmt erlag er wenige Monate später einem Lungenleiden...
Joachim Ringelnatz wurde als Sohn des Jugendbuchschriftstellers und Tapetenentwerfers Georg Bötticher am 07. August 1883 in Wurzen geboren.

Ringelnatz, mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher, besuchte das königliche Gymnasium in Leipzig und wurde aufgrund seiner Streiche der Schule verwiesen. Auch die Privatschule verließ er nach der Obersekunda. 1901 heuerte er als Schiffsjunge an und war bis 1905 Matrose bei der Marine. Geprägt durch diese Zeit schrieb er seine Erlebnisse nieder und veröffentlichte 1911 sein Werk "Was ein Schiffsjungen-Tagebuch erzählt". Ringelnatz absolvierte nach seiner Zeit bei der Marine eine kaufmännische Lehre in Hamburg, wurde Hausmeister, Lehrling bei einer Dachpappenfabrik und Angestellter in einem Reisebüro. Mit 26 Jahren erhielt er 1909 die Möglichkeit, im Künstlerlokal Simplicissimus eigene Verse vorzutragen und wurde dort zum Hausdichter.

In dieser Zeit lernte er auch Frank Wedekind kennen, der ihn zu eigenen Veröffentlichungen ermunterte. Um finanziell über die Runden zu kommen, kaufte er sich in der Nähe des Simplicissimus einen Tabakladen, den er aber nach wenigen Monaten wieder aufgab. In der Zeit von 1912 bis 1914 erschienen seine Veröffentlichungen "Die Schnupftabakdose", "Stumpfsinn in Versen und Bildern von Hans Bötticher und Richard Seewald", "Ein jeder lebt’s. Novellen von Hans Bötticher" und Kindergeschichten. Seine Erfolge waren nicht groß, deshalb musste Ringelnatz sich seinen Lebensunterhalt noch auf andere Weise verdienen. Er wurde Bibliothekar bei York Graf von Wartenburg, der in Schlesien wohnte.

Auch als Fremdenführer in München war er zeitweise tätig. 1914 wurde er in den Kriegsdienst zur Marine eingezogen. Doch wurde er nicht an die Front geschickt, sondern zur Rekrutenausbildung an die Nordsee. Nach Ende des Kriegsdienstes arbeitete er erneut in wechselnden Bereichen, unter anderem in einer Gartenschule und in einem Archiv. 1919 nahm er seinen Künstlernamen an. Danach erschienen weitere Lektüren von ihm, wie "Seemann Kuttel Daddeldu" und "Turmgedichte". An der Berliner Kleinkunstbühne "Schall und Rauch" von H. v. Wolzogen erhielt er 1920 ein Engagement als Autor und Schauspieler. Bis 1933 war Ringelnatz auch mit anderen Kabaretts in Deutschland unterwegs und trug seine Gedichte vor.

Im Jahr 1920 heiratete Ringelnatz Leonharda Pieper, genannt auch seine "Muschelkalk". Kurz darauf schaffte er einen ersten Durchbruch als Schriftsteller und dann als Maler. Es folgten Veröffentlichungen wie "Die Woge", "Matrosen", "Als Mariner im Kriege", "Mein Leben bis zum Krieg" und die Uraufführung "Die Flasche" in Leipzig. 1933 wurde Ringelnatz mit einem Auftrittverbot durch die Nationalsozialisten belegt, seine Bilder fielen unter die Kategorie "Entartete Kunst". Mit dem Veröffentlichungsverbot war auch ein wirtschaftlicher Ruin verbunden. Ringelnatz erkrankte an Tuberkulose. Er begab sich 1934 in eine Schweizer Tuberkulose-Klinik; den Aufenthalt dort hatten Freunde für ihn finanziert.

Joachim Ringelnatz starb am 17. November 1934 verarmt an Lungenkrebs in Berlin.

NameHans Bötticher

AliasJoachim Ringelnatz

Geboren am07.08.1883

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortWurzen

Verstorben am17.11.1934

TodesortBerlin