Biografie

Louise Bourgeois

NameLouise Bourgeois

Geboren am25.12.1911

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortParis (F).

Louise Bourgeois

Die US-amerikanische Künstlerin und Bildhauerin französischer Herkunft zählt zu den bedeutendsten Gestalterinnen der Gegenwartskunst. Darüber hinaus gilt sie als herausragende Identifikationsfigur für zahlreiche amerikanische Künstler. Getragen wurde ihr Schaffen von den traumatischen Erinnerungen an ihre Kindheit; der Vater, von dem sie sich nicht geliebt fühlte und ihre Erzieherin. Sie verstand ihre Skulpturen als Monumente für die "verheerende Wirklichkeit der Emotion, die man durchstehen muss", als "emotionale Abstraktion", in welcher sich der Rohzustand der Gefühle offenbart. Mit natürlicher Schlagkraft gelang es Louise Bourgeois Elemente der geometrischen Abstraktion und Figuration miteinander zu verschmelzen. Dabei umschreiben ihre Arbeiten die menschliche Gestalt mit oft expressiv sexuellen Andeutungen...
Louise Bourgeois wurde am 25. Dezember 1911 in Paris geboren.

Aufgewachsen ist sie in bürgerlichen Verhältnissen in Choisy-le Roi bei Paris, wo ihre Eltern eine Galerie für Textilien betrieben. Ihre Familie führte weiter eine Werkstätte zur Restauration alter Stoffe. Noch als Kind fertigte Bourgeois Zeichnungen zur Ergänzung fehlender Stoffmuster an. Geprägt wurde ihre Kindheit von einem traumatischen Verhältnis zu ihrem Vater, von dem sie sich nicht geliebt fühlte. Von ihrer englischen Erzieherin, mit der der Vater geduldet von ihrer Mutter, eine Liebesbeziehung unterhielt, wurde sie unterdrückt. Dieser Umstand stärkte die Beziehung zu Ihrer Mutter. In ihren späteren Werken wurde die Mutter, die Weberin war, als eine Spinne symbolisiert.

Bourgeois assoziierte dabei die Spinne als geduldsame Behüterin. Nach dem Tod der Mutter unternahm Bourgeois einen Selbstmordversuch. Ab 1938 studierte sie in Paris unter anderem an der Sorbonne, der Ecole du Louvre sowie der Académie des Beaux-Arts de Paris, wo sie auch Schülerin von Roger Bissière (Académie Ranson) und Fernand Léger wurde. 1938 erfolgte ihr künstlerisch prägender Umzug nach New York. Im selben Jahr wurde sie Schülerin der Art Stdents League. Hier machte sie Bekanntschaft mit dem Kunsthistoriker Robert Goldwater, den sie später heiratete. Gemeinsam wurden sie Eltern von drei Söhnen. In der Malerei war sie zunächst beeinflusst von Surrealismus; nun begann ihre bildhauerische Arbeit.

Diese erweiterte sie bald zu begebaren Installationen und Environments. Dabei wurde sie eine der ersten Künstlerinnen, die installativ arbeiteten. Der New Yorker Kunstbetrieb wurde ab Mitte der 1940er Jahre auf Bourgeois aufmerksam. Dort wurden in Einzelausstellungen erstmals ihre Zeichnungen der Öffentlichkeit gezeigt. Ab den 1950er Jahren entstanden abstrakte, geometrische, totemähnliche Holzstehlen, die wie das Werk "Spiral Woman" (1950) in Gruppen arrangiert schwarz und weiß bemalt wurden. Mit diesen Arbeiten nahm Bourgeois symbolischen Bezug auf die anonym entfremdete Welt der Großstadtmenschen. Ihre meist filigranen und fragilen Figuren in ihrem Frühwerk gewannen ab den 1960er Jahren an Festigkeit.

Neben Holz verwendete Bourgeois nun auch Stein, Metall, Latex, Papiermaché oder Gips. Mit natürlicher Schlagkraft gelang es Bourgeois Elemente der geometrischen Abstraktion und Figuration miteinander zu verschmelzen. In diesem Bezug umschreiben ihre Arbeiten die menschliche Gestalt mit oft expressiv sexuellen Andeutungen. Getragen wurde ihr gesamtes Schaffen von den traumatischen Erinnerungen an ihre Kindheit; den Vater und ihre Erzieherin. Sie verstand ihre Skulpturen als Monumente für die "verheerende Wirklichkeit der Emotion, die man durchstehen muss", als "emotionale Abstraktion", in welcher sich der Rohzustand der Gefühle offenbart. Nachdem ihr das New Yorker Museum of Modern Art 1982 eine Retrospektive gewidmet hatte, folgten weitere US-amerikanische Museen.

Ab Ende der 1980er Jahre fand sie internationale Beachtung und avancierte zur Identifikationsfigur für zahlreiche amerikanische Künstler. Populär wurden ab Mitte der 1990er Jahre ihre Stofffiguren. Hierzu verarbeitete sie Kleidungsstücke aus Kindheit und Jugend als Fülle sowie als Umhüllung. Damit wurden sie Material, Thema, Inhalt und Form. Die Japan Art Association würdigte Bourgeois' Lebensleistung 1999 mit der Verleihung des Praemium Imperiale, dem bedeutendsten Preis für Zeitgenössische Kunst. 1992 erfolgte ihre Teilnahme an der documenta IX in Kassel, 1993 war sie an der Biennale in Venedig vertreten. 1996 widmeten die Deichtorhallen in Hamburg ihrem Werk eine große Retrospektive.

Im Frühjahr 1999 fand die Ausstellung "Spinnen, Einzelgänger, Paare" in der Kunsthalle Bielefeld statt. Vertreten war Bourgeois auch auf der Melbourne International Biennial 1999, auf der Documenta 11 (2002), sowie in Ausstellungen in Berlin (Akademie der Künste, 2003), Dublin (Irish Museum of Modern Art, 2003/04), Augsburg (Neue Galerie im Höhmannhaus, 2005), Kunsthalle Bielefeld (2006), Kunsthalle Wien (2006) und Philadelphia Museum of Art. Zu ihrem 95. Geburtstag widmete ihr die Tate Modern London 2007 eine umfangreiche Retrospektive. 2008 stellte sie im Centre Georges Pompidou in Paris, dem Solomon R. Guggenheim Museum (New York) sowie dem Museum of Contemporary Art (Los Angeles) aus.

NameLouise Bourgeois

Geboren am25.12.1911

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortParis (F).

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