Biografie

Lars von Trier

Der Sohn dänischer Beamten studierte Filmwissenschaft in Kopenhagen. Durch seine Europa-Trilogie machte sich Lars von Trier in den 1980er Jahren einen Namen als bedeutender avantgardistischer Regisseur des europäischen Kinos. Seine Filme nutzen unter Missachtung formaler Regeln die technischen Möglichkeiten des Mediums und setzen sich mit den Themen von Erinnerung, Krankheit und Verfall in der postmodernen Gesellschaft auseinander. Der Horror-Thriller "Antichrist" mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg erhielt 2009 eine Einladung in den Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele von Cannes...
Lars Trier wurde am 30. April 1956 in Kopenhagen als Sohn eines Beamtenpaares geboren.

Sein Stiefvater war als Jude während der deutschen Besatzung ins schwedische Exil gezwungen worden. Trier wuchs unter atheistischen Bedingungen auf. Er konvertierte erst Mitte der neunziger Jahre zum katholischen Glauben. Nach der Schule nahm er 1976 ein Studium der Filmwissenschaft an der Universität Kopenhagen auf. Dann besuchte er von 1979 bis 1982 die Dänische Filmhochschule. In jener Zeit begann er seinem Namen das Attribut "von" hinzuzufügen. Als Abschlussfilm legte Trier an der Filmhochschule die kontrastreiche Arbeit "Bilder der Befreiung" (1982) vor, die auf künstlerisch-abstrakte Weise die Themen der Erinnerungsverweigerung gegenüber der nationalsozialistischen Vergangenheit visualisiert.

Mit seinem ersten Langfilm "The Element of Crime" eröffnete Trier 1984 auch seine Europa-Trilogie. Bei diesem Film handelte es sich um eine postmoderne Darstellung des von archaischen Gesellschaftsritualen und Verfall geprägten Europa. Die Trilogie wurde durch "Epidemic" (1987) fortgesetzt und durch "Europa" (1991) abgeschlossen. Trier begann 1991 mit Niels Vorsel das Filmprojekt "Dimension", für das alljährlich drei Minuten an verschiedenen Orten in Europa gedreht wird. Das Projekt ist auf 33 Jahre angelegt und soll 2024 fertig gestellt sein. 1992 rief Trier zusammen mit Peter Aalbæk Jensen die Filmproduktion Zentropa ins Leben. Für das Fernsehen drehte er die Filme "Medea" (1988) und "Geister" (1994-1999). Mit seinem Manifest "Dogma 95" meldete sich der Regisseur zur Konzeption von Filmen zu Wort.

Triers Melodram "Breaking the Waves" (1996) wurde bei den Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet. Sein nachfolgender Film "Idioten" (1998) missachtete im Sinne des "Dogma"-Manifests alle formalen und inhaltlichen Gebote herkömmlichen Filmschaffens. Triers erstes Filmmusikal "Dancer in the Dark" feierte 2000 seine erfolgreiche Premiere. Mit seinem Werk "Dogville", Hauptrolle Nicole Kidman, begann von er 2003 eine filmische USA-Trilogie die mit "Manderlay" (2005) und "Wasington" (2009) fortgesetzt und werde. Lars von Trier wurde 2004 mit dem Konrad-Wolf-Preis und 2008 mit dem Bremer Filmpreis ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde die "Dogma-Bewegung" um von Trier, Vinterberg, Levring und Kragh-Jacobsen mit dem Europäische Filmpreis in der Kategorie Beste europäische Leistung im Weltkino bedacht.

Der Horror-Thriller "Antichrist" mit Willem Dafoe und Charlotte Gainsbourg erhielt 2009 eine Einladung in den Wettbewerb der 62. Internationalen Filmfestspiele von Cannes.
1977:
The Orchid Gardener (Orchidégartneren)

1979:
Menthe – la bienheureuse (Kurzfilm)

1980:
Nocturne

1981:
Den sidste detalje

1982:
Relief

1982:
Bilder der Befreiung (Befrielses billeder)

1984:
Element of Crime (Forbrydelsens element)

1987:
Epidemic

1988:
Medea

1991:
Europa

1994:
Hospital der Geister (Riget I)

1996:
Breaking the Waves

1997:
Hospital der Geister II (Riget II)

1998:
Idioten (Idioterne)

1998:
Das Fest (Festen)

2000:
Dancer in the Dark

2003:
Dogville

2003:
The Five Obstructions

2005:
Manderlay

2005:
Dear Wendy (Drehbuch)

2006:
The Boss of it All (Direktøren for det hele)

2007:
To Each His Cinema

2009:
Antichrist

NameLars von Trier

Geboren am30.04.1956

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortKopenhagen (Dk).