Biografie

Klaus Löwitsch

Der deutsche Schauspieler beteiligte sich als Charakterkopf an mehr als 300 Film- und Fernsehproduktionen. Er war einer der gefragtesten deutschen Schauspieler, der auch einen filmischen Ausflug nach Hollywood wagte. Der als ewiger Macho abgestempelte Mime verkörperte meist den Draufgänger und Kraftprotz. Ausgezeichnet wurde Klaus Löwitsch als Darsteller mit dem "Filmband in Gold", dem "Adolf-Grimme-Preis" und mit dem "Bayerischen Fernsehpreis"...
Klaus Löwitsch wurde am 8. April 1936 als Sohn einer Tänzerin und eines Architekten in Berlin geboren.

Seine Jugend verbrachte Löwitsch in Wien, wo er mit zehn Jahren in "Das tapfere Schneiderlein" erstmals auf einer Bühne stand. Er absolvierte eine klassische Tanzausbildung an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst und studierte Schauspiel am Max-Reinhard- Seminar. Seine erste große Bühnenrolle hatte Löwitsch in dem Musical "Kiss me Kate" an der Wiener Volksoper. 1961 kam er zu den Münchner Kammerspielen. Hier spielte er unter anderem in der "Dreigroschenoper" und hatte Auftritte an weiteren Theatern. Seine Karriere führte ihn nach Konstanz, Köln, Hamburg, Zürich und wieder nach München ans Bayerische Staatsschauspiel.

Löwitsch machte den Schritt zum Film, konnte sich aber nicht durchsetzen und landete in B-Movies. Die Folge waren Alkoholprobleme. Dann war Löwitsch in dem Roger Fritz-Film "Mädchen mit Gewalt" zu sehen, wofür er 1970 den "Bundesfilmpreis" bekam. Nun ging es wieder bergauf. Er traf Anfang der 1970er Jahre auf Regisseur Rainer Werner Fassbinder, der sein Freund und Mentor wurde. Die beiden arbeiteten in neun Filmen zusammen, unter anderem für "Welt am Draht", "Die Ehe der Maria Braun" und "Der Händler der vier Jahreszeiten". Die Arbeit des Duos fand durch den frühen Tod Fassbinders ein ungewolltes Ende. Zum Charakterkopf des deutschen Films gereift, wagte Löwitsch den Sprung nach Hollywood. Hier konnte er aber nie richtig Fuß fassen.

Sein bedeutendster Film dieser Zeit war "Steiner - Das eiserne Kreuz". Nachdem die erhoffte internationale Karriere ausblieb, war Löwitsch, der schon seit jeher das Image des Raubeins hatte, in Deutschland weiterhin ein gefragter Star. Sein Können stellte er in zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen immer wieder unter Beweis, dazu gehören auch der Zweiteiler "Napoleon Fritz" und "Selig sind die Armen". Als Privatdetektiv "Peter Strohm" in der gleichnamigen TV-Krimireihe wurde er schließlich zum Serien-Star und gab dieser Figur ein unverwechselbares Image, wie es auch Götz George mit Schimanski schaffte. Für die 62 Folgen von "Peter Strohm" agierte Löwitsch aber nicht nur als Hauptdarsteller sondern auch als Regisseur.

Einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere verbuchte er mit seiner Rolle in Oliver Hirschbiegels Psycho-Thriller "Das Urteil". Hierfür wurde Löwitsch 1998 mit dem "Adolf-Grimme-Preis" und dem "Bayerischen Fernsehpreis" ausgezeichnet. Löwitsch stand neben seinen Film- und Fernsehprojekten auch immer wieder auf der Bühne, beispielsweise am Deutschen Theater in Berlin in "Der kaukasische Kreidekreis". Löwitsch lebte abwechselnd in Portugal, Österreich und Deutschland. Nicht nur seine Filme sondern auch sein Privatleben stand häufig im Mittelpunkt. Im Juni 2001 hatte er sich zurückgezogen, nachdem er von einem Gericht zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, da er im Alkoholrausch eine Frau angegriffen und geschlagen haben soll.

Am Morgen des 3. Dezember 2002 starb Klaus Löwitsch im Alter von 66 Jahren in einem Münchner Krankenhaus. Er erlag einem Krebsleiden in der Bauchspeicheldrüse. Noch wenige Tage vor seinem Tod hatte er sein Comeback angekündigt.
Filmografie (Auszug):

1956 - Wo die Lerche singt
Der Jäger von Fall
1957 - Sieben Jahre Pech / Scherben bringen Glück
Träume von der Südsee
Der Page vom Palast - Hotel
1958 - Der Pauker
1959 - Und noch frech dazu!
1960 - Eine Frau fürs ganze Leben
Geh'n Sie nicht allein nach Hause!
1966 - Mädchen, Mädchen
1967 - Heißes Pflaster Köln
1968 - Bis zum Happy-End
Mädchen mit Gewalt
1971 - Händler der vier Jahreszeiten
Wildwechsel
1973 - Die blutigen Geier von Alaska
Schloß Hubertus
1974 - Die Akte Odessa
Der Jäger von Fall
Zwei himmlische Dickschädel
1975 - Unternehmen Rosebud
Schatten der Engel
Fluchtversuch
1976 - Die Brüder
Steiner - Das eiserne Kreuz
1977 - Despair - Eine Reise ins Licht
1979 - Die Ehe der Maria Braun
Steiner - Das eiserne Kreuz 2
1980 - Desideria
1982 - Mit dem Wind nach Westen
Firefox
1984 - Kaminsky
1985 - Gotcha! - Ein irrer Typ

1987 - Space Pirats
1999 - Ein Mann wie eine Waffe
Die Straßen von Berlin
2000 - Die Bergwacht - Duell am Abgrund
2001 - Feindliche Übernahme
2002 - Was tun, wenn's brennt?

NameKlaus Löwitsch

Geboren am08.04.1936

SternzeichenWidder 21.03 - 20.04

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am03.12.2002

TodesortMünchen (D).