Biografie

Kim Jong Il

Der Politiker war Vorsitzende der Nationalen Verteidigungskommission von Nordkorea, Oberster Befehlshaber der Koreanischen Volksarmee (KVA) und der Generalsekretär der Partei der Arbeit Koreas (PdAK) und damit von 1994 bis 2011 der Staats- und Regierungschef der Demokratischen Volksrepublik Korea DVRK (Nordkorea). Kim Jong Il machte im Jahr 2002 und Anfang 2003 von sich Reden, indem er ein neues Atomprogramm auflegte, den Atomwaffensperrvertrag kündigte und die entmilitarisierte Zone wieder aufrüstete. Der Weltöffentlichkeit erklärte er, dass er sein Land gegen die Aggression der USA schützen wolle. Südkorea, dem ehemaligen Kriegsgegner von 1950 bis 1953, fürchtete um seine Sicherheit. Kim Jong Il regiert sein Land mit fester diktatorisch-kommunistischer Hand...
Kim Jong Il wurde als Sohn des späteren nordkoreanischen Staatspräsidenten Kim Il Sung am 16. Februar 1942 im damals sowjetischen Chabarowsk geboren.

Kim Jong Il verbrachte seine Schulzeit in der DDR und in China. Im Anschluss nahm er das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Kim-Il-Sung-Universität in der nordkoreanischen Hauptstadt P'yong-yang (Pjöngjang) auf. Im Jahr 1964 wurde er Mitglied im Zentralkomitee der koreanischen Arbeiterpartei und schlug die politische Laufbahn ein. Unter anderem war er als Privatsekretär seines Vaters, dem kommunistischen Diktator Kim Il Sung tätig. Ab dem Jahr 1973 erfüllte Kim Jong Il den Posten des Sekretärs für Propaganda und Organisation im Zentralkomitee. Zwei Jahre darauf trat er dem Politbüro bei. Im Jahr 1980 wurde er in den Zentralen Militärausschuss und in den Vorstand des Politbüros aufgenommen. Im gleichen Jahr wurde er als Nachfolger seines Vaters berufen.

Zehn Jahre später führte Kim Jong Il den Vorsitz des Nationalen Verteidigungskomitees als Erster Stellvertreter. Im Jahr 1991 übernahm er die Nachfolge von seinem Vater als Oberbefehlshaber der Armee, im Jahr darauf wurde er zum Marschall berufen. Ebenfalls 1992 wurde Kim Jong Il zum offiziellen Staatsführer bestimmt. Danach wurde er im Jahr 1993 Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees. 1994 starb Kim Jong Ils Vater. Sein Sohn übernahm die Aufgaben des Staatschefs, blieb aber in seiner Ämterposition lediglich Oberbefehlshaber der Volksarmee und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungskomitees. In dieser Zeit wurde das nordkoreanische Atomwaffenprogramm aufgelegt. 1996 brach eine landesweite Hungerkatastrophe aus, die mit Hilfe des ehemaligen Kriegsgegners Südkorea eingedämmt wurde.

Ab dem Jahr 1997 stimmte Kim Jong Il Friedensgesprächen, die im Jahr 1972 abgebrochen wurden, mit Südkorea zu. Nach der offiziellen Trauerzeit von drei Jahren, in der das Amt des Staats- und Parteichef faktisch unbesetzt blieb, wurde Kim Jong Il formeller Generalsekretär der Koreanischen Arbeiterpartei. Kim Jong Il äußerte im Jahr 1998 offiziell seine Bereitschaft, mit Südkorea friedliche Verbindungen aufzunehmen. Die Friedensbekundigungen gingen soweit, mit Südkorea eine Konföderation einzugehen im Sinne einer Wiedervereinigung. Im gleichen Jahr wurde Kim Jong Il als Oberbefehlshaber der Armee, als Führer des Nationalen Verteidigungskomitees und als Generalsekretär der Partei bestätigt. Die Oberste Volksversammlung erklärte den Vorsitz im Nationalen Verteidigungskomitee zum höchsten Staatsamt und machte damit Kim Jong Il zum Staatspräsidenten. Er wurde auf Lebzeiten in dieses Amt berufen.

Im Jahr 2000 traf Südkoreas Präsident Kim Dae Jung in P'yong-yang ein zu einem Treffen mit Kim Jong Il. Damit war eine neue politische Ära zwischen Nord- und Südkorea eingeleitet, die nach Beendigung des Koreakriegs 1953 noch immer keinen Friedensvertrag miteinander geschlossen hatten. Auch bedeutete das Treffen eine Entspannung auf der Ebene der ideologischen Auseinandersetzungen. Das Treffen mündete in einer Abmachung über eine mögliche Wiedervereinigung und einer zwischenzeitlichen Zusammenarbeit in wirtschaftlich-kulturellen Bereichen. In Folge der Entspannung nahmen zahlreiche westliche Länder diplomatische Beziehungen zu Nordkorea auf. Doch im Jahr 2002 erfuhr die Entspannungspolitik herbe Rückschläge. Kim Jong Il aktivierte ein geheimes Atomprogramm und kündigte den Atomwaffensperrvertrag mit der Begründung der Bedrohung durch die USA. US-Präsident George Bush zählt Nordkorea zur sogenannten Achse des Bösen.

Weiterhin zog Kim Jong Il bewaffnete Einheiten in entmilitarisierte Zonen zusammen. Die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zog der nordkoreanische Diktator weiterhin auf sich durch die Wiederaktivierung des Yongbyon-Reaktors mit Brennstäben und Arbeiten an einer Wiederaufbereitungsanlage für waffenfähiges Plutonium. Am 10. Februar 2005 erklärte der Diktator der Weltöffentlichkeit, dass Nordkorea zur Selbstverteidigung die Atombombe besitze und kündigte gleichzeitig den Rücktritt Nordkoreas von den "Sechser Gesprächen" an. China, Japan, Russland, Südkorea und die USA hatten versucht durch Wirtschaftszusagen Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. Ende Oktober 2005 fand ein spektakuläres Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Regierungschef und Chinas Präsidenten Jintao statt: In Pjöngjang bemühten sich beide um die Einleitung einer Entspannungspolitik.

Nordkorea hatte mit über 1000 Raketen unterschiedlicher Reichweiten 2006 das weltweit viertgrößte Waffen-Arsenal: Allein im Jahr 2006 soll Pjöngjang mit Waffenlieferungen rund 120 Millionen Euro umgesetzt haben. Dabei handelte es sich hauptsächlich um "Scud"-Raketen, die unter anderem an Iran, Libyen, Syrien, Ägypten, Jemen, Vietnam und Sudan gingen.

Kim Jong Il starb am 17. Dezember 2011 während einer Zugfahrt in Nordkorea.


Die Staats- und Regierungschefs der Welt

NameKim Jong Il

Geboren am16.02.1942

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortChabarowsk (UdSSR).

Verstorben am17.12.2011

TodesortNordkorea (KP).