Biografie

Jintao Hu

Der Wasserbauingenieur und Politiker ist Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas, Staatspräsident der Volksrepublik und damit Staatsoberhaupt und Vorsitzender der Zentralen Militärkommission der Volksbefreiungsarmee. Er war davor von 1968 bis 1992 in technischen und politischen Führungspositionen an der Entwicklung der ärmsten Regionen Chinas beteiligt. Als Stellvertreter des chinesischen Staatspräsidenten und KP-Chefs Jiang Zemin wirkte Hu Jintao an der wirtschaftlichen Öffnung der Volksrepublik mit. Als neuer Generalsekretär der KP und Staatspräsident der VR China sieht sich der außergewöhnlich junge und mächtigste kommunistische Parteifunktionär der Welt seit November 2002 und Frühjahr 2003 der Herausforderung gegenüber, einem neuen China den Weg zu bereiten...
Hu Jintao wurde im Dezember 1942 als Sohn eines Buchhalters in Shanghai (China) geboren. Nach eigenen Angaben stammt er jedoch aus Jixi in der Provinz Anhui. Der Tag seiner Geburt ist unklar.

Nach dem Schulbesuch in Taizhou nahm Hu 1959 ein Studium des Ingenieurwesens an der Technischen Universität Beijing (Peking) auf. Er spezialisierte sich auf Wasserbauprojekte und beendete 1965 die Studien als Ingenieur für Wasserwirtschaft. Im Anschluss daran war Hu bis 1968 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an seiner Hochschule tätig. Da er noch während seines Studiums bereits 1964 in die Kommunistische Partei Chinas eingetreten war, kam er nun auch als politischer Dozent zum Einsatz. In den Jahren 1968 bis 1974 betreute Hu im Auftrag des Ministeriums für Wasserbau und Elektrizität entsprechende Projekte in der nordwestlichen Provinz Gansu.

In den Jahren 1974/75 war er als Sekretär der Kommission für Investbau in jener Provinz, danach bis 1980 als stellvertretender Planungs- und Verwaltungsleiter der genannten Kommission tätig. Dann rückte Hu von 1980 bis 1982 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Kommission für Investbau in der Provinz Gansu auf. Nach einem Ausbildungskurs an der KP-Parteischule in Peking kürte der XII. Parteitag der KPCh Hu im September 1982 zum ZK-Kandidaten. Gegen Jahresende 1982 trat Hu in das Zentralkomitee (ZK) der KPCh ein, wo er auch Mitglied von dessen Ständigen Ausschuss wurde. In der Folge war er zunächst als Vorsitzender des Kommunistischen Jugendverbandes (KJV) tätig. In dieser Funktion trat er für die Reformpolitik von Deng Xiaoping ein, welche durch die ihm unterstehende "Pekinger Jugendzeitung" aufmüpfig verteidigt wurde.

Mitte 1985 übertrug man Hu die Parteileitung in der südchinesischen Provinz Guizhou. Im Oktober 1988 sandte man ihn als KP-Parteichef nach Tibet, wo sich kurz darauf wegen der tibetischen Autonomiebestrebungen Unruhen in Lhasa entwickelten: Die Pekinger Führung ordnete die Verhängung des Kriegsrechts über die Region an, dem etwa 70 Menschen zum Opfer fielen. Ungeachtet der politischen Mitschuld des Parteisekretärs an jenen Menschenrechtsverletzungen setzte sich Hu in Tibet maßgeblich auch für eine Stabilisierung der politischen Verhältnisse und für die wirtschaftliche Entwicklung der verarmten und rückständigen Region ein, wobei ihm seine praktischen Erfahrungen als Wasserbauingenieur zugute kamen. Im Oktober 1992 bestätigte der XIV. Parteitag der KPCh Hu als ZK-Mitglied.

Überdies wurde er nun in das Politbüro, in dessen Ständigen Ausschuss und in das Sekretariat des ZK gewählt. Im darauffolgenden Jahr übergab man dem jüngsten chinesischen Politiker den Vizevorsitz des Organisationskomitees des ZK und die Leitung der Parteischule des ZK. Der neue Direktor der Parteischule ließ Untersuchungen über die kommunistische und sozialdemokratische Parteiengeschichte Europas durchführen, von denen er sich Auswege aus der ideologischen Krise des Kommunismus versprach. Eine der dabei aufgezeigten Optionen bestand in der Öffnung des Riesenreiches gegenüber privatwirtschaftlich-kapitalistischen Initiativen, die durch Staatspräsident und KP-Generalsekretär Jiang Zemin in den 1990er Jahren ohne politische Liberalisierung vorangetrieben wurde.

Eine Weltreise bot Hu 1997 die Gelegenheit, sich u. a. auch der westlichen Diplomatie als künftiger Repräsentant der chinesischen Führungsriege vorzustellen. Im März 1998 erhob das chinesische Parlament Hu zum Stellvertreter des Staatspräsidenten und KP-Generalsekretärs Jiang Zemin. Im Zuge des Rücktritts Zemins und anderer hoher Parteifunktionäre kürte der XVI. Parteitag der KPCh Hu am 15. November 2002 zu ihrem neuen Generalsekretär. Am 15. März 2003 erhob der Volkskongress den Parteichef überdies zum Staatspräsidenten, wodurch Hu die beiden mächtigsten Positionen der VR China besetzt. Der neue Parteichef gilt als Wegbereiter eines neuen China, das sich im Zuge der wirtschaftlichen Öffnung immer noch starken demokratischen Defiziten im Innern und den Problemen der Globalisierung von Außen gegenübersieht.

Im außenpolitischen Bereich bezog die VR China unter seiner Führung eine deutlich ablehnende Position gegen den durch US-amerikanische und britische Truppen im März 2003 ausgelösten Irak-Krieg. Im Frühjahr 2005 schien die chinesische Regierung gewaltsame Studenten- und Jugendproteste in ihrem Land zu tolerieren, die sich gegen die Haltung Japans im Zweiten Weltkrieg und die aktuellen Defizite in der japanischen Vergangenheitsbewältigung richteten. Ende April kam Hu Jintao auf einem historischen Treffen in Peking mit dem Chef der Nationalistischen Partei Taiwans Kuomintang, Lien Chan, zusammen, die sich allerdings momentan in dem Inselstaat in der Opposition befindet. Im September 2005 unternahm der chinesische Staatschef einen Staatsbesuch in die USA.

Noch im selben Monat nahm er am Jubiläumsgipfel der UNO in New York teil, mit dem das 60-jährige Bestehen der Weltorganisation begangen wurde. Im Oktober 2005 thematisierte Jintao auf dem Kongress der KP in Peking erstmals die Notwendigkeit eines "harmonischeren" Verlaufs der chinesischen Wirtschaftsentwicklung, durch den die zunehmenden sozialen Unterschiede in der chinesischen Gesellschaft ausgeglichen werden sollten. Ende Oktober fand ein spektakuläres Gipfeltreffen zwischen dem nordkoreanischen Regierungschef und Chinas Präsidenten Jintao statt: In Pjöngjang bemühten sich beide um die Einleitung einer Entspannungspolitik. Erstmals seit zehn Jahren besuchte mit Hu Jintao Ende 2006 ein chinesischer Präsident das Nachbarland Indien.

Hu Jintao ist verheiratet und Vater zweier Kinder.


Die Staats- und Regierungschefs Asiens

NameJintao Hu

Geboren am21.12.1942

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortShanghai (China).