Biografie

Kay Nehm

Der Jurist und Staatsanwalt vollzog ab den 1980er Jahren eine geradlinige Karriere in der deutschen Justiz, für deren höchsten Gerichte er in Karlsruhe bedeutende Funktionen wahrnahm. 1991 wechselte er in das Amt eines Richters am Bundesgerichtshof, wo er dem 4. Strafsenat angehörte. Als Nachfolger von Alexander von Stahl stellte Kay Nehm vom Februar 1994 bis Mai 2006 den Generalbundesanwalt der Bundesrepublik Deutschland...
Kay Nehm wurde am 4. Mai 1941 in Flensburg geboren.

Nach Schule und Abitur absolvierte er von 1964 bis 1968 ein Studium der Rechtswissenschaften an den Universitäten München, Freiburg und Kiel. Inmitten der beginnenden Studentenproteste legte Nehm 1968 das erste Staatsexamen in Schleswig ab. Drei Jahre später folgte das zweite Staatsexamen in Hamburg. Unmittelbar nach dem Studium trat Nehm 1972 eine Stelle als Staatsanwalt in Kiel an. 1973 wechselte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe, wo er zunächst bis 1978 tätig blieb. 1978 berief man Nehm als wissenschaftlichen Mitarbeiter ans Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe.

Im April 1980 wurde er zum Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof in der ehemaligen badischen Residenz erhoben. Für die Bundesanwaltschaft war Nehm bis 1991, ab 1988 im Rang eines Bundesanwalts, tätig. In dieser Funktion war er auch von 1990 bis 1991 an der Abwicklung der Dienststelle des Generalstaatsanwalts der DDR beteiligt. 1991 rückte er zum Richter am Bundesgerichtshof auf, in dessen 4. Strafsenat er bis 1994 Recht sprach. 1994 wurde Nehm zum Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe bestellt.

Als oberster Staatsanwalt des Bundes engagierte er sich infolge der Terror-Angriffe vom 11. September 2001 auch in der Verfolgung mutmaßlicher terroristischer Gruppierungen in Deutschland, die zum Teil von Hamburg aus die Anschläge gegen die USA geplant und vorbereitet hatten. Der Generalbundesanwalt profilierte sich auch durch eine eher pragmatische Rechtsauslegung. Im März 2003 wies er Klagen gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder wegen verfassungswidriger Beteiligung Deutschlands an einem Angriffskrieg gegen den Irak mit der Begründung ab, die logistische Unterstützung der US-Army konstituiere keinen hinreichend relevanten Straftatbestand.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit stand Nehm seit Jahresbeginn 1999 auch der Deutschen Akademie für Verkehrswissenschaften e. V. in Hamburg als Präsident vor. Kay Nehm trat am 31. Mai 2006 in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin ist Monika Harms.

Kay Nehm ist verheiratet und Vater eines Kindes.

NameKay Nehm

Geboren am04.05.1941

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortFlensburg (D).