Biografie

Karl Landsteiner

Der österreichische Bakteriologe zählt zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Medizingeschichte. 1901 entdeckte Karl Landsteiner das sogenannte "AB0-System" der menschlichen Blutgruppen, wodurch Bluttransfusionen möglich wurden. 1930 fand er mit Alexander S. Wiener auch den "Rhesusfaktor" als weitere Blutspezifikation. Als Professor am Rockefeller Institut in New York, wo sich Landsteiner von 1922 bis 1939 seiner Forschung widmete, wurde er im Jahr 1930 mit dem Medizin-Nobelpreis bedacht...
Karl Landsteiner wurde am 14. Juni 1868 in Baden bei Wien als Sohn eines Journalisten geboren.

Aufgewachsen ist er in bescheidenen Verhältnissen. Sein Vater verstarb als Karl sechs Jahre alt war. Nach Abschluss der Oberschule studierte Landsteiner Medizin in Wien. 1891 legte er hier seine Promotion ab. Eine wissenschaftliche Arbeit über den Einfluss von Diäten auf das Blutbild bescherte dem jungen Forscher erste Beachtung. Nach seinem Studium arbeitete Landsteiner in Laboratorien in Zürich, Würzburg und München. 1896 kehrte er nach Wien zurück und wurde dort Assistent am Hygienischen Institut.

Landsteiner machte Studien über den Mechanismus der Immunität und das Wesen von Antikörpern. Zwischen 1898 und 1908 war Landsteiner Assistent an der Pathologischen Anatomie der Universität Wien, ehe er bis 1919 zum Vorstand des Wilhelminen-Spitals in Wien berufen wurde. In dieser Zeit veröffentlichte er zahlreiche medizinische Arbeiten, unter anderem über die Übertragung der Kinderlähmung. Seine bedeutendsten Entdeckungen machte er im Zusammenhang mit damals unerklärlichem Erfolg und Misserfolg von Bluttransfusionen.

Karl Landsteiner erkannte 1901 innerhalb der Blutbilder unterschiedliche Blutgruppen, deren falsche Mischung den Tod zur Folge hatte. Die Ursache bestand darin, dass sich ungleiches Blut verklumpte oder zersetzte. Nach weiteren Forschungen konnte er 1909 das menschliche Blut in die Hauptgruppen A, B, AB und 0 unterscheiden. Erstmals in der Geschichte der Chirurgie konnten längere Operationen durchgeführt werden ohne zu befürchten, dass der Patient an Verblutung starb, was seinerzeit die häufigste Todessursache nach chirurgischen Eingriffen war.

Seine Erkenntnisse der Blutforschung ließen ihn zur Zeit des Ersten Weltkrieges, durch die schnelle Umsetzung seiner Forschung, zum Lebensretter ungezählter Soldaten aller Nationen werden. Im Jahr 1916 heiratete er Leopoldine Helene. Gemeinsam wurden sie Eltern eines Sohnes. Nach Ende des Ersten Weltkrieges siedelte die Familie nach Holland über, ehe Landsteiner 1922 als Professor an das Rockefeller Institut New York berufen wurde, wo er sich mit dem US-Amerikaner Alexander Solomon Wiener weiter der Blutforschung widmete.

In den 1920er Jahren entdeckten Landsteiner und Wiener im Blut eines Rhesusaffen die Spezifikation des Rhesusfaktors als weiteres Blutmerkmal. Auch erforschte Landsteiner die Antigene und Antikörper in dem Blut. Später widmete er sich in den folgenden Jahren auch dem Studium der Onkologie. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Blutforschung wurde Karl Landsteiner im Dezember 1930 der Medizin-Nobelpreis verliehen. Der bis in hohe Alter aktive Forscher fand mit der Bestimmung von Blutgruppen auch den ersten Nachweis für Bestimmungen von Vaterschaften.

Im Jahr 1939 beendete er seine medizinische Karriere am Rockefeller-Institut.

Karl Landsteiner starb am 26. Juni 1943 in New York.

NameKarl Landsteiner

Geboren am14.06.1868

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortBaden (A).

Verstorben am26.06.1943

TodesortNew York (USA).

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