Biografie

Karl Krolow

Der deutsche Schriftsteller war Hauptvertreter des sogenannten Anarchokommunismus. Seine frühen Gedichte zeichnen sich aus durch surreale Elemente. In den Naturgedichten vertrat er die Traditionslinie von Klassik bis Expressionismus. Seine Werke stehen repräsentativ für die Lyrik in Westdeutschland, sein literarisches Schaffen mündete stets in das Bemühen um Objektivität. Zusammen mit den Werkbänden "Wind und Zeit" (1954) und "Tage und Nächte" (1956) begründete Karl Krolow seine Bedeutung als Autor. Diese Entwicklung gipfelte in dem Band "Fremde Körper. Neue Gedichte" (1959), dessen Werke sich dadurch auszeichnen, dass die surrealistischen Elemente weiter ausgebaut sind und die traditionellen Formen zugleich immer mehr verschwunden sind. Erst im späten Alter schrieb er Erzählungen...
Karl Krolow wurde am 11. März 1915 in Hannover geboren.

Krolow, der aus einer Beamtenfamilie stammte, wuchs in Hannover auf. Er absolvierte von 1935 bis 1942 das Studium der Romanistik, Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte in Breslau und Göttingen. Nach dem Abschluss war er als freier Schriftsteller in Göttingen tätig. 1945 erschienen Veröffentlichungen von Gedichten, literaturkritische und theoretische Essays und Rezensionen in Zeitschriften. 1951 zog er nach Hannover zurück. Zuerst stand Krolows Schaffen unter dem Einfluss der Naturlyrik von Oskar Loerke und Wilhelm Lehmann. Seine Kenntnisse in der romanischen Literatur, besonders des französischen Surrealismus und der zeitgenössischen spanischen Lyrik, bewirkten allmählich die Durchdringung seiner Werke mit surrealen Elementen.

Dafür steht beispielsweise der Band "Die Zeichen der Welt" (1952), der auch sein bekanntestes Gedicht "Verlassene Küste" enthält. Zwar geben sich darin die einzelnen Werke noch in traditionellen Formen wie liedhafte Strophe mit festem Metrum und Reim, doch die Mythologisierung und ausschließliche Naturmetaphorik sind dort schon nicht mehr präsent. Damit überwand er die Schaffensphase seiner naturmagischen Lyrik. Zusammen mit den Werkbänden "Wind und Zeit" (1954) und "Tage und Nächte" (1956) begründete Karl Krolow seine Bedeutung als Lyriker. Diese Entwicklung gipfelte in dem Band “Fremde Körper. Neue Gedichte” (1959), dessen Werke sich dadurch auszeichnen, dass die surrealistischen Elemente weiter ausgebaut sind und die traditionellen Formen zugleich immer mehr verschwunden sind.

Seine zahlreichen Übersetzungen wie zum Beispiel "Spanische Gedichte des 20. Jahrhunderts" (1962) oder "Die Barke Phantasie" bringen dem deutschen Publikum Autoren aus dem romanischen Sprachraum näher. 1956 ehrte ihn die "Akademie der Sprache und Dichtung" mit dem Georg-Büchner-Preis, Deutschlands wichtigster Literaturauszeichnung. Seit diesem Jahr lebte er in Darmstadt. In den Jahren 1960 und 1961 gab er Gastvorlesungen in Poetik an der Frankfurter Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität. Davon erschien die Abhandlung "Aspekte zeitgenössischer deutscher Lyrik" (1961). 1965 wurde der erste Band der "Gesammelten Gedichte" veröffentlicht und das Jahr darauf das "Poetische Tagebuch". Es folgten "Alltägliche Gedichte" (1968), "Minuten-Aufzeichnungen" (1968).

In den 1970er Jahren veröffentlichte er "Bürgerliche Gedichte" (1970), "Nichts weiter als Leben" (1970), "Zeitvergehen" (1972) oder "Ein Gedicht entsteht. Selbstdeutungen, Interpretationen, Aufsätze" (1973). Bemerkenswert an dem Lyriker Krolow waren seine Reflexionen über das eigenen Schaffen, die ihm die jahrzehntelange Schaffenskontinuität sicherten sowie eine große Entwicklungspotenzialität. Die Gedichte in den Bänden "Fremde Körper" (1959), "Unsichtbare Hände. Gedichte von 1959–1962" (1962), "Landschaften für mich" (1966), "Alltägliche Gedichte" (1968) oder "Der Einfachheit halber" (1977) zeigen die unterschiedlichsten Einflüsse auf, denen sich Krolow bewusst öffnete. So bewahrte er sich stets eine angenehme Frische im poetischen Sprachausdruck und vermied die sinnentleerende Abgegriffenheit.

Überhaupt zeichnet die Offenheit Krolows – ob gegenüber ausländischer Lyrik, Surrealismus, Lakonismus, Konkreter Poesie oder Dadaismus - sein poetisches Schaffen aus. Dies machte ihn auch zu einem Dichter mit besonderer Sensibilität. Die Abhandlung "Lyrik in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945" (1973) zählt zum umfangreichsten Teil von Krolows Werk. Es verlieh seinem Verlangen nach Objektivität in der Lyrik Ausdruck. Obwohl Krolow stets andere poetische Einflüsse aufnahm und verarbeitete, behielt er seine persönliche lyrische Eigenart bei. In seinen späteren Werken macht sich die ironische und bündige Ausdrucksweise bemerkbar. Thematisch hält sich Krolow darin an der gesellschaftlich-politischen Gegenwart fest. So wird beispielsweise die Deutsche Wiedervereinigung im bitteren Ton kommentiert.

In den Bänden "Schönen Dank und vorüber" (1984) und "Als es soweit war" (1988) thematisiert er den Tod auf nahe gehende Weise. 1975 wurde Krolow mit dem Rilke-Preis und 1988 mit dem Hölderlin-Preis ausgezeichnet. Erst im fortgeschrittenen Alter wandte er sich der Erzählgattung zu. In "Das andere Leben" (1979), "Im Gehen" (1981) oder "Melanie. Geschichte eine Namens" (1983) erzählt Krolow von Depressionen und Verlassenheit. Er tut dies in einem psychologisch eindringlichen Stil. Sein Prosaband "Nacht-Leben oder Geschonte Kindheit" erschien 1985.

Karl Krolow starb am 21. Juni 1999 in Darmstadt.

NameKarl Krolow

Geboren am11.03.1915

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortHannover (D).

Verstorben am21.06.1999

TodesortDarmstadt (D).



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