Biografie

Manfred Krug

Der deutsche Schauspieler und Sänger erzielte mit der TV-Serie "Auf Achse", als Tatort-Kommissar "Manfred Stöver" oder als Anwalt "Liebling Kreuzberg" ab Ende der 1970er Jahre eine große Popularität in Deutschland. Zuvor feierte er in der DDR und anderen Ostblockstaaten als Schauspieler, Jazz- und Chansonmusiker Erfolge. Als Pseudonyme verwendete er zu DDR-Zeiten: Clemens Kerber (als Liedtexter) und Isa Karfunkelstein (als Interviewer seiner selbst). Seine Film- und Fernsehkarriere begann Manfred Krug mit Rollen als Halbstarker, erst später folgten Angebote aus dem anspruchsvollen Fach. Der gebürtige Duisburger, der einmal von sich behauptete, er könne eigentlich nur sich selbst spielen, avancierte darauf zum Multitalent, nicht nur als knorriger Schauspieler, sondern auch Buchautor und Musiker...
Manfred Krug wurde am 8. Februar 1937 als Sohn eines Eisenhütten-Ingenieurs in Duisburg geboren.

Zusammen mit seinem Vater zog er nach der Scheidung der Eltern als Zwölfjähriger 1949 in die DDR. Mit 14 Jahren begann er eine Lehre als Stahlschmelzer, die er als jüngster Facharbeiter der Republik abschloss. Anschließend arbeitete er vier Jahre im Stahl-und Walzwerk Brandenburg, nebenbei holte er das Abitur an einer Abendschule nach. Krug begann ein Studium an der staatlichen Schauspielschule in Ost-Berlin, das er nach kurzer Zeitwegen "disziplinarischen Schwierigkeiten" wieder beenden musste. 1955 legte Krug die Bühnenreifeprüfung am "Berliner Ensemble" ab.

Krug tourte in dieser Zeit als Chanson- und Jazzsänger durch die DDR, Polen und die CSSR. Er bekam seine erste kleine Rolle in dem DEFA-Film "Mazurka der Liebe" (1956) und war in dem Fernsehspiel "Gefährliche Wahrheit" (1957) zu sehen. Wegen seines bulligen Aussehens und seiner Stirnnarbe bekam Krug zunächst Rollen als Halbstarker angeboten. Die erste größere Rolle hatte Manfred Krug im Film "Fünf Patronenhülsen" (1960), in dem er einen polnischen Interbrigadist spielte. In der Fernseh-Inszenierung des "Urfaust" (1961) wirkte Manfred Krug ebenfalls mit. Durchschlagenden Erfolg konnte Krug mit dem autobiographischen Lustspiel "Auf der Sonnenseite" (1961) erzielen. Darin spielte er Martin Hoff, eine schnoddrige Figur als gesellschaftliches Vorbild.

Nach offizieller DDR-Meinung traf Krug das Lebensgefühl der jungen Generation der Republik, dementsprechend wurde er als Vorbild in der DDR-Politik eingesetzt. 1964 wurde die Schallplatte "Jazz und Lyrik", 1965 "Manfred Krug und die Modern Jazz Big Band" und 1966 "Lyrik-Jazz-Prosa" aufgenommen, die in der DDR erfolgreich verbreitet wurden. In "Spur der Steine" (1966), der Verfilmung des gleichnamigen DDR-Bestsellers, spielte Manfred Krug eine von vielen sozialistisch-antifaschistischen Rollen, die der SED-Führung aber zu anarchisch ausgelegt war. Der Film wurde aus dem Verleih genommen. Manfred Krug war als draufgängerischer Typ in einigen Abenteuerfilmen oder Roadmovies wie "Mir nach, Canaillen" (1964) oder "Weite Straßen - stille Liebe" (1969) zu sehen.

In der Zeit von 1970 bis 1976 wirkte er in dem Musical "Porgy and Bess" von Gershwin an der Komischen Berliner Oper mit. 1976 setzte sich Krug für Wolf Biermann ein, dem die Ausbürgerung aus der DDR drohte. Manfred Krug erhielt für sein Engagement Berufsverbot und siedelte selbst in die Bundesrepublik Deutschland über. Im Westen nahm er zunächst Auftritte in Shows wahr oder übernahm anspruchsvolle Angebote wie der TV-Film "Flächenbrand" (1981) von Max von der Grün oder das Dokumentarspiel "Joseph Süss Oppenheimer". Ende der 1970er Jahre begann Krugs große Popularität im westdeutschen Film- und Fernsehgeschäft. Er glänzte vor allen Dingen in Serienproduktionen wie in der Truckerproduktion "Auf Achse", als Hamburger Tatortkommissar Stöver oder als Anwalt in der Serie "Liebling Kreuzberg".

Auch die Werbung entdeckte den deutschen Fernsehstar mit Weltniveau. Zu seinen weiteren Projekten zählen unter anderem "Konsul Möllers Erben" (TV-Mehrteiler), "Wer raucht die Letzte?" (beide 1983), "Whopper-Punch 777" (1986), "Neuner", "Rosamunde" (beide 1990), "Wir sind auch nur ein Volk", "Der Blaue" (beide 1994) und "Abgehauen" (1998), eine Geschichte seiner Flucht aus der DDR, für die gleichfalls das Drehbuch schrieb. 2013 wurde er mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet und 2015 erhielt er den Europäischer Kulturpreis für sein künstlerisches Lebenswerk.

Manfred Krug starb am 21. Oktober 2016 in Berlin.
1962 - Auf der Sonnenseite
1964 - Jazz und Lyrik
1965 - Manfred Krug und Big Band
1966 - Jazz Lyrik Prosa
1971 - Das war nur ein Moment
1973 - Ein Hauch von Frühling
1974 - Greens
1976 - Du bist heute wie neu
1977 - Abgehauen
1979 - Da bist Du ja
1997 - Anthologie
2000 - Tatort – die Songs
2000 - Deutsche Schlager
2000 - Schlafstörung
2004 - Weihnachtskrug
1957 - Ein Mädchen von 16 1/2
1959 - Ware für Katalonien
1959 - Der Freischütz
1959 - Reportage 57
1959 - Bevor der Blitz einschlägt
1960 - Was wäre, wenn...?
1960 - Leute mit Flügeln
1960 - Fünf Patronenhülsen
1961 - Professor Mamlock
1961 - Guten Tag, lieber Tag
1961 - Urfaust
1961 - Bei Anruf Mord
1961 - Drei Kapitel Glück
1961 - Auf der Sonnenseite
1962 - Revue um Mitternacht
1962 - Minna von Barnhelm
1962 - Königskinder
1962 - Der Kinnhaken
1963 - Nebel
1963 - Boxer
1963 - Beschreibung eines Sommers
1964 - Mir nach, Canaillen
1965 - König Drosselbart
1965 - Die antike Münze
1966 - Spur der Steine
1967 - Frau Venus und ihr Teufel
1967 - Die Fahne von Kriwoj Rog
1968 - Hauptmann Florian von der Mühle
1968 - Abschied
1968 - Wege übers Land
1969 - Weite Straßen, Stille Liebe
1969 - Käuzchenkuhle
1969 - Mit mir nicht, Madame!
1970 - Netzwerk
1970 - Meine Stunde Null
1970 - Junge Frau von 1914
1971 - Husaren in Berlin
1971 - Die Verschworenen
1972 - Die gestohlene Schlacht
1973 - Wie füttert man einen Esel
1974 - Kit & Co
1977 - Das Versteck
1977 - Feuer unter Deck
1978 - Paul kehrt zurück
1978 - Auf Achse / Serie bis 1996
1979 - Die Faust in der Tasche
1979 - Die Phantasten
1980 - Ein Mann fürs Leben
1981 - Flächenbrand
1983 - Konsul Möllers Erben
1984 - Joseph Süß Oppenheimer
1988 - Liebling Kreuzberg
1990 - Rosamunde
1990 - Neuner
1994 - Der Blaue
1996 - Auf Achse / Seit 1978

NameManfred Krug

Geboren am08.02.1937

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortDuisburg (D).

Verstorben am21.10.2016

TodesortBerlin (D).