Biografie

Karl Blessing

NameKarl Blessing

Geboren am05.02.1900

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortEnzweihingen (D).

Verstorben am25.04.1971

TodesortRasteau (F).

Karl Blessing

Der deutsche Diplom-Kaufmann und Bankier stellte von 1958 bis 1969 nach Wilhelm Vocke für zwölf Jahre den zweiten Präsidenten der 1957 gegründeten Deutschen Bundesbank. Er machte sich vor allem einen Namen als Kämpfer gegen Geldentwertung und als Hüter der Währungsstabilität. Unter Dr. rer. pol. h.c. Karl Blessing wurde die härteste Stabilitätspolitik der Geldwirtschaft in der Nachkriegszeit ausgeübt – mit Erfolg. Seine Konsequenz in diesem Kurs machte ihn weithin populär. Für seine Verdienste um die Geldstabilität wurde er 1965 mit dem Großkreuz des Verdienstordens ausgezeichnet. Kritisch blieb seine Nähe zum Nationalsozialismus...
Karl Blessing wurde am 05. Februar 1900 im württembergischen Enzweihingen geboren.

Nach der Schule ließ er sich an der Handelshochschule Berlin zum Diplom-Kaufmann ausbilden. Noch vor Abschluss seines Studiums trat er der Reichsbank bei und arbeitete dort als Beamter im Bereich Reparationszahlungen. 1925 schloss er seine Ausbildung ab. Vier Jahre später begleitete er den damaligen Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht als Assistenten zur so genannten Young-Konferenz in Paris. Dort wurden vom 11. Februar bis 7. Juni, unter Vorsitz des amerikanischen Wirtschaftsfachmanns Owen D. Young, die deutschen Reparationszahlungen neu reguliert.

In seiner Funktion als Mitarbeiter der Deutschen Reichsbank hatte der aufstrebende Banker noch weitere Gelegenheiten an wichtigen geld- und währungspolitischen Treffen teilzunehmen, so beispielsweise an den Haager Reparationskonferenzen und an der Konferenz zur Gründung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel. In der Zeit von 1930 bis 1934 arbeitete er selbst an dem Baseler Institut, und zwar als Abteilungsleiter abgeordnet von der Reichsbank. Danach wechselte er ins Reichswirtschaftsministerium, wo er bis 1937 als Generalreferent arbeitete. Im selben Jahr trat er der NSDAP bei. Diese Mitgliedschaft ermöglichte es ihm, dem Direktorium der Reichsbank beizutreten. Er wurde der jüngste Reichsbankdirektor.

Karl Blessing lehnte im November 1938 Hermann Görings Judenvermögensabgabe als Kontributionszahlung ("Sühneleistung") über eine Milliarde Reichsmark ab und begründete dies mit dem volkswirtschaftlichen Nachteil, der durch den Verkauf von Reichsanleihen entstanden wäre. Weiterhin bekannte sich Blessing ablehnend gegenüber der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik, respektive der Ankurbelung der Rüstungsindustrie zu Lasten der Währungsstabilität. Schon zu dieser Zeit zeigte sich die uneingeschränkte volkswirtschaftliche Leidenschaft Blessings gegen Geldentwertung. Für diesen Affront wurde er am 1. Februar 1939 aus der Reichsbank entlassen. Durch den Bankier Hermann J. Abs und Juristen und Widerstandskämpfer Peter Yorck von Wartenburg lernte Karl Blessing den Kreisauer Kreis kennen, eine Vereinigung mit humanen rechtsstaatlichen Zielen.

Blessing wechselte nach seinem Rauswurf aus der Reichsbank in die private Wirtschaft. Von 1941 bis 1945 war er Mitglied beziehungsweise Vorsitzender des Vorstands der Berliner Kontinentale Öl AG. Das Unternehmen machte sich nach dem Überfall deutscher Soldaten auf die Sowjetunion Mitte 1942 über die Ölfelder im Kaukasus her, um die Energienachfrage der Wehrmacht zu decken. Längst war die fachliche Kompetenz von Blessing bekannt. Aus dem Hitler-Widerstand um Carl Goerdeler und Ludwig Beck heraus wurde der Banker ab 1943 als potenzieller Reichsbankpräsident oder als Wirtschaftsminister nach Kriegsende gehandelt. Nach dem Krieg war er von 1948 bis 1957 Vorstandsmitglied der Margarine Union AG, später Unilever. Am 1. Januar 1958 übernahm Karl Blessing die Leitung der Deutschen Bundesbank als ihr Präsident.

In dieser Zeit machte er sich durch konsequentes Handeln einen Namen als eiserner Währungshüter. Sein finanz- und volkswirtschaftliches Vorgehen gegen Inflation aus Überzeugung machte ihn populärer als so manchen Regierungslenker auf Ministerebene seiner Zeit. Er handelte nach seinem persönlichen Motto: "Es gibt keine harte Währung ohne harte Maßnahme", anlässlich einer Rede von 1966 in Stuttgart. Der Bundesbankpräsident trat konsequent für eine stabile Währung ein und verlangte dafür auch alle erdenklichen politischen Einschränkungsmaßnahmen. Während seiner zwölfjährigen Zeit als Bundesbankpräsident gab er diese Haltung und sein Handeln danach nie auf. Für sein kompromissloses und erfolgreiches Engagement wurde Blessing 1965 mit dem Großkreuz des Verdienstordens aus den Händen von Bundeskanzler Ludwig Erhard (CDU) belohnt.

Just in dieser Zeit veröffentlichte das Nachrichtenmagazin "SPIEGEL" einen Bericht über das zwiespältige Verhältnis Blessings zum Nationalsozialismus. Er soll als "großdeutsche Auswahl" zum "Himmler-Freundeskreis" gezählt haben. Auch nach seinem Ausscheiden aus der Deutschen Bundesbank am 31. Dezember 1969 präsentierte sich der Banker der Öffentlichkeit als unermüdlicher Kämpfer gegen Geldentwertung.

Dr. rer. pol. h.c. Karl Blessing starb am 25. April 1971 in seinem südfranzösischen Urlaubsort Rasteau. Er war mit Ida Harden verheiratet und hatte drei Töchter und zwei Söhne mit ihr.

NameKarl Blessing

Geboren am05.02.1900

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortEnzweihingen (D).

Verstorben am25.04.1971

TodesortRasteau (F).

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