Josef Hoffmann

Name:Josef Hoffmann

Geboren am:15.12.1870

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

Geburtsort:Pirnitz, Mähren

Verstorben am:07.05.1956

Todesort:Wien

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Der österreichische Architekt und Designer war als Mitglied der Wiener Secession maßgeblich an der Entwicklung der modernen Kunstauffassung beteiligt. Mit Koloman Moser war er auch Gründungsmitglied und einer der Hauptvertreter der Wiener Werkstätte. Josef Hoffmann leitete mit seinen unerhörten Formabstraktionen die Avantgarde in der Kunst des 20. Jahrhunderts ein. In seiner Zeit der Wiener Werkstätten, die er mitbegründete, erneuerte er das Kunsthandwerk. Er war daneben mit seinen funktonal-strengen und dennoch dekorativen und einfallsreichen Möbelentwürfen auch einer der einflussreichsten Designer des modernen Kunsthandwerks. Hoffmanns Wirken umfasste und beeinflusste alle künstlerischen Gestaltungsbereiche...
Josef Hoffmann wurde am 15. Dezember 1870 in Pirnitz, Mähren, geboren.

Nach seiner Schulzeit besuchte Josef Hoffmann ab 1887 die Höhere Staatsgewerbeschule in Brünn. Dort wurde er unter anderem in Mathematik und in der Stillehre unterrichtet. So kam er mit der griechischen Architektur und der italienischen Renaissance in Kontakt. Nachdem er ein praktisches Jahr absolviert hatte, studierte Hoffmann ab 1892 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er war unter anderem Schüler von Carl Freiherr von Hasenauer und Otto Wagner. Hoffmann wurde Mitglied im Künstlerhaus in Wien, das Einfluss auf das künstlerische Geschehen in Europa nahm. 1897 gründete sich eine Gruppe bildender Künstler unter der Bezeichnung "Secession". Hoffmann fand Gelegenheit, sich durch Beteiligungen an den Ausstellungen der "Secessions"-Gruppe einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen. Sein Schaffen orientierte sich in dieser Zeit am Stil der Wagnerschule und war gekennzeichnet von der Hervorhebung der Fläche und der Werkstruktur.

Aber auch gegenüber dem Stilwillen der belgischen Art Nouveau mit ihren runden Formen zeigte er sich offen. 1899 folgte Hoffmann dem Ruf als Professor an die Wiener Kunstgewerbeschule. Der Architekt konzentrierte sich nun auf eine einfachere Formgebung im klassizistischen Stil und löste sich von der schwungvollen Ausdruckssprache der Secession. Von entscheidendem Einfluss dabei waren ohne Zweifel die Designer Charles Robert Ashbee und Charles Rennie Mackintosh, deren Reformgedanken er aufnahm, sowie die Scottish School of Glasgow. Etwas später ergab sich eine Zusammenarbeit mit der Firma Jakob & Josef Kohn, die die charakteristischen Bugholzmöbel produzierte. Hoffmanns Gipsschnitt als Supraportenrelief aus dem Jahr 1902 - beim Abgang zum rechten Seitensaal im Stammhaus der Secession - zeigt eindrucksvoll seine Vorwegnahme kubistischer Formen, die Picasso erst 1907 verwendete und die Anfänge der avantgardistischen Abstraktion belegen. An der 14. Ausstellung der Secession im gleichen Jahr zeigte Hoffmann Elemente aus Kreisen und Quadraten, die erst zehn Jahre später von Neo-Plastizisten und Konstruktivisten als Stilmerkmale eingesetzt wurden.

Der Bau einer Villenanlage auf der Hohen Warte in Wien fiel in eine bedeutsame Epoche Hoffmanns. In diesem Projekt sollte die Einheit des äußeren Hauses mit seiner Einrichtung erreicht werden. In der Zeit 1901/02 besann sich der Künstler und Architekt auf die künstlerische Einfachheit und Einheit des Werkes. Diese Klarheit sah er in der Form des Quadrates und in den Farben Schwarz und Weiß verwirklicht. 1903 war Hoffmann Mitbegründer der Wiener Werkstätten, einer Gemeinschaft von Künstlern nach dem englischen und schottischen Vorbild, die mit alten Kunstvorstellungen brachen. Sie suchten nach neuen Formen und lehnten die Nachahmung bestehender Stile ab; besonders die ornativen Elemente des Jugendstils wurden überwunden. Der Kunstbegriff wurde auch für Alltagsgegenstände gültig, der gesamte Lebensbereich des Menschen sollte gestalterisch erfasst werden – besonders in der handwerklichen Gestaltung. Die Wiener Werkstätten sollten Wien zum Zentrum einer neuen Kunstauffassung machen.

Der Bau des Sanatoriums Purkersdorf in Wien, das 1904 fertig gestellt war, präsentierte sich damals von einer unerhört modernen Formsprache. Das Objekt war der erste größere Auftrag für Hoffmann und die Wiener Werkstätten. Der Bau wurde in kubisch-geometrischer Bauform realisiert, wobei die Kubus-Form auf die höchste Einfachheit reduziert wurde. In den Jahren 1902 bis 1904 erzielte Hoffmann die radikalste Reduzierung seiner Formen und damit auch seine höchste Abstraktionsform. Dieser Stilgeschmack entsprach nicht immer dem zeitgenössischen Geschmack oder demjenigen der Auftraggeber des Architekten Hoffmann. Oftmals standen Schlichtheit und dekorative Fülle als Stilausdruck unvereinbar gegenüber. Nach 1904 lockerte Hoffmann seine puristische Stilauffassung etwas, besonders in Hinsicht auf das Material. Hoffmanns Schaffen als Architekt gipfelte in dem Bau des Palais Stoclet in Brüssel. Dabei realisierte er seine Neuorientierung am Klassizismus, die etwa ab 1905 einsetzte und die er mit seiner puristischen Abstraktion verband.

Zu seinen Bauten vor dem Ersten Weltkrieg zählt gleichfalls die Villa Skywa-Primavesi, die eine eigene klassizistische Formensprache aufweist. Aus Krankheitsgründen zog sich Josef Hoffmann ab 1919 von der Führung seines Ateliers zurück, dennoch blieb er stets auf der Suche nach neuen Formen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Mitglied im Kultursenat und übernahm er die Aufgabe des österreichischen Generalkommissars der Biennale in Venedig. Zu Hoffmanns weiteren Bauten zählen unter anderem das Österreichhaus auf der Deutschen Werkbundausstellung in Köln (1914), ein Teil der Wohnhausanlage Winarsky-Hof in Wien (1924–1925), das Wohnhaus Sonja Knios in Wien (1924–1925), die Reihenhäuser in der Wiener Werkbundsiedlung (1932) oder die Österreich-Pavillons für die Internationale Kunstgewerbeausstellung in Paris (1925) und für die Biennale in Venedig aus dem Jahr 1934.

Josef Hoffmann starb am 7. Mai 1956 in Wien.


Die einflussreichsten Architekten und Designer des 20. Jhs.

Name:Josef Hoffmann

Geboren am:15.12.1870

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

Geburtsort:Pirnitz, Mähren

Verstorben am:07.05.1956

Todesort:Wien

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