Biografie

Ephraim Kishon

NameFerence Hoffmann

AliasEphraim Kishon

Geboren am23.08.1924

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortBudapest (H).

Verstorben am29.01.2005

TodesortAppenzell (CH).

Ephraim Kishon

Der israelische Schriftsteller und Journalist ungarischer Herkunft schuf seit den 1960er Jahren ein bedeutendes Werk der Gegenwartsliteratur, das in über 37 Sprachen übersetzt wurde. Nach tragischem Schicksal in den Wirren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, avancierte der ungarisch-jüdische Autor in Israel zum weltweit bekanntesten Literaten des jungen Nahoststaates. Als Satiriker, Dramatiker und Filmemacher schuf sich Ephraim Kishon mit seinem unvergleichlichen Lebenswerk ein Weltpublikum. 1996 erschien als Kritik am Kunstmarkt der Titel "Picassos süße Rache - Neue Streifzüge durch die moderne Kunst". Zu seinen bekanntesten Satiren zähen weiter "Drehn Sie sich um, Frau Lot" (1962), "Arche Noah, Touristenklasse" (1963), "Der seekranke Walfisch" (1965), "Kein Öl, Moses?" (1974) sowie "Essen ist meine Lieblingsspeise" (1992)...
Ephraim Kishon wurde als Ference Hoffmann am 23. August 1924 in Budapest geboren.

Sein Vater war der Direktor einer Bank. Nach dem Abitur nahm Hoffmann ein Studium der Kunstgeschichte und Bildhauerei in Budapest auf. Im Zuge der nationalsozialistischen Besetzung Ungarns wurde er nach Polen deportiert. Von dort gelang ihm noch vor Kriegsende im Jahre 1945 auf abenteuerliche Weise die Flucht und Rückkehr in seine Heimat. 1949 floh er erneut, dieses Mal von Ungarn nach Israel. Dort lebte er zunächst in einem Kibbuz, wo er sich mit der neuen Sprache vertraut machte und erste schriftstellerische Tätigkeiten entfaltete, deren Produkt zum Teil bereits in der Tagespresse erschien. Im Anschluss an die Kibbuz-Erfahrung wechselte Kishon nach Tel Aviv, wo er die Schriftstellerei fortführte und eine Kleinkunstbühne leitete.

Kishon zog im Frühjahr 1981 in die Schweiz, wo er kurze Zeit im Kanton Appenzell lebte und dort seine Autobiographie niederschrieb. Das Werk des Schriftstellers besteht vor allem aus Satiren, die weltweit übersetzt wurden und seit Beginn der 1960er Jahre auch in Deutschland ein Millionenpublikum fanden. Herausragend wurden seine satirischen Theaterstücke "Der Blaumilchkanal" (1974) und "Es war die Lerche" (1977). Kishon schrieb auch die Drehbücher für beliebte Hör- und Fernsehspiele und übernahm gelegentlich auch die Regie. So erfolgte 1992 in St. Pölten unter seiner Regie die deutsche Erstaufführung seiner Komödie "Kein Wort zu Morgenstern". Auch schrieb und drehte er die Comedy-Serie "Sarah und Ephraim – Kishons beste Familiengeschichten", die 1998 im privaten Sender Super-RTL zu sehen war. Weitere Filme Kishons waren etwa "Ervinka" und "Schlaf gut, Wachtmeister".

Daneben gibt es zahlreiche Verfilmungen literarischer Vorlagen des Satirikers. In politischer Hinsicht meldete sich Kishon immer wieder gegen antiisraelische Kampagnen und auch gegen den Kommunismus zu Wort, mit dem er 1990 in "Undank ist der Welten Lohn" abrechnete. 1997 eroberte sein satirischer Roman "Mein Kamm" die internationalen Bestsellerlisten. Nachdem 2002 Kishons zweite Ehefrau Sara Lipovitz gestorben war, heiratete er ein Jahr später die Österreicherin Lisa Witasek in dritter Ehe. Aus der Ehe mit Sara hatte der Schriftsteller drei Kinder. Kishons literarisches Lebenswerk bestand indes aus über 50 Büchern, die in 37 Sprachen übersetzt wurden. Die weltweite Auflage seiner Schriften belief sich bereits auf 43 Millionen Exemplare, wobei die deutschsprachigen Ausgaben mit 32 Millionen einen Spitzenplatz belegen.

Die "Familiengeschichten" gelten inzwischen als das meist verkaufte hebräische Buch der Welt – neben der Bibel. Kishon wurde mit zahlreichen Preisen wie dem Orden wider den tierischen Ernst (1978), den Nobelpreis des Humors (1981) oder den Karl-Valentin-Orden (1984) geehrt. 1985 erhielt er die Goldene Kamera. Er wurde weiterhin mit drei Golden Globes ausgezeichnet. Eine Sammlung politischer Satiren folgte unter dem Titel Wer’s glaubt, wird selig (2000). 2002 bedachte der Staat Israel den Schriftsteller für sein Lebenswerk mit dem Israel-Preis, der höchsten Auszeichnung des Landes. Im Sommer 2004 erschien zum 80. Geburtstag Kishons beim deutschen Verlag Langen Müller die Jubiläumsausgabe "Alle Romane", welche die Prosawerke Kishons umfasst.

Ephraim Kishon starb am 29. Januar 2005 in Appenzell. Er wurde in Tel Aviv beigesetzt.
Filme (Auswahl)


1964
Sallah Shabati oder Tausche Tochter gegen Wohnung

1967
Ervinka

1969
Der Blaumilchkanal

1970
Schlaf gut, Wachtmeister!

1975
Es war die Lerche

1978
Der Fuchs im Hühnerstall

1983
Der Trauschein

1985
Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht
Satire und Sammlungen


1963
Arche Noah, Touristenklasse, Kurzgeschichten

1962
Drehn Sie sich um, Frau Lot!, Kurzgeschichten

1961
Der seekranke Walfisch, satirische Kurzgeschichten

1969
Wie unfair, David

1969
Der Blaumilchkanal, satirischer Roman

1970
Nicht so laut vor Jericho

1970
Salomos Urteil, Zweite Instanz

1973
Kein Applaus für Podmanitzki

1974
Kein Öl, Moses?

1979
Paradies neu zu vermieten

1980
Kishons beste Geschichten

1984
Abraham kann nichts dafür

1986
Picasso war kein Scharlatan. Randbemerkungen zur modernen Kunst

1989
Total verkabelt

1995
Picassos süße Rache. Neue Streifzüge durch die moderne Kunst

2001
Auch die Waschmaschine ist nur ein Mensch

2000
Wer’s glaubt, wird selig

2005
Kishon für Österreicher


Romane

1969
Der Fuchs im Hühnerstall, satirischer Roman

1997
Mein Kamm, satirischer Roman

2003
Der Glückspilz, satirischer Roman


Theaterstücke (Auswahl)

1953
Der Schützling (engl. Originaltitel: His Friend at Court)

1956
Schwarz auf Weiß. Ein satirisches Märchenspiel in drei Akten (engl. Originaltitel: Black on White)

1959
Kein Wort zu Morgenstern (engl. Originaltitel: Not A Word to Morgenstern)

1961
Der Trauschein (engl. Originaltitel: The Licence; Deutsch von Helmut Castagne)

1963
Sie und Er (engl. Originaltitel: He and She)

1965
Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht (engl. Originaltitel: Unplug, the Water is Boiling)

1967
Der Betrüger (engl. Originaltitel: The Swindler)

1974
Es war die Lerche (engl. Originaltitel: It was the Lark)

1988
Sallah Shabati

1989
Es war die Nachtigall

1998
Der Vaterschaftsprozess des Josef Zimmermann
1953
Nordau-Literaturpreis, Israel

1958
Sokolov-Preis, Israel

1966
Medaillon des bulgarischen Schriftstellerverbandes

1970
Herzl-Preis, Israel

1970
Jabotinsky-Preis

1978
Orden wider den tierischen Ernst (2002 nach Disput mit Norbert Blüm zurückgegeben)

1984
Neumann-Preis

1984
Karl-Valentin-Orden

1984
Shalom-Aleichem-Literatur-Preis, Israel

1996
Österreichischer Staatspreis für Kunst und Literatur

1998
Großer Literaturpreis von Ungarn

1999
Bialékpreis, Israel

1999
Ungarischer Staatspreis für Literatur

2001
Münchhausen-Preis

2002
Israel-Preis

2004
DVD Champion - Lifetime Achievement Award für sein Lebenswerk

NameFerence Hoffmann

AliasEphraim Kishon

Geboren am23.08.1924

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortBudapest (H).

Verstorben am29.01.2005

TodesortAppenzell (CH).

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