Biografie

José Luis Rodríguez Zapatero

Der Jura-Professor und Enkel eines sozialistischen Bürgerkriegskämpfers amtiert seit 2004 als spanischer Ministerpräsident. José Luis Rodríguez Zapatero engagierte sich ab 1979 bei den spanischen Sozialdemokraten. Als Generalsekretär der PSOE opponierte er ab 2000 gegen die Irak-Intervention des konservativen Ministerpräsidenten José María Aznar López, von dem er im Frühjahr 2004, nach dem Bombenanschlag auf Madrid, die Regierung übernahm. Die offiziell angekündigte Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der baskischen Terrororganisation ETA sowie die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe und der starke Einfluss der katalanisch-nationalistischen Partei ERC, die in der Vergangenheit häufig Zapateros Minderheitsregierung gestützt hat, führten zu einer Polarisierung der spanischen Innenpolitik...
José Luis Rodríguez Zapatero wurde am 4. August 1960 in Valladolid (Provinz León) in der spanischen Region Kastilien geboren.

Die Familie stand in sozialistischer Tradition: Ein Großvater Zapateros war 1936 im Spanischen Bürgerkrieg von Anhängern des Generals Francisco Franco y Bahamonde ermordet worden. Im Klima des diktatorischen Franco-Regimes besuchte Zapatero die Schule. Dann absolvierte er ein Jura-Studium an der Universität León. Nachdem der Tod des Diktators Franco 1975 die Demokratisierung des Landes eingeleitet hatte, begann Zapatero sein politisches Engagement entsprechend der Familientradition bei der neu gegründeten Spanischen Sozialistischen Arbeiterpartei (PSOE): 1978 wurde er Mitglied in deren Jugendorganisation und 1986 wurde er als jüngster Abgeordneter für León in das spanische Parlament gewählt, wo er u.a. im Verfassungsausschuss tätig wurde.

Ebenfalls 1986 begann Zapatero seine akademische Laufbahn, indem er zunächst als Dozent, später als ordentlicher Professor, Verfassungsrecht an der Juristischen Fakultät der Universität León lehrte. Zapatero wurde 1988 zum Provinzsekretär der PSOE in der Provinz León gewählt. 1997 trat er in den Parteivorstand der PSOE ein. Infolge der Wahlniederlage vom Frühjahr 2000 und dem Rücktritt des PSOE-Chefs Joaquín Almunia Amann geriet die Partei in eine tiefe Führungskrise. In der sich daraus entwickelnden Personaldebatte engagierte sich Zapatero in der Parteiströmung der "Nueva Via", welche die sozialdemokratische Programmatik auf einem "Neuen Weg" an die sich verändernden gesellschaftlichen und globalen Bedingungen anpassen wollte.

Zapatero wurde im Juli 2000 zum Generalsekretär der PSOE gewählt, die er in der Folge personell und programmatisch reformierte, um sie in der Opposition wieder zu einer handlungsfähigen Kraft zu machen und an die Regierung zu führen. Der neue PSOE-Chef scheute dabei auch nicht die Zusammenarbeit mit dem politischen Gegner: Zum Jahresende 2000 schloss Zapatero mit dem konservativen Regierungschef José María Aznar López eine Vereinbarung zur Bekämpfung und Eindämmung des baskischen Terrorismus. Anlässlich einer nicht mit dem Außenministerium abgestimmten Marokko-Reise kam es ein Jahr später jedoch zwischen beiden führenden Politikern zu einer ernsten Verstimmung, da Ministerpräsident Aznar dem Oppositionsführer einen Empfang verweigerte.

Ab Frühjahr 2003 geriet Regierungschef Aznar aufgrund der spanischen Beteiligung am US-amerikanischen Irak-Krieg zunehmend in die öffentliche Kritik. Zapatero positionierte sich in der Folge deutlich auf der Seite der Kriegsgegner, wodurch seine Oppositionspartei an Bedeutung gewann. Im unmittelbaren Vorfeld der spanischen Parlamentswahlen von Mitte März 2004 ereignete sich im Madrider Hauptbahnhof ein terroristischer Anschlag auf einen vollbesetzten Vorortzug, dem 191 Menschen zum Opfer fielen. Die Bomben wurden von islamistischen Fanatikern gelegt, welche die spanische Regierung mehrfach zum Rückzug ihrer Truppen aus dem Irak aufgefordert hatten. Drei Tage nach dem Anschlag gewann Zapatero als PSOE-Spitzenkandidat die spanischen Parlamentswahlen, wobei er die absolute Mehrheit nur knapp verfehlte.

Am 16. April 2004 wählte das Parlament den Sozialdemokraten zum neuen spanischen Premier. Kurz nach seinem Amtsantritt leitete Zapatero den Rückzug der spanischen Truppen aus dem Irak ein. Die offiziell angekündigte Aufnahme von Friedensverhandlungen mit der baskischen Terrororganisation ETA sowie die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe und der starke Einfluss der katalanisch-nationalistischen Partei ERC, die in der Vergangenheit häufig Zapateros Minderheitsregierung gestützt hat, führten zu einer Polarisierung der spanischen Innenpolitik. Im Februar 2005 sah sich der spanische Regierungschef einer großen Herausforderung für seine EU-Politik gegenüber: Spanien stimmte als erster EU-Staat über die gemeinsame europäische Verfassung ab. Anfang 2005 legalisierte er rund 800.000 spanische Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung.

Bei den Parlamentswahlen am 10. März 2008 erhielten die spanischen Sozialisten 169 von 350 Parlamentssitzen. Sie konnten die Anzahl ihrer Sitze damit um fünf steigern, verfehlten aber erneut die absolute Mehrheit im Parlament. Am 11. April 2008 wurde Zapatero nur mit den Stimmen seiner Partei im zweiten Wahlgang erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

Zapatero ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.


Die Europäische Union (EU):
Mitgliedsstaaten und Regierungschefs

NameJosé Luis Rodríguez Zapatero

Geboren am04.08.1960

SternzeichenLöwe 23.07 - 23.08

GeburtsortValladolid, Provinz León (ES).