Biografie

Jorge Luis Borges

NameJorge Luis Borges

Geboren am24.08.1899

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBuenos Aires (RA).

Verstorben am14.06.1986

TodesortGenf (CH).

Jorge Luis Borges

Der argentinische Schriftsteller gilt als Vorläufer des Postmodernismus und ist einer der meistzitierten Autoren im Poststrukturalismus. Jorge Luis Borges wurde einem größeren Publikum durch seine phantastischen Erzählungen bekannt. Seine klassischen, formstrengen Geschichten gehören zu den Meisterwerken der phantastischen Literatur. Er verfasste zahlreiche Gedichte und Essays, gab Bücherkataloge sowie Zitatsammlungen heraus und war als Übersetzer tätig. Darüber hinaus hat er unter den Pseudonymen B. Suarez Lynch und H. Bustos Domecq Werke veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit Adolfo Bioy Casares entstanden. Der Autor beherrschte die Täuschung und das Spielen mit dem Leser zwischen Realität und Surrealität. Er wählte für seine Werke kurze Formen. Nur wenige seiner Arbeiten sind länger als fünfzehn Seiten. Seine Prosa war vornehm und ohne jedes überflüssige Wort...
Jorge Luis Borges wurde am 24. August 1899 als Sohn eines Anwalts und Psychologiedozenten in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires geboren.

Ab 1914 hielt er sich mit seiner Familie in Genf auf, später auch in Spanien. In dieser Zeit arbeitete er als Lehrer und es entstanden erste Prosa- und Lyrikwerke. Im Jahr 1921 kehrte Borges nach Buenos Aires zurück und er belieferte verschiedene Literaturblätter mit Beiträgen. Im Jahr darauf hob er die Wandzeitung "Prisma" aus der Taufe und die Zeitschrift "Proa". Um diese Zeit entstanden lyrische Werke, unter anderem "Fervor de Buenos Aires" (1923, Buenos Aires mit Inbrunst), die das Interesse des Dichters an seiner Heimatstadt und der Geschichte des Landes bekunden. Zu dieser Phase zählen ebenso die Werke "Luna de enfrente" (1925, Mond gegenüber) und Cuarderno San Martín (1929, Notizbuch San Martin).

Im Jahr 1930 machte Jorges Luis Borges die Bekanntschaft des Schriftstellers Adolfo Bioy Casares, die in eine langjährige Freundschaft und Zusammenarbeit mündete. Daraus entstand später unter anderem der Titel "Crónas de Bustos Domecq" (1963, Chroniken von Bustos Domecq). Ab 1938 war Borges als Bibliothekar tätig sowie als Übersetzer von Franz Kafkas phantastischer Erzählung "Die Verwandlung". Diesem Genre widmete er sich auch in der "Antología de la literatura fantástica" (1941), die er zusammen mit Casares und Silvina Ocampo herausgab. Nicht nur besonders dieses Werk machte die phantastische Literatur auch über die Grenzen von Lateinamerika weithin bekannt, sondern er gehörte längst zu den führenden Vertretern phantastischer Autoren in seinem Land.

In dieser Zeit entstanden auch eigenständige Erzählwerke dieser Art , die 1944 als "Ficciones" (dt. 1959 – 61: Fiktionen) veröffentlicht wurden. Sie legten den Grundstein für den magischen Realismus und stehen noch heute in der Bedeutung als das wirkungsmächtigste Einzelwerk in der Literatur Lateinamerikas. Jorge Luis Borges erlangte mit seiner phantastischen Prosa literarische Berühmtheit, in der er sein enthusiastisches Interesse am logischen Aufbau des Genre "Kriminalroman" bekundete. So entstand in gemeinsamer Arbeit mit seinem Schriftstellerkollegen Bioy Casares der Titel „Un modelo para muerte“ (1946, dt.: Ein Modell für einen Tod). Im gleichen Jahr verlor er wegen kritischer Äußerungen zur Politik Perons seine Bibliothekarsstelle. Im Jahr 1949 wurde er Mitglied der Academia Goetheana und ein Jahr später Präsident von Argentiniens Schriftstellerverband – bis zum Jahr 1953.

Im Jahr 1955 fiel Peron dem Militärputsch zum Opfer und für Borges war der Weg frei für die Stelle als Direktor der Nationalbibliothek. 1956 wurde ihm der Erste Nationalpreis für Literatur überreicht. Die Leitung der Nationalbibliothek gab er 1973 wieder auf wegen seiner fortschreitenden Augenkrankheit und der politischen Rückkehr Perons. Während seiner Direktorentätigkeit dozierte er englische Literatur an der Universität in Buenos Aires, wurde 1961 zusammen mit Samuel Beckett mit dem Internationalen Verlegerpreis Prix Formentor ausgezeichnet und unternahm zahlreiche internationale Reisen, die seine literarisches Renommee außerhalb des Landes unterstrichen. Buenos Aires ehrte seinen Bürger im Jahr 1973 mit dem Titel des Ehrenbürgers. Der Schriftsteller begrüßte zunächst den Putsch von General Juan Carlos Onganía, den er aber in der Folge wegen Verletzung von Menschenrechten ablehnte.

Im Jahr 1967 heiratete er seine Jugendfreundin Elsa Astete Millán. Im Jahr 1981 überreichte ihm der italienische Präsident Sandro Pertini den Balzan-Preis. Im Jahr darauf reiste er nach Deutschland und nahm am Joyce-Kongress in Dublin statt. 1985 veröffentlichte Borges mit dem Titel "Los conjurados" (dt.: Die Verschworenen) sein letztes Werk. Im gleichen Jahr siedelte er nach Genf über und im Jahr darauf heiratete er seine Sekretärin Maria Kodama.

Jorge Luis Borges starb am 14. Juni 1986 in Genf. Posthum erhielt er 1970 den Interamerikanischen Literaturpreis Matarazzo und 1980 den Premio Cervantes als wichtigsten spanischen Literaturpreis.
1923: Buenos Aires mit Inbrunst (Lyrik)
1925: Mond gegenüber (Lyrik)
1929: Notizheft St. Martin (Lyrik)
1930: Evarstio Carriego (Essays)
1932/1935: Diskussionen (Essays)
1935/1961: Der Schwarze Spiegel (Prosa)
1936: Geschichte der Ewigkeit (Prosa)
1936/1939: Von Büchern und Autoren (Essays)
1941: Der Garten der Pfade die sich verzweigen (Prosa)
1941/1952: Inquisitionen (Essays)
1942: Sechs Aufgaben für Don Isidoro Parodi
1943/1945: Ein Modell für den Tod (mit Adolfo Casares)
1944: Kunststücke (Prosa)
1945: Zwei denkwürdige Phantasien (mit Adolfo Casares)
1949/1952: Das Aleph (Prosa)
1957/1968: Einhorn, Sphinx und Salamander
1960: Borges und Ich (Prosa und Lyrik)
1960: Museum (Lyrik und Prosa)
1960: Das Buch von Himmel und Hölle (mit Adolfo Casares)
1964: Der Andere, der Selbe (Lyrik)
1965: Für die sechs Saiten (Lyrik)
1967/1968: Das Handwerk des Dichters (Havard-Vorträge)
1967: Chroniken von Bustos Domecq (mit Adolfo Casares)
1969: Lob des Schattens (Lyrik)
1970: David Brodies Bericht (Prosa)
1972: Das Gold der Tiger (Lyrik)
1975: Das Sandbuch (Prosa)
1975: Die tiefe Rose (Lyrik)
1975: Die Bibliothek von Babel (Anthologiereihe mit 30 Bänden)
1976: Die eiserne Münze (Lyrik)
1976: Das Buch der Träume (mit Roy Bartholomew)
1977: Neue Geschichten von Bustos Domecq (mit Adolfo Casares)
1979: Borges mündlich (Essays)
1980: Sechs Nächte (Lyrik)
1980/1983: Shakespeares Gedächtnis (Prosa)
1981: Die Ziffer (Lyrik)
1982: Neun danteske Essays (Essays)
1985: Die Verschworenen (Lyrik)
1988: Persönliche Bibliothek (Essays)

Übersetzt ins Spanische

1906: Oscar Wilde: Der glückliche Prinz
1936: Virginia Woolf: Jacobs Zimmer
1937: Virginia Woolf: Orlando
1941: William Faulkner: Wilde Palmen und Der Strom
1941: Henri Michaux: Ein Barbar auf Reisen
1943: Franz Kafka: Die Verwandlung
1970: Walt Whitman: Grashalme

NameJorge Luis Borges

Geboren am24.08.1899

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortBuenos Aires (RA).

Verstorben am14.06.1986

TodesortGenf (CH).

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