Biografie

Jonathan Meese

Der deutsche Künstler erreichte mit raumgreifenden Installationen sowie Aktionen und Performances ab 1998 ein internationales Kunstpublikum. Sein bisweilen obszönes, düsterfurioses Kunstuniversum sprengte jedes Format. Dabei avancierte Jonathan Meese als exzentrischer Selbstdarsteller zu einem der radikalsten Maler und Aktionskünstler. Seine thematischen Inhalte entstammen oft dem Nationalsozialismus. Weiter gab es sprachliche und theatralische Bezüge zur deutschen Philosophie- und Literaturgeschichte. Meeses Arbeiten enthielten den mitunter aggressiven Versuch, deutsche Mythologie und "deutschen Wahn" abzubilden. Die überbordende und anarchische Kreativität schien er manchmal selber nicht zu beherrschen. Meese rief mehrfach in Interviews, Manifesten und in künstlerischen Mitteln die "Diktatur der Kunst" aus; in der Diktatur der Kunst regiert die Sache...
Jonathan Meese wurde am 23. Januar 1970 in Tokio als Sohn deutsch-walisischer Eltern geboren.

Aufgewachsen ist er zunächst in Tokio als Sohn des Japanologen Reginalt Selby Meese und der aus Stuttgart stammenden Brigitte Renate Meese (geb. Wetzler) als das dritte Kind seiner Eltern. Im Kindesalter kehrte seine Mutter mit den Kindern und ohne den Vater nach Deutschland zurück. Der Vater, der in Japan zurück blieb, starb 1988. 1989 legte er sein Abitur an der Stormarnschule in Ahrensburg ab. Ein Studium der Volkswirtschaft brach er ab. Indes fand er sein Interesse an der bildenden Kunst. Von 1995 bis 1998 studierte er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg bei Franz Erhard Walther; auch dieses Studium brach er ohne Abschluss ab. In Nicole Hackert und Bruno Brunnet (Contemporary Fine Arts, Berlin) fand Meese seine ersten Galeristen.

Ab 1998 machte er mit Installationen, Performances und Aktionen in der Kunstszene auf sich aufmerksam. Auf der Berlin Biennale 1998 präsentierte Meese die Installation "Ahoi der Angst", eine Photocollage und Widmung an den Marquis de Sade, der auch in folgenden Werken auftauchte. Ebenso 1989 gestaltete er für den Regisseur Leander Haussmann eine Kulisse für den Streifen "Sonnenallee", in dem er sich auch als irrer Künstler selbst mimte. Als gewagt radikaler Selbstdarsteller fand er durch provokante Auftritte in der Öffentlichkeit bald auch das Interesse der Medien, wodurch sein Name über die Kunstwelt hinaus populär wurde. Mit seinen Rauminstallationen und Performances war er ab 1999 national und international bei Gruppen- und Einzelausstellungen vertreten. Bald wandte sich Messe auch der Theaterbühne zu. Er entwarf 2004 das Bühnenbild für die Inszenierung des Pitigrilli-Romans "Kokain" von Frank Castorf.

Zusammenarbeiten ergaben sich indes u.a. mit Malern wie Jörg Immendorff, Albert Oehlen oder Daniel Richter. Sein Werk beinhaltet den oft aggressiven Versuch, deutsche Mythologie und "deutschen Wahn" zu thematisieren. So thematisierte er auch Adolf Hitler und zeigte dabei wiederholt und provokativ den "Hitlergruß". Hierbei zeigt sich Meese auch inhaltlich formal in der Nachfolge von Anselm Kiefer. Das Zentrum seiner Arbeit lag weiter in der Inszenierung von Alltagskulissen. Gegenstände des täglichen Lebens wurden dabei installativ mit dem Ausstellungsort in Beziehung gebracht. Meese rief mehrfach in Interviews, Manifesten und künstlerischen Mitteln eine "Diktatur der Kunst" aus; in der Diktatur der Kunst regiert die Sache. Sein bisweilen obszönes, düsterfurioses Kunstuniversum sprengte jedes Format. Er avancierte zu Deutschlands jüngstem und radikalstem Aktionskünstler. Die überbordende und anarchische Kreativität schien er manchmal selber nicht zu beherrschen. Neben Daniel Richter und Norbert Bisky wurde er dabei Teil der international hochgehandelten Berliner Künstlerszene.

Mit 150 Arbeiten zeigte er in den Deichtorhallen in Hamburg unter dem Titel "mama johnny" vom 30. April 2006 bis 3. September 2006 die erste umfassende Werkübersicht. Im selben Jahr, 2006, zählte das Wirtschafts-Magazin Capital ihn erstmals zu den hundert bedeutendsten Künstlern der Gegenwart. Sein Debüt als Regisseur gab Meese 2007 mit dem Theaterstück "De Frau" (Dr. Poundaddylein – Dr. Ezodysseusszeusuzur) an der Volksbühne Berlin. Ab 2008 gestaltete er die Medaille zum Roland Berger Preis für Menschenwürde. 2009 zeigte er eine Ausstellung zum Thema Atlantis mit dem Ausstellungstitel "Erzstaat Atlantisis" im Arp Museum Bahnhof Rolandseck. 2011 wurde Meese mit der der "Knight Exhibition Series" im Museum of Contemporary Art (North Miami) ausgestellt.

NameJonathan Meese

Geboren am23.01.1970

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortTokio (J).