Biografie

John Locke

Der englische Philosoph, Psychologe und Pädagoge war der Begründer des Empirismus und damit ein bedeutender Vorreiter der Aufklärungsphilosophie. John Locke brachte erkenntnistheoretische Untersuchungen in Verbindung mit einer psychologischen Theorie des Bewusstseins, sodass er zum Wegbereiter der Psychologie als Analyseinstrument des empirischen Bewusstseins wurde. Zu seinem hauptsächlichen Untersuchungsthema gehörten der Ursprung, die Sicherheit und der Umfang des menschlichen Wissens sowie die Gründe und Grade von Glauben und Meinung. Seine politische Philosophie beeinflusste die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten Staaten, die Verfassung des revolutionären Frankreichs sowie über diesen Weg die meisten Verfassungen liberaler Staaten maßgeblich...
John Locke wurde als Sohn eines Rechtsanwaltes am 29. August 1632 im englischen Wrington nahe Bristol geboren.

Locke besuchte die Westminster-School in London, wo er eine philologische Ausbildung erhielt. Danach studierte er Medizin, Chemie und Philosophie am Christ Church College in Oxford. 1658 schloss er seine Studien ab mit den beiden akademischen Graden Bachelor und Master of Arts. Im Anschluss daran lehrte er in Oxford klassische Sprachen und Philosophie. Sein Wissen in der Erkenntnistheorie und in den Fächern Staatslehre, Naturwissenschaften und Medizin machten ihn zu einem Enzyklopädisten seiner Zeit. Kurzzeit war Locke Sekretär in der englischen Botschaft des Kurfürsten von Brandenburg. 1667 machte er die Bekanntschaft von Anthony Ashley Cooper, dem späteren Lord Ashley und Earl of Shaftesbury, aus der sich eine freundschaftliche Verbindung ergab. Locke wurde in der Zeit von 1667 bis 1675 für ihn als Berater und Arzt tätig.

Im Jahr 1668 wurde er Mitglied in der Royal Society in London. In dieser Zeit lernte er auch Isaac Newton und den bekannten Physiker und Chemiker Robert Boyle kennen. 1671 begannen die Arbeiten zu Lockes philosophischem Hauptwerk "Concerning Human Understanding", zu dt.: Versuche über den menschlichen Verstand. Ediert wurde das populäre Werk im Jahr 1689/90. Ab dem Jahr 1672 nahm John Locke verschiedene Sekretärsstellen wahr, die er auf Vermittlung von Lordkanzler Shaftesbury erhielt. Mit dem politischen Sturz Shaftesburys verließ Locke England und ließ sich in der Zeit von 1675 bis 1679 in Frankreich nieder. In dieser Zeit setzte er sich mit der rationalistischen Philosophie des Franzosen Rene Descartes sowie mit anderen Denkern seiner Zeit auseinander. Daraus entnahm Locke zahlreiche Anregung für sein eigenes philosophisches Hauptwerk. Nachdem Shaftesbury wieder das englische Kabinett leitete, kehrte auch John Locke nach England zurück.

Im Jahr 1682 machte er die Bekanntschaft der Philosophin Damaris Cudworth Masham, mit der ihn eine freundschaftliche Beziehung verband. 1683 setzte sich Lordkanzler Shaftebury nach Holland ab, da er Druckmitteln ausgesetzt war. John Locke begleitete ihn. Shaftesbury war in die Verschwörung gegen Jakob II. verwickelt. In Holland hatte Locke Kontakt mit der Lehre von der liberalen Theologie, die sich nicht zur Dreieinigkeit bekannte. Sie veranlasste ihn zu den im Jahr 1689 anonym veröffentlichten Werk "Epistola de tolerantia". Im gleichen Jahr kehrte er wieder nach England zurück. Er wurde in den Staatsdienst übernommen und war als Beamter für Handel und Wirtschaft tätig. Bis zu seinem Tode schuf er ein umfangreiches Gesamtwerk. 1693 kam sein Werk "Einige Gedanken über Erziehung" heraus. Es folgte 1695 der Titel "Über die Vernunftmäßigkeit des Titels". Zu seinen Arbeiten über den Geldwert zählt die Schrift "Betrachtungen über die Folgen der Herabsetzung des Zinses und der Erhöhung des Münzwertes" (1692).

Locke schuf ein Gesamtwerk, das sich mit vielfältigen Themen beschäftigt und seinen Status als Enzyklädist dokumentiert. Seine Schriften befassen sich mit Themen aus den Fachgebieten der Erkenntnistheorie, Rechts- und Staatsphilosophie, Ökonomie, Finanzwissenschaften, Mathematik, Medizin, Pädagogik, Theologie und Kirchenpolitik. Seine religiösen und politischen Schriften übten einen großen Einfluss auf die Zeitgenossen aus. In seinen rationalen Schriften forderte er unter anderem religiöse Toleranz, Gewaltenteilung in der konstitutionellen Monarchie, bürgerliche Freiheiten und die Trennung von Kirche und Staat. Seine Argumente fanden unter anderem Eingang in die amerikanische Unabhängigkeitserklärung. In seinen erkenntnistheoretischen Arbeiten verbreitete er einen Empirismus und wandte sich gegen den Rationalismus. Locke argumentierte gegen die angeborenen Ideen von Descartes und folgte der Idee von der "tabula rasa". Die Hauptstützen der Erkenntnis sah er in der Sinneserfahrung, Reflexion und Induktion.

Locke betrachtete das menschliche Erkenntnisvermögen kritisch und vertraute nicht mehr der rationalistischen Vorgehensweise der Vernunft. In dieser Erkenntniskritik fand er in Immanuel Kant einen berühmten Nachfolger. Doch bereits John Locke erkannte die Begrenztheit der menschlichen Erkenntnisfähigkeit. Daraus leitete er ab, dass kein Mensch im Besitz der allein gültigen Wahrheit sei. Locke entwickelte ein pädagogisches Erziehungskonzept, das das Individuum und seine Fähigkeiten in den Mittelpunkt der Förderung stellt. Er forderte in der Wissensvermittlung Anschaulichkeit, spielerische Methoden und die Förderung der Selbstständigkeit. In seiner Religionsphilosophie betonte er die Angemessenheit der Vernunft in der theologischen Lehre. Zu seinen weiteren Hauptwerken zählen unter anderem die beiden Titel "Two Treatises of Government" (1690) und "The Reasonableness Of Christianity" (1695).

John Locke starb am 28. Oktober 1704 in Oates (Essex).

NameJohn Locke

Geboren am29.08.1632

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortWrington (GB).

Verstorben am28.10.1704

TodesortOates (Essex).