Biografie

Erich Loest

NameErich Loest

AliasHans Walldorf, Waldemar Naß

Geboren am24.02.1926

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMittweida

Erich Loest

Der Schriftsteller zählt zu den bedeutenden Autoren der Nachkriegszeit in Deutschland. Sein Romanwerk "Jungen, die übrig bleiben" (1950) begründete seine schriftstellerische Bekanntheit; zunächst in der DDR. Erich Loest schrieb Romane zur alltäglichen Situation. Am Anfang seiner schriftstellerischen Tätigkeit standen simple Polit- und Kriminalromane. In seinen nachfolgenden Werken wurde Loest zunehmend kritischer gegenüber den Verhältnissen in der DDR. Historische Hintergründe eröffnet Erich Loest mit dem Roman "Völkerschlachtdenkmal" (1984), der eine Rückschau auf 150 Jahre deutsche und sächsische Geschichte gibt...
Erich Loest wurde als Sohn eines Kaufmanns im sächsischen Mittweida am 24. Februar 1926 geboren.

Loest besuchte die Oberschule und nahm ab dem Jahr 1944 am Kriegsgeschehen teil. Nach dem Ende des Krieges arbeitete er in verschiedenen Tätigkeiten, unter anderem in der Landwirtschaft. In der Zeit von 1947 bis 1950 absolvierte er ein Volontariat bei der "Leipziger Volkszeitung". Danach lebte er als hauptberuflicher Schriftsteller in Leipzig. Sein Romanwerk "Jungen, die übrig bleiben" (1950) begründete seine schriftstellerische Bekanntheit in der DDR. Dazu trugen auch der Folgeroman mit dem Titel "Die Westmark fällt weiter" (1952) und die Erzähltitel "Liebesgeschichten" und "Sportgeschichten" bei.

Loest wurde Vorsitzender des Schriftstellerverbandes Leipzig und er trat in die SED, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, ein. In den Jahren 1955 und 1956 studierte er am Institut Johannes R. Becher in Leipzig Literatur. Ein einschneidendes Erlebnis für ihn wurde der Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953, der das Ende seiner Konformität mit der DDR-Staatsideologie bedeutete. In seinen Werken wurde zunehmend Kritik an der DDR-Führung laut. So wurde er im Jahr 1957 nach dem öffentlichen Vorschlag zur Demokratisierung des Staates verhaftet und aus der SED ausgeschlossen. Loest wurde deswegen ein Jahr darauf zu einer siebenjährigen Haftstrafe verurteilt, die er im Zuchthaus in Bautzen absaß.

Nach seiner Haftentlassung im Jahr 1964 ließ sich Loest wieder in Leipzig nieder. Dort arbeitete er weiterhin als freier Schriftsteller. 1978 kam sein autobiografisches Werk "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene". Im Jahr darauf, 1979, kam es zum Konflikt mit dem Schriftstellerverband wegen der Zensur, der zum Austritt von Loest führte. Loest war ein sehr produktiver Schreiber. Unter anderem verfasste und veröffentlichte er im Jahr 1980 eine literarische Biografie über seinen sächsischen Landsmann Karl May mit dem Titel "Swallow, mein wackerer Mustang." 1981 siedelte der Schriftsteller in die Bundesrepublik über. Im gleichen Jahr erschien seine Autobiografie "Durch die Erde ein Riß". In dieser Zeit wurde er mit dem Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster geehrt.

In den beiden Jahren 1984 und 1985 wurden der Roman "Völkerschlachtdenkmal" (1984) veröffentlicht, der eine Rückschau auf 150 Jahre deutsche und sächsische Geschichte gibt, sowie der Titel "Zwiebelmuster", in dem er den DDR-Muff des täglichen Lebens exakt schildert. Beide Werke wurden für eine jeweilige Fernsehverfilmung aufbereitet. In der Zeit von 1984 bis 1986 übernahm er den Zweiten Vorsitz des Deutschen Schriftstellerverbandes. 1989 gründete er mit seinem Sohn den Linden-Verlag in Künzelsau. 1990 eröffnete er eine Geschäftsstelle in Leipzig. Nach dem Niedergang der DDR im Jahr 1989 wurde Loest gerichtlich rehabilitiert.

In den beiden Jahren 1990 und 1991 erschienen der Roman "Froschkonzert" und die Dokumentation "Die Stasi war mein Eckermann oder mein Leben mit der Wanze". Beide Arbeiten entstanden aufgrund von Loests Einsicht in die Akten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). 1994 übernahm Loest den Bundesvorsitz des Deutschen Schriftstellerverbandes. Er engagierte sich für eine Verbindung mit Polen. Dazu entwickelte er das Unternehmen "Förderung polnischer Literatur in Deutschland und deutscher Literatur in Polen". 1995 wurde sein Roman "Nikolaikirche" publiziert, in dem er die Leipziger Montagsdemonstrationen literarisch verarbeitete. Das Werk wurde zu einem großen Publikumserfolg.

Im Jahr darauf wurde er Ehrenbürger der Stadt Leipzig. 1997 kam die autobiografische Schrift mit dem Titel "Als wir in den Westen kamen. Gedanken eines literarischen Grenzgängers" heraus. Im gleichen Jahr wurde Loest mit dem Kommandeurskreuz des Verdienstordens der Republik Polen geehrt. Loest gehörte zum Dichterkreis "Kolonne" um die gleichnamige Literaturzeitschrift. Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem Titel wie "Das Jahr der Prüfung" (1954), "Schattenboxen" (1973), "Saison in Key West. Reisebilder" (1986), "Fallhöhe" (1989), "Der Zorn des Schafes. Aus meinem Tagwerk" (1990), "Heute kommt Westbesuch. Zwei Monologe" (1991), "Katerfrühstück" (1992) oder "Gute Genossen" (1999).

Im Jahr 2001 erhielt er die Ehrendoktor der Technischen Universität Chemnitz. 2005 und 2007 folgten die Titel "Sommergewitter" und "Prozesskosten". 2009 erhielt er den Deutschen Nationalpreis und die Ehrendoktorwürde der Philosophie der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2010 wurde er mit dem Kulturgroschen des Deutschen Kulturrats geehrt.

NameErich Loest

AliasHans Walldorf, Waldemar Naß

Geboren am24.02.1926

SternzeichenFische 20.02 - 20.03

GeburtsortMittweida

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