Biografie

Johannes Gutenberg

Der Drucker gilt als der Erfinder des Buchdrucks mit auswechselbaren Lettern. Zwar gab es bereits zuvor mit Holzschnitten gedruckte Bücher, doch Johannes Gutenberg revolutionierte mit seiner Erfindung das Buchdruckwesen, deren Kern die Zerlegung der Texte in seine einzelnen Bestandteile ausmachte und somit eine flexiblere und schnellere Handhabung des Druckvorgangs erlaubte. Über die Person Gutenberg und über ihr Wirken ist wenig bekannt, da kaum Quellen erhalten sind. Das meiste muss Spekulation bleiben. Als gesichert gilt indes, dass mit Gutenbergs Buchdruck das Massenmedienzeitalter eröffnet wurde...

Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Johannes Gutenberg, eigentlich Johannes Gensfleisch zur Laden, wurde um das Jahr 1400 in Mainz im Hof Gutenberg als Patriziersohn von Friele Gutenberg und seiner Frau Else geboren.

Die Lebensdaten Gutenbergs sind unvollkommen überliefert. So wird aufgrund einer Matrikeleintragung der Erfurter Universität für die Jahre von 1419 bis 1420 vermutet, dass es sich bei dem dort genannten Johannes de Altavilla um Johannes Gutenberg handelte. 1419 starb der Vater. Etwa um 1428 verließ die Familie Gutenberg aus Protest gegen Steuerforderungen die Stadt Mainz. 1433 starb Gutenbergs Mutter in Mainz. In den Jahren von 1434 bis 1444 hielt sich Gutenberg in Straßburg auf. Von 1436 bis 1437 stand er vor dem geistlichen Gericht in Straßburg: Die Bürgertochter Ennelin von der Isern Türe hatte ihn wegen einer nicht eingehaltenen Verlobung verklagt.

Aus den Eintragungen des Straßburger Helbeling-Zollbuches, eines Steuerregisters, geht für die Zeit zwischen 1436 und 1444 der soziale Status Gutenbergs hervor, der demjenigen eines Freimeisters entsprach. Die Protokolle eines Prozessverfahrens vor dem Straßburger Rat aus dem Jahr 1439 verraten etwas über Gutenbergs künstlerische, geschäftliche und handwerkliche Tätigkeiten. So beteiligte er sich unter anderem an einer Lehr- und Werkgemeinschaft mit mehreren Bürgern in Straßburg, um Wallfahrtsspiegel für die große Wallfahrt nach Aachen zu produzieren. Er war überdies als Goldschmied tätig. Außerdem gehen aus den Unterlagen eine weitere Geschäftsgesellschaft hervor und eine geheime Kunst Gutenbergs.

So ist in diesem Zusammenhang die Rede von einer Presse und von Druckmaterial, was zu dem Schluss führt, dass sich Gutenberg bereits in seiner Straßburger Zeit mit ersten praktischen Druckversuchen beschäftigte. Etwa um 1442 nahm er sich ein Darlehen in Höhe von 80 Pfund Straßburger Denare, das ihm von dem St.-Thomas-Stift zur Verfügung gestellt wurde. Gutenberg konnte Zeit seines Lebens das Geld nicht mehr zurückzahlen und hatte dadurch mehrmals mit gerichtlichen Verfahren zu tun – so zum Beispiel mit dem kaiserlichen Hofgericht in Rottweil. 1448 siedelte Gutenberg wieder nach Mainz über. Dort nahm er ein weiteres Darlehen in Höhe von 150 Gulden auf. Es ist anzunehmen, dass er das Geld in seine Buchdruck-Erfindung investierte.

Noch vor 1450 erschien ein Druck Gutenbergs von einem Gedicht in deutscher Sprache. Die Datierung des frühesten Druckes Gutenbergs kann bloß vermutet werden, da keine genauen Daten wie Erscheinungsjahr und Druckort bekannt sind. Die Schrift wurde außerdem nur als kleines Fragment überliefert. In den Jahren von 1450 bis 1452 ließ sich Gutenberg abermals ein Darlehen in Höhe von 800 Gulden auszahlen. Das von dem Mainzer Advokat geliehene Geld wurde erneut in Gutenbergs Erfindung und in eine Druckerwerkstatt mit Mitarbeitern gesteckt. 1452 verlieh Johannes Fust ein zweites Mal die Summe von 800 Gulden an Gutenberg. Damit beteiligte er sich an dem Unternehmen als Teilhaber.

Zwischen 1452 und 1454 druckte Gutenberg die berühmte 42-zeilige Bibel in lateinischer Sprache, die auch unter der Bezeichnung "Gutenberg-Bibel" bekannt wurde. Die Auflage soll rund 180 Stück umfasst haben, darunter befanden sich circa 30 Drucke auf Pergament. Vollendet wurde das Projekt 1455. Schon 1454 sollen davon die ersten Exemplare während des Frankfurter Reichstages angeboten worden sein. Ob es sich bei dem Anbieter um Gutenberg selbst handelte, ist nicht sicher. In den Jahren 1454/55 druckte Gutenberg 30- beziehungsweise 31-zeilige "zyprische Ablaßbriefe". Ein notarielles Dokument, das Helmaspergersche Notariatsinstrument von 1455 aus der Feder des Notars Ulrich Helmasperger, beurkundet Gutenbergs säumige Zins- und Rückzahlungen an seinen Darlehensgeber Johannes Fust.

Gutenberg musste nicht nur die Druckerwerkstatt oder große Teile davon an Fust abtreten, sondern wohl auch die Bibeldrucke herausgeben. Das genaue Prozessergebnis ist nicht bekannt. 1457 wurde in Gutenbergs Druckerei der erste Dreifarbendruck hergestellt, ein zweiter folgte 1459. Im Zuge der Mainzer Stiftsfehde von 1562 zwischen den beiden dortigen Erzbischöfen musste Gutenberg vermutlich auch seinen Hof an den Erzbischof Adolf von Nassau verloren geben. Dieser machte Gutenberg drei Jahre später zu seinem Hofmann. Dadurch genoss er nicht nur lebenslange Getreide-, Kleider- und Weingeschenke, sondern außerdem Dienst- und Steuerfreiheit.

Vor Gutenbergs Erfindung des Druckverfahren wurden Bücher mit dem Holzdruck als Reiberdruck-Verfahren hergestellt, indem Papier auf einen mit Farbe versehenen Holzstock aufwändig abgerieben wurde. Gutenbergs revolutionäre Erfindung betraf die Zerlegung der Texte in seine einzelnen Bestandteile wie Buchstaben und Satzzeichen. Diese Bestandteile wurden als seitenverkehrte Einzellettern mit einer Legierung aus Blei, Zinn und weiteren Bestandteilen hergestellt. Gutenbergs Druckverfahren sparte Zeit und Umstände. Die Texte konnten in kurzer Zeit bequem vervielfältigt werden. Das war der Anfang des Massenmedienzeitalters.

Johannes Gutenberg starb am 3. Februar 1468 im Hof zu Algesheimer. Er liegt in der Franziskanerkirche zu Mainz begraben.


Bedeutende Vertreter der Informations- und Kommunikationsrevolution
Erfinder, Entdecker, Erleuchtete

NameJohannes Gutenberg

Geboren am00.00.1400

GeburtsortMainz (D).

Verstorben am03.02.1468

TodesortAlgesheim (D).