Biografie

Johann Joseph von Görres

NameJohann Joseph von Görres

Geboren am25.01.1776

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortKoblenz (D).

Verstorben am29.01.1848

TodesortMünchen (D).

Johann Joseph von Görres

In der Entwicklung der geistigen Haltung von Johann Joseph von Görres lässt sich exemplarisch die zeitgeschichtliche Entwicklung des ausgehenden 18. Jahrhunderts und der Anfang des 19. Jahrhunderts ablesen: Der Journalist, Publizist, Schriftsteller und Wissenschaftler machte alle großen Strömungen dieser Zeit durch – von der Aufklärung bis zur Spätromantik. Mit dem "Rheinischen Merkur" erzielte er nicht nur eine geistige Mobilität gegen die französische Politik, sondern auch eine publizistische Plattform für den zeitgenössischen nationalen Gedanken der Deutschen. Mit seiner Abhandlung "Die teutschen Volksbücher" (1807) legte er den Grundstein für die germanistischen Studien. Als später katholischer Publizist verhalf er dem politischen Katholizismus zu neuer Stärke...
Johann Joseph Görres wurde als Sohn eines Holzhändlers und einer Italienerin am 25. Januar 1776 in Koblenz geboren.

Seine Schulzeit verbrachte Johann Joseph Görres von 1786 bis 1793 auf dem ehemaligen Jesuitengymnasium in Koblenz. Schon in jungen Jahren trat er ein für Napoleon und die Französische Revolution, eine Einstellung, die er später änderte als Napoleon an die Regierungsmacht kam. Als zweiundzwanzigjähriger Student gab er die Zeitschrift "Das rothe Blatt" (1798) heraus, in dem er sich begeistert zu den Zielen der Französischen Revolution bekannte. Von 1798 bis 1799 gab er eine zweite Zeitschrift "Der Rübezahl" heraus, die sich gleichfalls als jakobinisches Blatt entpuppte.

In den Jahren 1799 bis 1780 fungierte er in Paris als Deputierter der rheinischen Republikaner. Als die französische Entwicklung seine Erwartungen nicht erfüllte, sagte er sich von der Politik los. Görres wurde von 1800 bis 1805 Professor für Physik an der Sekundärschule in Koblenz. Im gleichen Jahr heiratete er und 1806 habilitierte er sich in Heidelberg. Dort traf er auf Achim von Arnim und Clemens Brentano, mit denen er sich gemeinsam der Erforschung altdeutscher Literatur widmete und in der "Zeitschrift für Einsiedler" veröffentlichte. 1807 entstand dann mit Hilfe von Brentanos Bibliothek die beschreibende Abhandlung "Die teutschen Volksbücher", die die germanistischen Studien begründeten.

In diesem Zusammenhang verfasste er auch die "Mythengeschichte der asiatischen Welt" (1810), in der auf die Verbindung zwischen germanischer und orientalischer Poesie aufmerksam gemacht wird. Görres übernahm 1814 die Herausgabe der Tageszeitung "Rheinischer Merkur", eine Kampfzeitschrift gegen die französische Expansionspolitik Napoleons. Doch er nutzte das Blatt auch für seine eigenen liberalen Ideen, mit denen er sich nach den Befreiungskriegen gegen die Restauration und die Rückbesinnung auf den neuen Absolutismus im eigenen Land wehrte. Er setzte sich ein für die nationale Freiheit des Rheingebiets, sichere Grenzen, eine freie Verfassung und ein geeintes Deutschland.

Der Regierung machte er den Vorwurf, dass sie in diesen Fragen versagt hätte. Daraufhin wurde das Journal von oben eingestellt. Von 1814 bis 1816 war es zugleich Generaldirektor des öffentlichen Unterrichts in den linksrheinischen Gebieten. "Die altdeutschen Volks- und Meisterlieder" (1817) sind Görres letzte Arbeit zum Kreis der altdeutschen Literatur. In seiner Schrift "Teutschland und die Revolution" (1818), die ins Englische, Französische, Niederländische und Schwedische übersetzt wurde, fand Görres nationale und liberale Kritik eine Fortsetzung. Bevor er deswegen verhaftet werden konnte, setzte er sich ab nach Straßburg. In der Zeit von 1814 bis 1816 hatte er Kontakte zu Freiherr vom und zum Stein, Ludwig und Wilhelm Grimm sowie Friedrich Karl von Savigny.

In seiner Exilzeit, die ihn außerdem nach Aarau in die Schweiz führte, machte er die Erfahrung, in armen Verhältnisse leben zu müssen. Sie war der Auslöser für seine Zuwendung zum Katholizismus, den er dann rigoros vertrat. Görres katholische Haltung war verbunden mit mythischen Vorstellungen – so wie sie sich auch die Frühromantiker zu eigen machten. 1821 entstand die Abhandlung "Europa und die Revolution", in der er die Rücksichtslosigkeit der Staaten und Regierungen gegenüber dem Christentum darlegte. Ab 1827 ließ er sich bis zu seinem Lebensende in München nieder. Dort wurde er – aufgrund einer Berufung durch König Ludwig I., der ihn auch adelte, – Professor für Geschichte und avancierte zugleich zum katholischen Journalisten, der für einen politischen Katholizismus schrieb.

Mit spitzer Feder in seiner auflagenstarken Streitschrift "Athanasius" mischte er sich unter anderem in den Kölner Kirchenstreit ein, in dem es um das Mischehenproblem zwischen preußischem Staat und katholischer Kirche ging. Die Entstehung der "Historisch-Politischen Blätter für das Katholische Deutschland" ging 1838 auf das Bemühen von Görres zurück. In seiner Münchner Zeit verfasste er auch sein wissenschaftliches Hauptwerk in fünf Bänden "Die christliche Mystik" (1836 – 1842), mit der Absicht den Katholizismus zu erneuern. Es ist eine Geschichte um die Erlösung des Menschen und sein Kampf gegen das Böse, die der Schriftsteller auch wieder mit zahlreichen mythischen Bildern ausstattete.

Görres schuf ein umfangreiches literarisches, publizistisches und wissenschaftliches Werk. Als Dichter und Gelehrter war er vielen Kritiken ausgesetzt, als katholischer Journalist und Publizist dagegen besonders bei den romantischen Zeitgenossen anerkannt.

Kurz vor Ausbruch der revolutionären Unruhen in Europa starb Johann Joseph Görres am 29. Januar 1848 in München.

NameJohann Joseph von Görres

Geboren am25.01.1776

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortKoblenz (D).

Verstorben am29.01.1848

TodesortMünchen (D).

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