Biografie

Annette von Droste-Hülshoff

Die Schriftstellerin wandte sich der erzählenden Prosa, der geistlichen und weltlichen Lyrik sowie dem Roman in ihrem Schaffen zu. In den Versepen entwickelte die Dichterin ihren persönlichen sprachlichen Ausdruck. In den späteren Gedichtwerke legte Annette von Droste-Hülshoff ihre landschaftlich gebundene Motivik zu Westfalen dar. In ihrer geistlichen Lyrik knüpft Droste-Hülshoff an religiöse Barocktradition an in Verbindung mit den eigenen Lebensproblemen. In ihrem späten Gedichtschaffen widmete sie sich der Natur- und Bekenntnislyrik. Dabei konfrontieren in ihrer neuen Darstellungsweise die sinnliche Erfahrbarkeit und der unheimliche Aspekt der Natur miteinander...
Annette von Droste-Hülshoff wurde am 10. Januar 1797 auf Schloss Hülshoff bei Münster als Tochter eines alten katholischen Adelsgeschlechtes geboren.

Bereits früh interessierte sich Annette von Droste Hülshoff für Musik und Dichtung, die ihr auch als Talent in die Wiege gelegt wurden. Ihr eigenständiges Denken wurde bereits im Keim der Familie erstickt, sie galt darin als Außenseiterin. Eine Beziehung zu einem bürgerlichen Studenten in den Jahren 1819 und 1820 ging auf familiäres Betreiben in die Brüche. Damit war wohl auch Denken und die Vorstellungen der künftigen Dichterin in das Konservative gerichtet, das sie auch in ihren Werken äußerte. Sie schloss sich der Familie an, indem sie ihre Mutter auf Reisen begleitete oder zensorische Eingriffe in ihre Werke durch ihren Bruder duldete.

Zu alltäglichen Ausbrüche gab es kaum Gelegenheit. In den Jahren von 1825 und 1826 sowie 1828 reiste sie nach Köln und Bonn. In dieser Zeit lernte sie Sibylle Mertens kennen. Durch ihre instabile Gesundheit war Annette Droste-Hülshoff stets kränklich. Ihr landschaftlicher Lebensraum waren das Münsterland, das Paderborner Land, das Rheinland und das Areal am Bodensee. Ihre Schwester war mit dem Germanisten Joseph von Lassberg verheiratet und lebte zunächst im schweizerischen Eppishausen und dann in Meersburg. In den beiden Jahren 1835 und 1836 sowie in den vierziger Jahren hielt sie sich längere Zeiten zu Besuchen bei ihrer Schwester in Eppishausen beziehungsweise in Meersburg auf.

Zum Gesamtwerk von Annette von Droste-Hülshoff zählen unter anderem erzählende Prosa, Dramenfragmente, Versepen sowie Romane. Die geistliche und weltliche Lyrik bilden das Zentrum ihres Schaffens. Um das Jahr 1821 entstand der Roman "Ledwina" über eine junge Frau, der aber Fragment blieb. Gleichfalls unvollendet blieb das Drama mit dem Titel "Berta oder die Alpen" um das Jahr 1814. 1838 entstand der Titel "Gedichte", in dem die Versepen einen Großteil ausmachen. In ihm bewies die Dichterin ihren Weg tu einem eigenen dichterischen Ausdruck. In ihren späteren Gedichten wie zum Beispiel "Die Schlacht im Loener Bruch" äußerte sie ihre Westfalen-Motivik.

In den Jahren von 1820 bis 1839 entstand der Gedichtband "Das geistliche Jahr", in dem die Dichterin an die religiöse Barocktradition anknüpfte und dabei ihre eigene Lebens- und Glaubensprobleme verarbeitete. Naturlyrik und symbolhafte Erkenntnislyrik waren die Inhalte ihres poetischen Alterswerkes, die in dieser Schaffensphase Bedeutung erlangten. Neben den Einblicken in landschaftliche Gegenden der Heide und des Moors gelingt Annette von Droste-Hülshoff damit eine neue Darstellungsweise, indem sie die wahrnehmbare Naturästhetik mit der unheimlichen Naturseite konfrontiert.

Im Jahr 1842 entstand die Novelle mit dem Titel "Die Judenbuche", die zuerst im April und Mai des gleichen Jahres im "Morgenblatt für gebildete Leser" abgedruckt wurde. In diesem Erzählwerk vereinigte sie Elemente des Schauerromans und der Kriminalgeschichte erfolgreich.

Annette von Droste-Hülshoff starb am 24. Mai 1848 in Meersburg.

NameAnnette von Droste-Hülshoff

Geboren am10.01.1797

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortSchloss Hülshoff bei Münster (D).

Verstorben am24.05.1848

TodesortMeersburg (D).