Biografie

Johann Carl Wezel

NameJohann Carl Wezel

Geboren am31.10.1747

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortSondershausen (D).

Verstorben am28.01.1819

TodesortSondershausen (D).

Johann Carl Wezel

Der deutsche Dichter, Schriftsteller und Pädagoge der Spätaufklärung entwickelte die Gattung des Aufklärungsromans zu ihrem Gipfel. Sein darin geäußerter Skeptizismus war zugleich eine kritische Selbstrefflektion auf die Aufklärung. Grundlage seiner philosophischen Ideen war der englische Empirismus und französische mechanistische Materialismus. In seinen Romanwerken, die er oft satirisch gestaltete, kritisierte Johann Carl Wezel die übersteigerte Empfindsamkeit oder Idealisierungen, oder er nahm sich den Feudalabsolutismus vor. Sein bedeutendstes Werk trägt den Titel "Herrmann und Ulrike, Ein komischer Roman" (1780)...
Johann Carl Wezel wurde am 31. Oktober 1747 im thüringischen Sondershausen als Sohn eines fürstlichen Dienstboten geboren.

Wezel verlebte seine Kindheit und Jugend in dürftigen Verhältnissen. Er besuchte das Gymnasium in Sondershausen. Danach studierte er in den Jahren von 1765 bis 1769 in Leipzig Theologie, später wechselte er zu den Fächern Philosophie, Philologie und Jura. Im Anschluss daran war er als Hofmeister in Bautzen und Berlin tätig. Er versuchte sich eine Existenz als freier Schriftsteller aufzubauen. Mit einer Reise nach Wien verband er die Hoffnung auf eine Beschäftigung am Nationaltheater, die sich jedoch nicht erfüllte.

Er kehrte 1784 nach Leipzig zurück, von dort zog er im Jahr 1789 in seine Geburtsstadt Sondershausen. Später litt er an Depressionen, und er wurde psychisch krank. In den letzten dreißig Jahren lebte er in einem geistigen Dämmerzustand. Wezel mied das öffentliche Leben und die Menschen. Auch in seinen Werken äußerte er einen konsequenten Skeptizismus gegenüber der Gesellschaft und all ihren Ausprägungen – so wie er vielfach in der Aufklärungszeit geäußert wurde. Aber er nahm auch eine skeptische Haltung gegenüber den aufklärerischen Bestrebungen seiner Zeit selbst ein.

In seinem mit Humor niedergeschriebenen Erstlingsroman "Lebensgeschichte Tobias Knauts des Weisen, sonst der Stammler genannt" (1773-1776) orientierte sich Wezel an dem englischen Schriftsteller Laurence Sterne. Darin wird die Lebensgeschichte eines Sonderlings, als der Wezel selbst galt, auf der Basis des französischen Materialismus erzählt. In seinem folgenden Roman "Belphegor, oder die wahrscheinlichste Geschichte unter der Sonne" (1776) geht er mit bissiger Satire auf die menschliche Gesellschaft los und attackiert die beste aller möglichen Welten Leibnitz-Wolff`scher Coleur.

Wezel entzieht der menschlichen Perfektibilität sein Vertrauen, so wie er es selbst im eigenen Leben erfahren musste. Nach seinen enthusiastischen literarischen Anfängen, die begleitet waren von der eigenen Überschätzung, folgte der Verdruss, zu dem auch die aufreibende Verbindungen zu Buchhändlern und das mit Schriftstellern gesättigte Marktangebot ihren Anteil beitrugen. 1780 erschien das Werk "Robinson Krusoe", in dem er der utopischen Vorstellung von einer harmonischen Gesellschaft eine Absage erteilt und den Feudalabsolutismus anprangert. "Herrmann und Ulrike, Ein komischer Roman" (1780) gilt als sein Hauptwerk.

In dem Stück versuchte der Autor, Merkmale des Liebes- und Bildungsromans unterzubringen sowie ein mit Komik angereichertes Gesellschaftsbild, wobei ihm Briefe und Dialoge als zusätzliche Formelemente dienten. Die literarische Leistung Wezels zu diesem Roman lag in dem Experiment mit den einzelnen Formen als Gestaltungselemente. Er reihte sich damit ein zu anderen Schriftstellern seiner Zeit, die eine ähnliche Formenvielfalt in der Romangattung zu realisieren versuchten. Die Versöhnung am Ende in "Herrmann und Ulrike" wird ironisch bezweifelt, damit vertritt der Autor abermals den sein gesamtes Werk charakterisierenden Skeptizismus.

Ein weiteres Kennzeichen seiner Werke ist nicht allein sein Skeptizismus auf alle möglichen gesellschaftlichen Erscheinung, sondern auch auf das Aufklärungsbestreben selbst. Er wandte sich den missglückten Ausgeburten aufklärerischen Denkens zu und brachte sie in seinen Werken zum literarischen Ausdruck. Für die konsequent skeptische Haltung wurde er von seinen zeitgenössischen Kollegen selbst angemahnt. So wie beispielsweise von Christoph Martin Wieland, der ihm aber auch ein großes Schreibtalent attestierte und ihn als deutschen Fielding kennzeichnete.

Zu seinen weiteren Werken zählen unter anderem "Epistel an die deutschen Dichter" (1775), "Satirische Erzählungen" (1777-17778), "Lustspiele" (1778-1787), "Die wilde Betty. Eine Ehestandsgeschichte" (1779), "Peter Marks. Eine Ehestandsgeschichte" (1779), "Ueber Sprache, Wissenschaft und Geschmack der Teutschen" (1781), "Wilhelmine Arend, oder die Gefahr der Empfindsamkeit" (1782), "Kakerlak, oder Geschichte eines Rosenkreuzers aus dem vorigen Jahrhundert" (1784) oder "Versuch über die Kenntniß des Menschen" (1785).

Johann Carl Wezel starb am 28. Januar 1819 in Sondershausen.

NameJohann Carl Wezel

Geboren am31.10.1747

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortSondershausen (D).

Verstorben am28.01.1819

TodesortSondershausen (D).

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