Biografie

Jesus Christus

Der Sohn eines galiläischen Zimmermanns entwickelte sich in den Jahren von 28 bis 31 in der durch römische Fremdherrschaft und apokalyptische Bewegungen erschütterten jüdischen Glaubensgemeinschaft Palästinas zu einem religiösen Führer mit beeindruckender öffentlicher Wirksamkeit und Integrationskraft. Jesus Christus war nach dem Neuen Testament der von Gott zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias und Sohn Gottes. Nach seinem frühen Tod, den er nach einem römischen Strafurteil durch Kreuzigung erlitt, wurde Jesus von Nazaret zum Begründer einer neuen religiösen Bewegung erhoben, aus der sich unter der stellvertretenden Führerschaft der Päpste bald die zweite monotheistische Weltreligion, das Christentum, entwickelte. Als bedeutendste Überlieferung zur Person Jesu entstanden zwischen 65-100 n. Chr. die in griechischer Sprache verfassten Evangelien ("Gute Botschaft") des Neuen Testaments...

Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Bedeutende Persönlichkeiten aus Religion und Kirche
Jesus wurde wahrscheinlich im Jahr 4 vor Christus, im letzten Herrschaftsjahr des König Herodes von Judäa, als Sohn von Maria und des Zimmermanns Joseph in Nazareth oder Bethlehem (Galiläa, Palästina) geboren.

Die Familie gehörte der jüdischen Glaubensgemeinschaft an. Der Geburtsort ist in der Forschung umstritten. Der kirchlich tradierten Auffassung nach soll Jesus jedoch in einem Stall zu Bethlehem zur Welt gekommen sein, nachdem seine Eltern von Nazareth aufgebrochen waren, um sich zu einer Volkszählung zu begeben. In einigen Quellen wurde die Geburt Jesu zur Jungfrauengeburt verklärt, was jedoch keine historische, sondern womöglich eine rein theologische Aussage darstellt. Der Name Jesu ist zurückzuführen auf die griechische Form von Jeschua, ein jüdischer Eigenname, der wiederum vom hebräischen Namen Joschua abgeleitet ist, der "Jahwe ist Heil" bedeutet. Später erhielt der Nazarener den Beinamen "Christus", der auf die griechische Bezeichnung "christos", "der Gesalbte", zurückgeht und dem hebräischen "Messias" entspricht.

Das Kind wurde in ein Palästina hineingeboren, das von der römischen Oberherrschaft gekennzeichnet war, die unter dem Prokurator Pontius Pilatus ein besonderes Maß an Grausamkeit entwickeln sollte. Unter der Erfahrung der Fremdherrschaft hatten die Juden ein besonderes religiöses Selbstverständnis entwickelt, das zum einen auf einer rigorosen Gesetzesfrömmigkeit und Dogmatik, zum anderen aber auch auf apokalyptischen Bewegungen aufbaute. Die apokalyptische Erwartung richtete sich auf die nahe Ankunft eines Messias, der das Weltgericht und die allgemeine Erlösung der Juden herbeiführen sollte. Sie verband sich mit Jesus von Nazareth, weshalb dessen Geburtsort im Einklang mit alttestamentlichen Prophezeiungen über die Herkunft des Messias in einigen späteren Quellen auch in Bethlehem lokalisiert wurde.

Das öffentliche Wirken Jesu wird je nach Evangelium auf eineinhalb bis drei Jahre berechnet. Sein erstes öffentliches Auftreten ist für die Zeit um 28/29 n. Chr. belegt: Jesus gehörte zum Kreis Johannes` des Täufers, von dem er sich taufen ließ und dessen Schüler er offenbar zunächst war. Der Nazarener rekrutierte seine ersten Jünger aus diesem Kreis. Mit einer zunehmenden Zahl auserwählter Anhänger zog Jesus durch Palästina, um unter Anknüpfung an die apokalyptisch-messianische Heilserwartung seiner Zeit die nahe Ankunft des "Reichs Gottes" zu verkünden. Der prophetische Prediger ging dabei über die bisherigen jüdischen Vorstellungen hinaus und proklamierte das Reich Gottes zu einem endzeitlichen Heilziel, das bereits begonnen habe und durch seine Person wirksam werde.

Jesus erhielt dadurch eine in der Gegenwart verankerte Wirksamkeit und religiöse Führungskraft, die seine Anhänger und Gefolgschaft schon in ihrer gegenwärtigen Lebensführung auf die ethischen Prinzipien des künftigen Reich Gottes verpflichteten. Die Verkündigung Jesu gestaltete sich durch charakteristische Gleichnisse, die das nahe Kommen von Gottes Reich anschaulich in Aussicht stellten. Durch eine Reihe von Wunderhandlungen unterstrich der Nazarener auf öffentlichkeitswirksame Weise die Authentizität seiner Person und Botschaft. Von Historikerseite werden die meisten Wunder allerdings der Ausschmückung und Phantasie nachkommender Quellenverfasser zugeschrieben. Als historisch gesichert gelten die "Dämonenaustreibungen". Die Botschaft Jesu besaß nicht nur eine religiöse, sondern auch eine soziale Sprengkraft.

Der Religionsführer zeichnete sich durch einen offenen Umgang mit Angehörigen aller gesellschaftlichen Schichten aus. Er nahm sich öffentlich besonders Außenseitern und sozial Geächteten wie einer Ehebrecherin, Zöllnern und Sündern sowie den allgemein unterdrückten Frauen an, was eine deutliche Missachtung der religiösen und gesellschaftlichen Konventionen seiner Zeit bedeuten konnte. Gegen die alttestamentarisch-jüdische Gesetzesfrömmigkeit postulierte Jesus ein umfassendes Liebesgebot, das die Orientierung am Wohl des Menschen und des Nächsten zum höchsten ethischen Handlungsprinzip erhob. In diesem Sinne ist vor allem die Botschaft der berühmten Bergpredigt zu verstehen. Das Verdienst des Nazareners bestand demnach in einer Rückführung des religiösen Gesetzes auf den Menschen selbst.

Die Verkündigung Jesu barg jedoch insofern auch eine politische Sprengkraft, als sie als jüdische Reforminitiative Erneuerung und Aufbruch der jüdischen Gemeinschaft in Aussicht stellte. Der Messias geriet deshalb rasch ins Visier der römischen Statthalterregierung, die seine Ausstrahlung und Integrationskraft als Bedrohung ihres uneingeschränkten Herrschaftsanspruchs empfand. Im vor Pontius Pilatus abgehaltenen Prozess wurde Jesus vorgeworfen, er habe als "König der Juden" gelten wollen. Da ein solcher Herrschaftsanspruch die römische Hegemonie über Palästina in Frage zu stellen drohte, bescherte ihm der Vorwurf das Todesurteil, das sicherlich auch in Hinblick auf eine abschreckende Wirkung für eventuelle Nachahmer gefällt wurde.

Die Hinrichtung Jesu, die nach den zeitgenössischen römischen Strafrechtsbestimmungen für kriminelle Nicht-Römer durch Kreuzigung durchgeführt wurde, gilt als eines der wenigen historisch gesicherten Fakten im Leben des christlichen Messias. Sein Tod ist demnach auf die Zeit zwischen 29 bis 31 n. Chr. zu datieren. Nach dem Tod Jesu verkündeten seine Anhänger die Botschaft weiter, indem sie rasch Gemeinden gründeten und mit der Missionsarbeit begannen. Hier entstanden die ersten schriftlich fixierten Quellen über das Leben und Wirken Jesu. Die Erzählung über und der Glaube an die Auferstehung des Messias symbolisierte die fortgesetzte Wirksamkeit und Authentizität der christlichen Heilslehre über den Tod Jesu hinaus. Als bedeutendste Überlieferung zur Person Jesu entstanden zwischen 65-100 n. Chr. die in griechischer Sprache verfassten Evangelien ("Gute Botschaft") des Neuen Testaments.

Matthäus, Markus, Lukas und Johannes schildern darin jedoch weniger die historische Figur Jesu als vielmehr Leben, Tod und Auferstehung des Christus als Religionsführer und -begründer. Die historische Existenz Jesu ist indes durch römische Geschichtsschreiber wie Tacitus eindeutig nachgewiesen. Im Judentum wird Jesus heute als jüdischer Apokalyptiker und als Begründer einer jüdischen Sondergemeinschaft anerkannt, ohne dass jedoch seine Kennzeichnung als Messias und Sohn Gottes mitgetragen wird. Der Islam würdigt Jesus als den letzten Propheten, den Allah vor Abu I-Kasim Mohammed auserwählt habe, wobei allerdings sein Kreuzestod in Frage gestellt und die Gottessohnschaft abgestritten wird. Im Hinduismus hat Jesus u. a. durch Mahatma Gandhi große Anerkennung als Guru und spiritueller Lehrer erfahren. Die Buddhisten ehren Jesus als von selbstloser Nächstenliebe erfüllten Menschen, als Bodhisattva.


Erfinder, Entdecker, Erleuchtete
Bedeutende Persönlichkeiten aus Religion und Kirche

NameJesus Christus

Geboren am00.00.0004

SternzeichenSteinbock 22.12 - 20.01

GeburtsortNazareth oder Bethlehem (Galiläa, Palästina), Geburtsdatum um 7 bis 4 v. Chr.