Biografie

Jens Odewald

Der Manager absolvierte, angefangen beim Esso-Konzern, wo er sich zum jüngsten leitenden Angestellten aufschwang, eine steile Karriere in der deutschen Wirtschaft. Darauf leitete Dr. jur. Jens Odewald im Finanzressort die Hamburger Großspedition "Kühne & Nagel". Ab 1979 war er im Vorstand von Deutschlands zweitgrößtem Warenhauskonzern, dem Kaufhof, tätig. 1985 wurde er deren Vorstandsvorsitzender. Durch Umstrukturierungsmaßnahmen zu einem Handels- und Dienstleistungskonzern steigerte Odewald den Konzern-Umsatz um mehr als das Dreifache. Odewald zählt indes auch zu den Spendern von Altbundeskanzler Kohl, der mit seiner Aktion Rückforderungen an die CDU wegen anonymer Spenden von 1993 bis 1998 ausglich...
Jens Odewald wurde am 21. September 1940 als Sohn einer Beamtenfamilie in Hannover geboren.

Odewald studierte Rechtswissenschaften und schloss sein Studium mit der Promotion zum Dr. jur. ab. Zudem wurde er Betriebswirt und Steuerberater. Sein erster Arbeitgeber war der Esso-Konzern, dem er im Jahr 1968 beitrat. Dort entwickelte er einen enormen Ehrgeiz. Schnell arbeitete sich Odewald hoch und wurde der jüngste Angestellte in leitender Funktion bei Esso. 1974 verließ er den Mineralöl-Konzern und wechselte zur Großspedition "Kühne & Nagel" in Hamburg. Dort wurde er Finanzchef. Vier Jahre später stand der nächste Arbeitgeberwechsel an, Odewald trat im Jahr 1979 in den Vorstand der Warenhauskette Kaufhof AG, damals Deutschlands zweitgrößter Warenhauskonzern, ein. Sechs Jahre später, 1985 wurde er zum Vorstandsvorsitzenden der Kaufhof Holding AG berufen.

Mit Umstrukturierungsmaßnahmen, die die Kette zu einem Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit verschiedenen Gesellschaften machte, steigerte der Wirtschaftsmanager den Umsatzwert mit 25 Milliarden D-Mark auf das über Dreifache. Außerdem leitete Odewald erfolgreich Fachmarktketten wie zum Beispiel das Weinhandelshaus Hawesko, den Großmarkt Media-Markt oder Saturn-Hansa. Odewald machte sie zu europäischen Marktführern. Vier Jahre vor Ablauf seines Vertrags bei der Kaufhof AG im Jahr 1995 verließ er das Unternehmen. Seine erfolglosen Bemühungen im Touristikbereich der Kaufhof AG oder Verschiedenheiten in den Auffassungen über die geschäftspolitische Zukunft des Hauses mögen für das vorzeitige Aus Odewalds eine Rolle gespielt haben.

Im Jahr 1995 war er als Duzfreund von Bundeskanzlers Helmut Kohl von ihm ins Gespräch gebracht, neuer Vorstandsvorsitzender der Telekom zu werden. Nach seinem Ausscheiden bei Kaufhof rief er in Berlin eine Gesellschaft für Kapitalanlagen, die Odewald & Compagnie GmbH mit einem Fondkapital in Höhe von 220 Millionen Mark ins Leben. Er war nicht nur ihr Gründer und Gesellschafter, sondern zugleich Verwaltungsratsvorsitzender. Die Odewald & Compagnie beteiligt sich an mehreren Portofolio-Unternehmen vor allen Dingen aus der Informationstechnik, Kommunikation und Logistik. Das Hamburger Unternehmen Systematics AG hat sich daraus zum Marktführer entwickelt. Odewald wurde Aufsichtsratsvorsitzender bei Tchibo Hamburg und Kuratoriumsmitglied der Fazit-Stiftung, der Mehrheitsgesellschafterin der FAZ GmbH.

Durch seine politische Tätigkeit als CDU-Mitglied wurde Odewald durch Helmut Kohl Vorsitzender des Verwaltungsrats der Treuhandanstalt in Berlin. 1995 bis 1999 war er Aufsichtsratsvorsitzender der bundeseigenen Treuhand-Nachfolgegesellschaft BVVG Bodenverwertungs- und Verwaltungs-GmbH. Odewald ist Gründer des Vereins "Wir für Deutschland" und Leiter des wirtschaftspolitischen Beirats der Adenauer-Stiftung. Zusammen mit seiner Frau Dr. Jutta Odewald befand sich Jens Odewald mit einer Summe von 650.000 Mark in Gesellschaft von weiteren Spendern, die Altkanzler Helmut Kohl hilfreich zu seiner Spendenaktion unter die Arme griffen. Mit dem gesammelten Geld begegnete Kohl Rückerstattungsforderungen in Millionenhöhe an seine Partei wegen der anonymen Spenden in der Zeit zwischen 1993 und 1998.

Im Jahr 2001 wurde Odewald Mitglied und Vorstandsmitglied der Humboldt-Universitäts-Gesellschaft. 2008 war er einer von vier Gründungsstifter sowie Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Humboldt-Universität. 2009 war er für die CDU Mitglied der 13. Bundesversammlung.

Privat ist Jens Odewald verheiratet und hat vier Kinder.

NameJens Odewald

Geboren am21.09.1940

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortHannover (D).