Biografie

Jeff Koons

Der US-amerikanische Objektkünstler und Designer provozierte vorwiegend in den achtziger Jahren mit seinen Werken, indem er Figuren aus der Alltags- und Kitschkultur nachbildete und beispielsweise Rokokofiguren aus glänzendem Edelstahl schuf. Jeff Koons verwendete somit Zeugnisse der Konsumkultur als Ausgangspunkte, ehe er sie verfremdete oder imitierte. Die Ironisierung der Objekte gab dem Grenzgang seiner Objekte zwischen Kunst und Kitsch den künstlerischen Ausschlag. In einer von Kunstschnitzern angefertigten Skulptur machte er sich 1990 auf der Biennale in Venedig werbewirksam selbst zum Objekt der Kunst. In der Folge stieg Koons zu einem der höchstgehandelten lebenden Künstler auf, seine Edelstahlskulpturen als Luftballonfiguren erzielten indes Stückpreise von mehreren Millionen Dollar; mit der Versteigerung eines dieser Werke für 58,4 Millionen US-Dollar avancierte Jeff Koons 2013 vorübergehend zum teuersten lebenden Künstler der Welt...
Jeff Koons wurde am 21. Januar 1955 in York im US-amerikanischen Staat Pennsylvania geboren.

In den Jahren von 1972 bis 1975 studierte Jeff Koons am Maryland Institute, College of Art, in Baltimore. Seine Studien setzte er von 1975 bis 1976 an der School of Art Institute of Chicago fort. Er befasste sich in dieser Phase mit zeitgenössischer Kunst. 1976 siedelte er nach New York über und arbeitete dort zunächst als Warenmakler an der Wall Streeter Börse. Koons Gemälde folgten der Stilsprache des Realismus. Dann orientierten sich seine Arbeiten an der Pop-Art der sechziger Jahre. Darin ironisierte und persiflierte er in Inszenierungen Gegenstände der Konsumgesellschaft, indem er zum Beispiel Nippesfiguren oder auch Rokokofiguren in Keramik anfertigte. Als Darstellungsform wählte er unter anderem die Imitation oder Verfremdung der Gegenstände, die er sich aus dem Bereich der Werbung oder Pornobranche auswählte.

Die Ironisierung der Objekte aus der Alltags- und Kitschkultur gab dem Grenzgang seiner Objekte zwischen Kunst und Kitsch den künstlerischen Ausschlag. Koons verwendete aufblasbares Spielzeug und schloss es in Kästen aus Plexiglas ein. Mit diesem Konzept knüpfte er an die Ready-made-Kunst des französischen Künstlers Marcel Duchamp an, das er auf Konsumprodukte ausdehnte. 1980 hatte Jeff Koons seine erste Einzelausstellung im New Museum of Contemporary Art in New York, die seine Skulpturenserie "The New" zeigte. 1985 folgte eine weitere Ausstellung in der International Monument Gallery in New York, die Arbeiten mit Industrieprodukten unter dem Titel "Eqilibrium" präsentierte. Themen seines Schaffens waren unter anderem die Vermarktung von Kunstobjekten auf dem Markt, wie er sie in der Werkfolge "Luxury and Degradation" (1986) darstellt.

Im Jahr 1990 fertigten Madonnenschnitzer aus Oberammergau eine von ihm entworfene lebensgroße Skulptur des Künstlers an. Auf der Biennale in Venedig wurde die nackte Skulptur zusammen mit dem italienischen in Reizwäsche gekleideten Pornostar Cicciolina in einem Liebesakt-Arrangement ausgestellt. Jeff Koons machte sich damit werbewirksam selbst zum Objekt der Kunst. Ein Jahr später, 1991, heiratete er die Darstellerin. Dieses Ereignis sowie die Geburt des gemeinsamen Sohnes wurde zu einem Medienspektakel mit dem Titel "Made in Heaven" ausgeschlachtet, das die Regeln des Kunstmarktes in das Licht der Kritik brachten. Weitere Ausstellungen wurden in den Jahren 1992 und 1993 im Amsterdamer Stedelijk Museum, in der Stuttgarter Staatsgalerie, im San Francisco Museum of Modern Art und im Walker Art Center in Minneapolis realisiert.

Im Jahr 1999 veröffentlichte der deutsche Schriftsteller Rainald Goetz sein Künstlerdrama "Jeff Koons", in dem der Künstler die Hauptfigur spielt. Das Stück wurde von Stephan Bachmann am Hamburger Schauspielhaus inszeniert. Darauf zog sich Koons für einige Jahre vom Kunstbetrieb und der Öffentlichkeit zurück. 2005 wurde Koons in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. Als Grafiker und Designer gestaltete er unter anderem das Etikett für den Jahrgang 2010 der Wein-Flaschen von Château Mouton-Rothschild, ein BMW-Art-Car (2010) sowie im Oktober 2013 das Cover für das Album "Artpop" der US-Sängerin Lady Gaga.

In seiner Karriere wurde der Künstler mehrfach wegen Urheberrechtsverletzungen rechtskräftig verurteilt. Zugleich verlohr Koons bei Bemühungen, Anderen Copyright-Verletzungen vorzuwefen. Mit der Versteigerung des Werks "Balloon Dogs" (Orange) für 58,4 Millionen US-Dollar im New Yorker Auktionshaus Christie’s, avancierte Jeff Koons am 12. November 2013 vorübergehend zum teuersten lebenden Künstler der Welt. 2014 folgte eine große Retrospektive im Whitney Museum of American Art, New York.

NameJeff Koons

Geboren am21.01.1955

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortYork, Pennsylvania (USA).

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