Biografie

Jean Genet

NameJean Genet

Geboren am19.12.1910

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortParis (F).

Verstorben am15.04.1986

TodesortParis (F).

Jean Genet

Der französische Schriftsteller ist einer der umstrittensten Vertreter der modernen Literatur. Er provozierte wie kein anderer Autor des 20. Jahrhunderts. Der wegen zahlreicher Straftaten zu lebenslanger Haft verurteilte Sohn einer Prostituierten entging seiner Strafe in den 1940er Jahren nur durch die Fürsprache von Jean Paul Sartre und Jean Cocteau. Er führte das oft schockierte Publikum mit seinen Romanen und Dramen, die oft im Gefängnis entstanden, in die Abgründe der Gesellschaft. Seine Heldenfiguren wurden beinahe ohne Ausnahme Kriminelle, deren Verbrechen er als Tugendhaft darstellte. Seine obszönen und bildhaften Darstellungen wurden im katholischen Frankreich zeitweise verboten...
Jean Genet wurde am 19. Dezember 1910 in Paris geboren.

Der Vater war unbekannt. Seine Mutter, eine Prostituierte, übergab ihn schon früh der öffentlichen Fürsorge. Er kam zunächst in eine Pflegefamilie nach Alligny-en-Morvan. Im Alter von 10 Jahren wurde er eines Diebstahls beschuldigt, den er nicht begangen hat. Aus Trotz beschloss er, genau das zu sein, wofür er gehalten wurde: ein Dieb. Auf diese Weise wies er die Welt genauso entschieden zurück, wie sie ihn zurückgewiesen hatte, erklärte Genet später. Er wurde in ein Hilfswerk für Kinder und Jugendliche eingewiesen, wo ihm "Ansätze einer gewissen geistigen Schwäche und Labilität" konstatiert wurden. Genet floh.

Wegen wiederholtem Diebstahl und Landstreicherei wurde er im Alter von 15 Jahren in die berüchtigte landwirtschaftliche Strafkolonie Mettray überwiesen. 1926 brach er aus. Er floh zur Fremdenlegion, desertierte aber bereits nach wenigen Tagen. Mehrere Jahre zog er als Bettler, Dieb und Strichjunge durch Europa. Wegen Raubes, Zuhälterei, Opiumschmuggel und verschiedener Sexualdelikte verbüßte er in dieser Zeit mehrere Gefängnisstrafen – und begann zu schreiben. 1942 entstand im Gefängnis sein erstes Gedicht ("Der zum Tode Verurteilte") und auch sein erster Roman ("Notre-Dame-des-Fleurs"), der 1944 erschien.

In den 1940er Jahren wurde Genet als Gewohnheitsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt. Jean-Paul Sartre und Jean Cocteau reichten eine von vielen Künstlern und Intellektuellen unterzeichnete Petition an den Präsidenten Frankreichs ein. 1948 wurde Genet daraufhin begnadigt. In der Folgezeit lebte er unter anderem in Frankreich, den USA und Marokko. Er schrieb zahlreiche Bühnenstücke ("Die Zofen" 1948, "Unter Aufsicht" 1949, "Die Neger" 1958 u.v.a.) und Romane ("Wunder der Rose" 1946, "Tagebuch eines Diebes" 1949, u.a.). Die Helden seiner Stücke – oft Homosexuelle oder Schwerverbrecher – lebten im ständigen Kampf mit den Normen einer Gesellschaft, die ihnen fremd war.

Genet skizzierte seine Protagonisten mit provozierender, oft obszöner Sprache, versuchte niemals, ihr Wesen oder ihre Taten zu rechtfertigen. Besonders bekannt wurde der 1947 veröffentlichte, zeitweise verbotene Roman "Querelle". Rainer Werner Fassbinder verfilmte die Geschichte des Mörders Querelle 1982 mit Brad Davis, Franco Nero und Jeanne Moreau in den Hauptrollen. Ab 1961 schrieb Genet nur noch wenig. Stattdessen traten seine politischen Aktivitäten in den Vordergrund. 1968 reiste er in die USA, um gegen den Vietnam-Krieg zu protestieren. Er setzte sich für die "Black-Panther-Bewegung" und die Sache der Palästinenser ein.

Im Jahr 1977 verfasste er ein Plädoyer für die RAF-Terroristen in der Zeitung "Le Monde". 1983 erhielt Genet mit dem Grand Prix National den höchsten Ehrenpreis Frankreichs.

Jean Genet starb am 15. April 1986 an den Folgen von Kehlkopfkrebs in Paris. Er wurde in Marokko beigesetzt.
Romane

1944 - Notre-Dame-des-Fleurs
1946 - Miracle de la Rose
1947 - Querelle de Brest
1947 - Das Totenfest
1949 - Tagebuch eines Diebes
1986 - Ein verliebter Gefangener - Palästinensische Erinnerungen

Gedichte

1942 - Der zum Tode Verurteilte
1945 - Trauermarsch
1947 - Die Galeere
1946 - Ein Liebesgesang
1948 - Die Parade
1948 - Der Fischer von Le Suquet
1957 - Der Seiltänzer

Essays

1957 - Alberto Giacometti
1958 - Das kriminelle Kind
1977 - Gewalt und Brutalität
1982 - 4 Stunden in Chatila

Dramen

1947 - Die Zofen. (Les bonnes) UA 1947 Paris
1949 - Unter Aufsicht. (Haute surveillance) UA 1949 Paris
1950 - Ein Liebeslied. (Un Chant d'Amour) / (Drehbuch und Regie)
1957 - Der Balkon. (Le balcon) UA 1957 London
1959 - Die Neger. (Les nègres) UA 1959 Paris
1961 - Die Wände. (Les paravents) UA 1961 West-Berlin
1948 - Splendid's. (Splendid's) (1948) UA 1994 West-Berlin

NameJean Genet

Geboren am19.12.1910

SternzeichenSchütze 23.11 - 21.12

GeburtsortParis (F).

Verstorben am15.04.1986

TodesortParis (F).

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