Biografie

Jan Skácel

Der tschechische Lyriker und Journalist avancierte ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre zu einem der bedeutendsten Dichter. Die Auseinandersetzungen mit der Tradition seiner Geburtsregion (Südmähren), dem Mythos des Andauerns, des Fließens der Zeit und der ewigen Rückkehr wurden Hauptmotive seiner Stücke. 1954 wurde Jan Skácel Literaturredakteur im Tschechoslowakischen Rundfunk und von 1963 bis zu deren Verbot 1969 Chefredakteur der Zeitschrift "Host do domu" (Der Gast im Haus). Nach der Liquidierung der Zeitschrift wurde dem Dichter bis 1981 die Publikation verweigert. Zu seinen zentralen Gedichtsammlungen zählen "Fährgeld für Charon" (1967), "Wundklee" (1982), "Wer seinen Wein in der Finsternis trinkt" (1988) sowie "Nochmals die Liebe" (1991)...
Jan Skácel wurde am 7. Februar 1922 in Vnorovy bei Strážnice geboren.

Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, musste er nach dem Abitur Zwangsarbeit in Österreich leisten. Von 1945 bis 1948 studierte Skácel in Brünn und an der Masaryk-Universität. Anschließend war er bis 1952 als Kulturredakteur der Tageszeitung "Rovnost" tätig. Aus politischen Gründen entlassen, verdiente er sich sein Auskommen als Monteur in einer Traktorenfabrik. 1954 wurde er Literaturredakteur im tschechoslowakischen Rundfunk. Ab 1963 bis zu deren Verbot 1969 war er Chefredakteur der Zeitschrift "Host do domu" (Der Gast im Haus).

Nach der Liquidierung der Zeitschrift wurde dem Dichter die Publikation in seiner Heimat verweigert, bis erst 1981 wieder eine Auswahl seiner Gedichte erschien. In deutscher Sprache war 1967 der Gedichtband "Fährgeld für Charon" erschienen. Unter dem Titel "Wundklee" folgte 1982 eine weitere Gedichtsammlung, welcher der deutsche Lyriker Reiner Kunze durch seine Übersetzung zu großer Bekanntheit verhalf. Bis 1968 hatte Skácel fünf Gedichtbände, einen Prosaband und einige Kinderbücher veröffentlicht. 1989 erhielt er den Petrarca-Preis sowie den Virenica-Preis, den bedeutendsten Preis für Lyrik in Jugoslawien.

Weitere deutsche Ausgaben waren der Gedichtband "Ein Wind namens Jaromir" (1991) sowie "Nochmals die Liebe" (1993) nach der Übersetzung von Felix Philipp Ingold. Es folgten die Feuilleton-Bände "Das elfte weiße Pferd" und "Das dreizehnte schwarze Pferd". Skácel wurde Ehrenbürger der Stadt Brünn. Weiter wurde er korrespondierendes Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Jan Skácel starb am 7. November 1989 in Brünn, nur 10 Tage vor der gesellschaftlichen Wende.

NameJan Skácel

Geboren am07.02.1922

GeburtsortVnorovy, Strážnice (CZ).

Verstorben am07.11.1989

TodesortBrünn (CZ).