Biografie

Jacques Derrida

Der algerisch-französische Philosoph entwickelte ab Ende der 1960er Jahre mit seiner "Grammatologie" eine schreibzentrierte Sprachphilosophie und eine kritische Praxis der Dekonstruktion. Damit avancierte Jacques Derrida zum Hauptwortführer des Dekonstruktivismus und Poststrukturalismus. Seine postmoderne Infragestellung von "Wahrheit" hatte großen Einfluss auf die jüngere Literatur- und Kunstkritik wie auch auf Geschichte und Politologie. Zu seinen Hauptwerken zählt weiter "Die Schrift und die Differenz" (1967) und "Randgänge der Philosophie" (1972)...
Jacques Derrida wurde am 15. Juli 1930 im algerischen El Biar geboren.

Seine Eltern waren assimilierte sephardische Juden. Derridas Kindheit und Jugend litt unter der traumatischen Erfahrung rassistischer Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung. Während seiner Gymnasialausbildung begann sich Derrida bereits für die französische Existenzphilosophie zu interessieren, die von Albert Camus und Jean-Paul Sartre auch durch politisches Engagement vertreten wurde. 1948 ging Derrida für den Militärdienst nach Frankreich. Danach studierte er von 1952 bis 1956 Philosophie an der Pariser École Normale Supérieure.

Im Jahr 1956 gewann er ein Stipendium für einen Studienaufenthalt an der Harvard University. 1960 wurde Derrida an die Pariser Universität Sorbonne berufen, wo er bis 1964 als wissenschaftlicher Assistent für Philosophie tätig war. In jener Zeit entwickelte er seine innovativen Ansätze für eine spezifische Philosophie, die auf der Strategie des Dekonstruktivismus beruhte. 1966 machte er durch seine Vorlesung über "Structure, Sign and Play in the Discourse of the Human Sciences" an der amerikanischen John Hopkins University Furore, indem er den dekonstruktivistischen Ansatz gegen den vorherrschenden Strukturalismus wandte.

Die Publikation dieser Vorlesung und die folgende Schrift "De la grammatologie" (1967) bildeten die Hauptbezugspunkte der sich nun formierenden Bewegung des Poststrukturalismus. Neben dieser Schrift publizierte Derrida 1967 noch zwei weitere Hauptwerke:"La Voix et le phénomène" und "L'Écriture et la différence". Der Philosoph entwickelte in diesen Schriften seine "Grammatologie", die auf einer schreibzentrierten Sprachphilosophie beruhte, welche er mit der kritischen Praxis der Dekonstruktion von Texten verband. Seine späteren Arbeiten entwickelten die poststrukturalistischen Überlegungen Derridas weiter.

Dies gilt so für "La Dissémination" und "Marges de la philosophie", beide aus dem Jahr 1972, sowie für "La Verité en peinture" (1978), eine Schrift, die sich auf das Feld der Malerei bezieht. Eine besondere Nähe entwickelte Derrida in seinen Schriften nach 1967 aber besonders zum Bereich der Literatur: Die Schriften "Glas" (1974) und "La Carte postale: De Socrate à Freud et au-delà" (1980) befinden sich im Grenzbereich zwischen Philosophie und Literatur. In den Jahren von 1964 bis 1984 lehrte Derrida als Professor für Philosophie an der École Normale Supérieure in Paris und an amerikanischen Hochschulen wie etwa der John Hopkins University, der Yale University und der University of California.

Seine Lehre bewies inzwischen eine große Ausstrahlungskraft auch für benachbarte Wissenschaftsdisziplinen wie Politologie, Kunsttheorie, Literaturkritik und Geschichte. 2001 wurde Derrida in Frankfurt am Main der Theodor-W.-Adorno-Preis verliehen.

Jacques Derrida starb am 8. Oktober 2004 an einer Krebserkrankung in Paris.

NameJacques Derrida

Geboren am15.07.1930

SternzeichenKrebs 22.06 - 22.07

GeburtsortEl Biar (Algerien)

Verstorben am08.10.2004

TodesortParis (F)