Biografie

Albert Camus

Der französische Schriftsteller beeinflusste nach 1945 als Schlüsselfigur des Existenzialismus maßgeblich die Entwicklung des geistigen Lebens in Europa. In seinem 1942 erschienenen Buch "Der Mythos von Sisyphos" (Le mythe de Sisyphe) entwickelt er die Philosophie des Absurden. Die Philosophie des Absurden lag Romanen, Essays und Dramen zugrunde. Jedes seiner leicht lesbaren Werke enthält drei Stufen: 1) der Mensch ist von Gott verlassen und auf sich selbst zurückgeworfen 2) dessen Streben nach Glück über die Revolte gegen jede Form von Unterdrückung 3) führt zur Einsicht der Notwendigkeit menschlicher Solidarität. Als Moralist lehnte er die doktrinäre Strenge des von Jean-Paul Sartre vertretenen Existenzialismus ab. Weiter war Albert Camus entgegen Sartre Moralist und Antikommunist...
Albert Camus wurde am 7. November 1913 in kärglichen Verhältnissen als Sohn eines elsässischen Landarbeiters und einer Spanierin in Mondovi (Algerien) geboren.

Camus war ein Jahr alt, als der Vater im ersten Weltkrieg starb. Die Mutter zog mit den beiden Kindern nach Algier. 1930 erlitt Camus als Gymnasiast seinen ersten Tuberkuloseanfall. Weitere folgten. Von 1933 bis 1936 studierte er an der Universität Algier Philosophie. 1933 heiratete er Simone Hié. Die Ehe wurde bald aufgelöst. Camus trat der KP Algeriens bei und ein Jahr später (1935) aus dieser aus. Er ging mit der Truppe "Radio-Alger" auf Theatertournee und gründete das "Théâtre du travail" (1935). 1936 beendete er seine Diplomarbeit. 1937 wurde er aus gesundheitlichen Gründen vom Staatsexamen ausgeschlossen.

Er ging wieder auf Theatertournee durch Algerien und spielte Liebhaberrollen in klassischen Stücken. Sein Werk "L’envers et l’endroit" erschien und er gründete das "Théâtre de l’equipe". Als Journalist prangerte er die kolonialen Ungerechtigkeiten in Algier an. 1938 reiste er nach Savoyen und nach Florenz. Das Essay "Noces" und das Drama "Caligula" wurden veröffentlicht. Er inszenierte "Die Brüder Karamasow" von F. M. Dostojewski. Ein Jahr später, 1939, meldete sich Camus als Freiwilliger zum zweiten Weltkrieg, wurde wegen gesundheitlicher Probleme aber abgelehnt. Im Jahr darauf heiratete er Francine Faure. Camus wurde aus Algerien ausgewiesen und ging als Journalist der Zeitung "Paris-Soir" nach Paris.

Im September 1941 kehrte er dennoch nach Algerien zurück. 1942 trat er in Frankreich der Widerstandstruppe "Combat" bei. Der Roman "L’étranger" (Der Fremde) und der philosophische Essay "Le mythe de Sisyphe" (der Mythos des Sisyphos) wurden veröffentlicht. Darin setzt sich Camus mit dem Sinnlosen und dem Absurden auseinander und erlangte erstmalig literarisches Ansehen. Ende 1943 arbeitete Camus als Lektor bei dem Verlag Gallimard und veröffentlichte den ersten "Brief an einen deutschen Freund". Camus wurde 1943 Mitbegründer der illegalen Zeitung "Combat". 1944 machte er Bekanntschaft mit Jean-Paul Sartre. 1944 fand die Uraufführung des Dramas "Le malentendu" (das Missverständnis) in Paris statt.

Camus schrieb für die nun legale Zeitung "Combat" u.a. den letzten "Brief an einen deutschen Freund" nach dem Abzug der Deutschen Truppen. 1946 reiste Camus nach Amerika und sprach vor amerikanischen Studenten in New York. Als 1947 die Zeitung "Combat" den Besitzer und die politische Richtung wechselte, ging Camus. Die deutsche Uraufführung des Dramas "Caligula" fand statt und der Roman "La peste" (Die Pest) wurde veröffentlicht, der mit dem "Preis der Kritik" ausgezeichnet wurde. In den Jahren 1948 und 1949 wurden die Dramen "L’étet de siége" (Der Belagerungszustand) und "Les justes" (Die Gerechten) veröffentlicht; In "Les justes" beschäftigte sich Camus mit der Problematik der Selbstjustiz.

Im Jahr 1951 wurde die Essaysammlung "L’homme révolté" (Der Mensch in der Revolte) veröffentlicht, worauf er nach einer Auseinandersetzung den intensiven Kontakt zu Sarte abbrach. Ein Jahr später, 1952, trat Camus aus der UNESCO aus, da Spanien, von Francisco Franko regiert, in diese aufgenommen worden war. Im selben Jahr brach er mit Sartre. Ab 1957 leitete Camus, als Direktor, den Pariser Verlag Gallimard. Im Dezember 1957 wurde Albert Camus der Nobelpreis für Literatur zuerkannt für seine "bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet". 1959 fand die Uraufführung des Dramas "Les possédés" (Die Besessenen) statt.

Albert Camus starb am 4. Januar 1960 bei einem Autounfall in Villeblevin. Camus war mitten in der Arbeit an "Le Premier Homme", einem autobiografischen Roman um seine Kindheit und frühe Jugend als Sohn eines ihm nur vom Erzählen schemenhaft bekannten Vaters. Der Roman erschien posthum 1994 als Fragment.
1937
Licht und Schatten (L'Envers et l'endroit)

1938
Caligula

1938
Hochzeit des Lichts (Noces)

1942
Der Mythos des Sisyphos. Ein Versuch über das Absurde. (Le Mythe de Sisyphe)

1942
Der Fremde (L'Étranger)
1944

Das Missverständnis (Le Malentendu)

1947
Die Pest (La Peste)

1948
Der Belagerungszustand (L'Etat de siège)

1949
Die Gerechten (Les Justes)

1951
Der Mensch in der Revolte (L´Homme Révolté)

1938
Heimkehr nach Tipasa (L'été)

1956
Der Fall (La Chute)

1957
Der Gast (L'Hôte)

1970
Der glückliche Tod (La Mort heureuse)

1994
Der erste Mensch (Le premier homme) (Fragment)

NameAlbert Camus

Geboren am07.11.1913

SternzeichenSkorpion 24.10 - 22.11

GeburtsortMondovi (ALG).

Verstorben am04.01.1960

TodesortLa Chapelle Champigny (F).