Biografie

Jacques Cousteau

Der französische Forscher wurde einer der weltweit populärsten Meeresbiologen. Er engagierte sich stark für die Erforschung der Meere und den Erhalt der Tierwelt. Auch als Autor, Filmproduzent und Erfinder feierte er große Erfolge und wurde mit zahlreichen Ehrungen und Auszeichnungen bedacht. Zeit seines Lebens drehte Jacques Yves Cousteau über 100 Filme und schrieb mehrere Bücher. Für den Film "Le Monde sans Soleil" (Welt ohne Sonne, 1964) erhielt Cousteau einen Oscar für den besten Dokumentarfilm. 1973 gründete er die Cousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere. Von 1957 bis 1988 war Cousteau Direktor des Ozeanographischen Museums in Monaco...
Jacques Yves Cousteau wurde als Sohn des Ehepaars Daniel und Elisabeth Cousteau am 11. Juni 1910 in Saint-André-de-Cubzac bei Bordeaux geboren.

Seine Eltern unterstützten schon früh sein Interesse an der Meeresbiologie. Aus diesem Interesse wurde später Leidenschaft. Nach Abschluss der Schule besuchte Cousteau zunächst die Seefahrtschule in Brest. 1933 ging er als Offizier auf die Jeanne d´Arc, dem Schulschiff der französischen Marine. Auch während des Zweiten Weltkrieges konnte Cousteau seiner Leidenschaft nachgehen und mit einer versteckten Kamera Schiffwracks auf dem Meeresgrund des Mittelmeers filmen. 1937 heiratete er Simone Melchoir. Aus der Ehe gingen die zwei Kinder Jean-Michel und Philippe hervor.

Cousteau entwickelte zusammen mit dem Ingenieur Emile Gagnan das erste Presslufttauchgerät, die sogenannte "Aqualunge", mit dem man stundenlang unter Wasser bleiben konnte. 1950 schenkte ihm der irische Bierbrauer Guinness ein altes britisches Mienenräumboot. Es wurde später zum Forschungsboot "Calypso" umgebaut. Ab 1950 unternahm Cousteau mit seinem Forschungsschiff Calypso Expeditionen. Seine Frau Simone und seine Söhne Philippe und Jean-Michel nahm der Wissenschaftler mit an Bord seines Schiffes. Um die See zu erkunden, waren auch Archäologen, Biologen, Geologen, Geophysiker, Zoologen, Ökologen mit an Bord. Er unternahm Reisen an das Rote Meer, den Sankt-Lorenz-Strom und die Antarktis.

Auch für die Filmemacherei interessierte sich Cousteau. So entstand in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Louis Malle der Meeresfilm "Welt der Stille", der mit der Goldenen Palme in Cannes ausgezeichnet wurde. Er zeigt die faszinierende Welt der Tiefsee mit ihren Lebewesen. Für den Film "Le Monde sans Soleil" (Welt ohne Sonne, 1964) erhielt Cousteau einen Oscar für den besten Dokumentarfilm. Er dokumentierte seine Forschungsarbeit vielfach in Filmen, die ein interessiertes Publikum anzog. Durch seine Forschungsreisen wurde Cousteau klar, welche Bedrohung der Mensch für das Ökosystem Meer darstellt, daher setzte er sich aktiv für den Schutz der Meere ein.

Im Jahr 1960 engagierte sich Cousteau gegen die Versenkung radioaktiver Abfälle im Mittelmeer. Der damalige Staatspräsident veranlasste daraufhin die Einstellung der geplanten Versenkung. 1973 gründete er die Cousteau-Gesellschaft zur Erforschung und zum Schutz der Meere. Von 1957 bis 1988 war Cousteau Direktor des Ozeanographischen Museums in Monaco. Immer wieder ging der studierte Ingenieur auf Forschungsreisen. Dabei ließ er 1976 selbst die Suche nach Atlantis in der Ägäis nicht aus. Die achtzehnmonatige Fahrt ins Amazonasgebiet 1983/84 bezeichnete Cousteau selbst als die schwierigste Arbeit seines Lebens. 1974 rief er in den USA die "Cousteau Society" ins Leben.

Später gründete er in Frankreich die "Fondation Cousteau", die sich seit 1992 "Equipe Cousteau" nennt. Selbst vor der UNO sprach Cousteau mehrmals und konnte damit sogar die Erklärung der Antarktis zu einer Schutzzone erreichen. Beim Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 reichte er eine Petition ("für die Rechte zukünftiger Generationen") ein. Dabei erhielt er mehr als fünf Millionen Unterschriften. 1996 sank die Calypso vor Singapur. Das wieder flott gemachte Schiff schenkte Cousteau der Universität Marseille.

Jacques Yves Cousteau verstarb am 25. Juni 1997 im Alter von 87 Jahren in Paris.
1956
Goldene Palme für seinen Film Silent World

1957
Oscar (Bester Dokumentarfilm) für seinen Film Silent World

1959
Oscar (Bester Kurzfilm) für The Golden Fish

1965
Oscar für The World Without Sun

1970
Bambi

1972
Bambi

1977
Internationaler Umweltpreis der UNO

1985
Presidential Medal of Freedom (USA)

1986
Windstar Award

1987
Aufnahme in die Hall of Fame der Television Academy

1989
Auszeichnung für sein Lebenswerk von der International Documentary Association

1990
Ehrendoktorwürde durch die Polytechnische Universität Valencia

1998
Der Hafen "Jacques Cousteau" am Canal latéral à la Garonne (deutsch: Garonne-Seitenkanal) in Castelsarrasin wurde posthum nach ihm benannt.

NameJacques Cousteau

Geboren am11.06.1910

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortSaint-André-de-Cubzac bei Bordeaux (F).

Verstorben am25.06.1997

TodesortParis (F).