Biografie

Gustave Courbet

Der französische Maler zählt zu den bedeutendsten Vertretern und Mitbegründern des Realismus. Seine Arbeit hatte großen Einfluss auf die französische und deutsche Malerei des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Insbesondere Edgar Degas oder Édouard Manet, die wie Gustave Courbet selbst mit dem Unverständnis der akademischen Kollegen und des zeitgenössischen Publikums zu kämpfen hatten, orientierten sich an ihm. Durch Courbets bestechende, technische Darstellungsfähigkeit sowie durch seine gewagte Farbgebung mit stark ausgeprägtem Impasto, welches er meist mit einem Palettenmesser auftrug, vollzog sich zunehmend ein Wechsel zum Impressionismus...
Gustave Courbet wurde 1819 nahe Besançon in der Region Ornans, Franche-Comté als Sohn einer ärmlichen Bauernfamilie geboren.

Nach Abschluss der Schule und einem kurzem Akademiebesuch in Besançon reiste er 1840 nach Paris. Hier betrieb er autodidaktische Studien der Malerei. Dazu dienten ihm in erster Linie Vorbilder aus der niederländischen Kunstszene der Zeit, deren Werke er kopierte. Ab dem Jahr 1844 war Courbet mit einigen Arbeiten im "Pariser Herbstsalon" vertreten. Nachdem 1849 sein Werk "Die Steinklopfer" eine realistisch-kritische Darstellung von Straßenbauarbeitern für Aufsehen gesorgt hatte, löste sein Monumentalgemälde "Begräbnis in Ornans" aus dem Jahr 1850 einen regelrechten Skandal aus.

Seine real wirkende Malerei von Bauern und Geistlichkeit widersprach der herrschenden Vorstellung einer idealisierenden Darstellung. So wurde das Gemälde als ein Affront verstanden. Die später entstandenen Werke wirkten ebenso provokant auf seine Kritiker. Nach Ablehnung seiner Werke durch die Jury der "Pariser Weltausstellung" im Jahr 1855 errichtete Courbet einen eigenen Pavillon. Dieser erhielt die programmatischen Bezeichnung "Pavillon du Réalisme". Hier zeigte er auch das Gemälde "Das Atelier, untertitelt: "Eine realistische Allegorie von sieben Jahren meines Lebens als Künstler".

Courbet war Anhänger der sozialrevolutionären Ideen Proudhons, den er zusammen mit anderen Freunden auf einigen Atelierbildern porträtierte. "Réalisme" wurde nun zum synonym für eine eigenständige Stilrichtung, die in der zweiten Jahrhunderthälfte vor allem in Deutschland zahlreiche Künstler inspirierte und beeinflusste. Durch Courbets bestechende, technische Darstellungsfähigkeit sowie durch seine gewagte Farbgebung mit stark ausgeprägtem Impasto, welches er meist mit einem Palettenmesser auftrug, vollzog sich zunehmend ein Wechsel zum Impressionismus. Deutlich wurde dies in seinen Fassungen der Wolga sowie in seinen Darstellungen der Landschaftsbilder und Seestücke.

Verstärkt wurde dieser Impuls 1869 durch seine Reise nach München. Hier entstand im Atelier von Wilhelm von Kaulbach eines seiner bedeutendsten Aktbildnisse; "La femme de Munich – Die Münchnerin". 1871 war er als Beauftragter für Kunst und Museen in Pariser Kommunen tätig. In dieser Position konnte Courbet einen großen Teil bedeutender Werke erhalten. Im Zusammenhang mit dieser Tätigkeit erging gegen Courbet eine Anklage wegen vermeidlicher Anstiftung zum Sturz der "Vendôme-Säule". Im folgenden Prozess gegen ihn wurde er für schuldig befunden, inhaftiert und sein gesamtes Vermögens konfisziert.

Nach seiner Freilassung im Jahr 1872 emigrierte er in die Schweiz. Hier starb Gustave Courbet am Silvestertag des Jahres 1877 in La-Tour-de-Peilz bei Vevey.

NameGustave Courbet

Geboren am01.01.1819

GeburtsortBesançon (F).

Verstorben am01.01.1877

TodesortVevey (CH).

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