Biografie

Inge Meysel

Die Schauspielerin avancierte mit über hundert Filmrollen zur populärsten Volksschauspielerin Deutschlands. Obwohl sie in viele Rollen - von der Dame bis zur Mörderin - schlüpfte, hatte sie als "Mutter der Nation" ihre nachhaltigste Figur gefunden. In der TV-Serie "Die Unverbesserlichen" spielte Inge Meysel die "Käthe Scholz", die ihr auch diese Rollenfestlegung bescherte. In ihrer Glanzrolle in mehreren Fernsehspielen wie "Ada Harris will ins Parlament" (1984) oder "Mrs. Harrys fährt nach Moskau" (1989), mimte sie die liebenswerte "Ada Harris". Zu ihren erfolgreichsten Filmen zählen "Des Teufels General" (1954), "Rosen für den Staatsanwalt" (1959) und "Der Biberpelz" (1962)...
Inge Meysel wurde als Tochter des jüdischen Kaufmanns Julius Meysel und seiner dänischen Frau Margarete Hansen am 30. Mai 1910 in Berlin geboren.

Bereits als Dreijährige kam Inge Meysel mit der Schauspielerei in der Oper "Hänsel und Gretel" in Berührung. Als vierjähriges Kind ließ sie sich in Ballett unterrichten und mit 16 spielte sie im Schultheater. Kurz vor dem Abitur verließ sie die Schule und nahm 1927 bei den Schauspielerinnen Ilka Grüning und Lucie Höflich Unterricht. Drei Jahre später, 1931, startete sie mit einer Debütvorstellung in Zwickau ihre Theaterkarriere. Es folgten Auftritte im Schauspielhaus Leipzig und Berlin.

Nach der Machtergreifung 1933 erteilten die Nationalsozialisten der Jüdin Inge Meysel ein Berufsverbot und verlangten 1942 die Trennung von ihrem Lebenspartner Helmut Rudolph. Sie siedelte nach Hamburg über und heiratete 1945 Rudolph in erster Ehe. Ab 1956 war sie in zweiter Ehe mit dem Regisseur John Olden bis zu dessen Tod im Jahr 1965 verheiratet. Nach dem Krieg startete sie zu einem Neuanfang durch. Anfang der 1960er Jahre kam dann der Durchbruch in zahlreichen verschiedenen Rollen.

Neben den Mutterrollen mimte sie auch gespaltene, unsympathische und andere Persönlichkeiten. Den Beginn ihrer Fernsehkarriere kennzeichnete das Drama "Das Fenster zum Flur" (1960), in dem sie die Portiersfrau "Mutter Wiesner" spielte. Es folgte die populäre TV-Serie "Die Unverbesserlichen", in der sie neben Joseph Offenbach seine Frau "Käthe Scholz" mimte. Darin wurde sie sechs Jahre lang, von 1965 bis 1971, auf ihre Paraderolle der "Mutter der Nation" festgelegt – einerseits mit kämpferischer Natur und manchmal großmundig, andererseits mit großem Herz und Tränen.

Sie verkörperte eine Hausmutter mit Kittelschürze, die aber zu gegebenem Anlass ihren Kämpferwillen zeigte. In den 1970er und 1980er Jahren wirkte Inge Meysel an weiteren Fernsehserien mit. Immer wieder kehrte sie zum Theater zurück und wirkte in Komödien und anderen Stücken mit. Mit 558 Aufführungen wurde beispielsweise der Titel "Teures Glück" ein großer Publikumserfolg. Ihre Autobiografie "Meysel: Frei heraus – mein Leben" schrieb sie 1991. 1995 wurde ihr Lebenswerk mit dem Telestar-Preis und 2000 mit dem Deutschen Fernsehpreis sowie der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

Inge Meysel wirkte in über hundert Filmen mit. "Das vergessene Leben" von 1997 ist einer ihrer letzten Fernsehfilme, an denen sie mitwirkte und die geistig verwirrte Greisin "Sophia" überzeugend spielte. Kurz nach der Erstaustrahlung im Jahr 1999 wurde Inge Meysel für ihre Leistung der Goldene Gong verliehen. 1999 siedelte sie von Berlin nach Hamburg über. 2000 erhielt sie den Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises. Für "Die Liebenden vom Alexanderplatz" stand sie 2001 das letzte Mal vor der Kamera. Sie litt an Altersdemenz und lebte fortan zurückgezogen.

Inge Meysel starb am 10. Juli 2004 im Alter von 94 Jahren in ihrem Haus in Hamburg.
1932 - "Großstadtnacht"

1949 - "Liebe 47"

1950 - "Schatten der Nacht"

1950 - "Meine Nichte Susanne"

1950 - "Der Fall Rabanser"

1950 - "Taxi Kitty"

1951 - "Die Dubarry"

1951 - "Sensation in San Remo"

1951 - "Kommen Sie am Ersten"

1952 - "Unter den tausend Laternen"

1952 - "Tanzende Sterne"

1954 - "Des Teufels General"

1956 - "Ein Mann muß nicht immer schön sein"

1957 - "Dr. Crippen lebt"

1958 - "Immer die Radfahrer"

1959 - "Bobby Dodd greift ein"

1958 - "Skandal um Peggy"

1959 - "Rosen für den Staatsanwalt"

1959- - "Im sechsten Stock"

1959 - "Neues aus dem sechsten Stock"

1959 - "Als geheilt entlassen"

1960 - "Schau heimwärts, Engel"

1960 - "Liebe verboten - Heiraten erlaubt"

1960 - "Madame Sans-Gêne"

1961 - "Ihr schönster Tag"

1961 - "Blond muß man sein auf Capri"

1962 - "Der Biberpelz"

1963 - "Tivoli"

1963 - "Der Stadtpark"

1964 - "Ein Frauenarzt klagt an"

1965 - "Die eigenen vier Wände"

1967 - "Palme im Rosengarten"

1969 - "Weh' dem, der erbt"

1969- - "Die Ratten"

1975 - "Muttertag"

1977 - "Endstation Paradies"

1980 - "Der rote Strumpf"

1983 - "Frau Juliane Winkler"

1984 - "Das Geschenk"

1984 - "Selbstbedienung"

1985 - "Wie war das damals"

1985 - "Die kluge Witwe"

1985 - "Grenzenloses Himmelblau"

1986 - "Vertrauen gegen Vertrauen"

1987 - "Die Erbschaft"

1990 - "Kein pflegeleichter Fall"

1991 - "Innige Feindschaft"

1991 - "Taxi nach Rathenow"

1993 - "Schlussabrechnung"

1994 - "Großmutters Courage"

1995 - "Glück auf Kredit"

1995 - "Babuschka"

1997 - "Guppies zum Tee"

1999 - "Tatort - Blaues Blut"

1999 - "Die blauen und die grauen Tage"

2001 - "Die Liebenden vom Alexanderplatz"
1961-1972
Bravo Otto; 6x in Gold, 4x in Silber und 1x Bronze, Publikumspreis

1965
Goldene Kamera

1968
Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien

1970
Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien

1971
Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien

1972
Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien

1973
Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien

1975/76
Goldener Vorhang des Berliner Theaterclubs - Die Hebamme

1985
Silbernes Blatt der Dramatiker-Union

1990
Bambi, Medienpreis der Hubert Burda Medien

1990
Hamburger Medaille für Kunst und Wissenschaft

1991
Ernst-Reuter-Plakette in Silber der Stadt Berlin

1995
Telestar-Sonderpreis: Lebenswerk

1999
Goldene Kamera: Lebenswerk

2000
Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises

NameInge Meysel

Geboren am30.05.1910

SternzeichenZwillinge 22.05. - 21.06

GeburtsortBerlin (D).

Verstorben am10.07.2004

TodesortHamburg (D).