Biografie

Conrad Ferdinand Meyer

Der Schweizer Schriftsteller war einer der bedeutendsten Vertreter deutschsprachiger Balladendichter. Außerdem gilt Conrad Ferdinand Meyer mit seinen Dinggedichten als Vorreiter des Symbolismus. Meyer wurde bekannt mit seinem Versepos "Huttens letzte Tage". In seinen lyrischen Werken war der Dichter bestrebt, traditionelle Formen zu überschreiten. Die Balladenform diente ihm zur Objektivierung lyrischer Stoffe. Seine Novellistik mit ihrer Orientierung an der Renaissance bedeutete Conrad Ferdinand Meyer Abwendung von der zeitgenössischen bürgerlichen Gesellschaft, die er als Enge empfand...
Conrad Ferdinand Meyer wurde am 11. Oktober 1825 in Zürich als Sohn eines Regierungsrats geboren.

In dem wohlhabenden bürgerlichen Elternhaus begegnete Conrad Ferdinand Meyer schon früh den intellektuellen Ideen des Liberalismus. 1840 starb der Vater. Dieses frühe Todeserlebnis führte bei dem jungen Meyer zu einer anhaltenden Lebenskrise. Er geriet wegen seiner künstlerischen Interessen mit seiner Mutter in Auseinandersetzungen. Es folgte die Unterbrechung der gymnasialen Ausbildung und später die Unterbrechung des ungeliebten Jurastudiums. In den beiden Jahren 1843 und 1844 beschäftigte er sich bei dem Historiker Louis Vulliemin aus Lausanne mit Literatur und Geschichte.

Im Jahr 1852 veranlasste die Mutter Meyers Einlieferung in die bei Neuenburg gelegene Heilanstalt Préfragier wegen seiner Depressionen. 1954 wurde er gefestigt aus der Anstalt entlassen und kehrte nach Zürich zurück. Louis Vulliemin förderte Meyer und brachte ihn zum Geschichtsstudium und zu Übersetzungen. Im Jahr 1856 beging Meyers Mutter Selbstmord. Das Erbe versetzte ihn in wirtschaftliche Unabhängigkeit. In den Jahren von 1857 bis 1858 unternahm er mit seiner Schwester Reisen nach München, Paris, Rom, Florenz und Siena.

Dort interessierte sich Ferdinand Conrad Meyer besonders für die Kunst und Kultur aus den Epochen der Renaissance und Antike, aber auch den Werken spanischer und niederländischer Maler aus dem 16. und 17. Jahrhundert wandte er sich zu. Große Aufmerksamkeit widmete er dem Schaffen des italienischen Bildhauers, Malers, Baumeisters und Schriftstellers Michelangelo. Seine Erlebnisse und Einrücke von der Italienreise verarbeitete Meyer in dem Gedicht mit Titel "Der römische Brunnen" und einem Michelangelo-Zyklus.

Im Jahr 1864 erschien sein erster Gedichtband mit dem Titel "Zwanzig Balladen von einem Schweizer". 1872 wurde die Idylle mit dem Titel "Engelberg" ediert. Drei Jahre später, 1875, heiratete Meyer die Tochter eines wohlhabenden Offiziers, Luise Ziegler, mit der er die im Jahr 1879 geborene Tochter Camilla hatte. Zwei Jahre darauf siedelte er nach Kilchberg über. In dieser Zeit stellten sich erste literarische Erfolge ein. Seine beiden Novellen "Der Schuß von der Kanzel" und "Plautus im Nonnenkloster" wurden in dem Jahr 1877 beziehungsweise 1882 veröffentlicht.

Die humorvollen Stücke handeln aus der Zeit der Renaissance. Im Jahr 1880 wurde Meyer von der Universität Zürich mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Zu seinen Bekannten zählte unter anderem der Dichter Paul Heyse. Später litt der Schriftsteller zunehmend an geistiger Umnachtung. Die beiden Jahre 1892 und 1893 verbrachte er in der Heilanstalt Königsfelden. Nach seiner Entlassung lebte er bis zu seinem Tod in Kilchberg – gepflegt von seiner Frau und Tochter. In seinen späten Lyrikwerken war Conrad Ferdinand Meyer um eine Abwendung von den überlieferten Formen der Erlebnispoesie bemüht.

Der Dichter bevorzugte die Form der Ballade und bildhafte Symbole in der Gestaltung, um zu einer Objektivierung in der dichterischen Erfahrung zu gelangen. Literarische Distanziertheit realisierte Meyer durch eine zeitgenössische Erzählinstanz. Den Renaissance-Menschen machte Conrad Ferdinand Meyer zum Gegenstand seiner Novellen. Diese historische Epoche bedeutete ihm gleichfalls Abstand zur zeitgenössischen bürgerlichen Gesellschaft, die er als beengend empfand. Meyer plädierte für eine Trennung von Leben und Kunst.

In den Novellen von Meyer wirken eher die Psychologisierung der Personen als die historische Dimension, auch wenn die Thematik und die Stoffe bedeutenden Epochen der Weltgeschichte entstammen. Zu Conrad Ferdinand Meyers weiteren Werken zählen unter anderem Titel wie "Das Amulett" (1873), "Georg Jenatsch. Eine alte Bündnergeschichte" (1876), "Der Heilige" (1880), "Gedichte" (1882), "Gustav Adolfs Page" (1882), "Die Leiden eines Knaben" (1883), "Die Hochzeit des Mönchs" (1884), "Die Richterin" (1885), "Die Versuchung des Pescara" (1887) oder "Angela Borgia" (1891).

Conrad Ferdinand Meyer starb am 28. November 1898 in Kilchberg.

NameConrad Ferdinand Meyer

Geboren am11.10.1825

SternzeichenWaage 24.09 - 23.10

GeburtsortZürich (CH).

Verstorben am28.11.1898

TodesortKilchberg (CH).

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